Heilige Dreifaltigkeit:Überraschung im Gottesdienst: Ehemalige „Minis“ im Einsatz


Die Überraschung war vielen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern sofort anzusehen. Einige schmunzelten, andere wirkten eher verblüfft und fragten sich, was da gerade passiert. In der Wortgottesfeier am 15. März in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit zogen plötzlich fünf
Messdienerinnen und Messdiener ein – drei von ihnen Erwachsene, die seit Jahrzehnten nicht mehr im Dienst gewesen waren.
Mit Vortragekreuz, Leuchtern und sogar Weihrauch wirkte der Einzug fast wie aus einer anderen Zeit. Was zunächst wie ein charmanter Gag erschien, hatte jedoch ein klares Ziel: Die zahlreich anwesenden Erstkommunionkinder sollten Lust aufs Ministrieren bekommen. Zumindest ein Anstoß sollte es sein, darüber nachzudenken, ob dieser Dienst nach der Erstkommunion etwas für sie sein könnte.
Die drei „Altgedienten“ berichteten von ihren eigenen Erfahrungen – von schönen Erinnerungen und davon, warum sie ihre Zeit als Messdienerinnen und Messdiener nicht missen möchten. Edgar Dietz erzählte, dass in seiner Kindheit nach der Erstkommunion fast alle diesen Dienst übernommen hätten. „Ich komme aus einem kleinen Dorf in Unterfranken. Da war das keine Frage. Aber nur die Jungs – Mädchen durften damals noch nicht ministrieren“, berichtete er den erstaunten Kindern in den ersten Bankreihen.
Heute ist das anders: In vielen Gemeinden sind es sogar überwiegend Mädchen, die diesen Dienst übernehmen. So wie Christine Lehmann und Lesley Wilson, die ebenfalls von ihren Erlebnissen berichteten. Besonders in Erinnerung geblieben sind Christine Lehmann die
großen Festgottesdienste an Ostern und Weihnachten: „Wenn so viele Messdienerinnen und Messdiener gemeinsam einziehen, ist das ein beeindruckendes Bild – das hat mich schon als Kind fasziniert.“
Neben den feierlichen Momenten betonte sie vor allem die Gemeinschaft und die Aktivitäten außerhalb des Gottesdienstes. Auch Lesley Wilson erinnert sich gerne daran zurück: „Die Zeit war etwas Besonderes und hat mich sehr geprägt – im positiven Sinne.“ Dass diese Erfahrungen viele teilen, zeigte sich im weiteren Verlauf der Feier. Sven Herget, der den Gottesdienst leitete, bat alle, die früher selbst ministriert hatten, um ein Handzeichen. In den gut besetzten Bankreihen gingen zahlreiche Hände nach oben.
Im Anschluss standen die aktuellen Gruppenleiterinnen und -leiter für Fragen zur Verfügung und verteilten Flyer mit den nächsten Terminen. Auch für die ehemaligen Messdienerinnen und Messdiener war der Einsatz ein besonderes Erlebnis. „Es war spannend, nach so langer Zeit wieder am Altar zu sitzen und in die Gemeinde zu schauen“, sagte Lesley Wilson beim Ausziehen der Gewänder in der Sakristei.
Für ein weiteres Highlight sorgte Regionalkantor Tobias Landsiedel mit dem „Listen Up!“-Jugendchor, der die Wortgottesfeier musikalisch gestaltete.