Im Jahre 1952 wurde Drais wieder eine eigene, selbständige Pfarrei. Pfarrer Wilhelm Rettig (1953-1975) ließ den Innenraum der Kirche 1955 radikal umgestalten. Die Kanzel an der Nordwand wurde entfernt, die zahlreichen, den Kirchenraum schmückenden Plastiken landeten in den kirchlichen Lagerstätten Arnsheim bei Alzey sowie Sprendlingen bei Bad Kreuznach oder auf dem Kunstmarkt und die bunten, teils figürlichen Fenster durch eine einheitliche Verglasung mit farblosen, neutralen Rautenmustern ersetzt. Eine Befreiung vom schwülstigen Barock, sagten die einen, eine Rücksichtslosigkeit gegenüber überkommener Baukultur, meinten die anderen. 1974 erfolgte der Wechsel des Patroziniums von "St. Petrus in vinculis" in "Maria Königin" und später mit zwei um 1740 entstandenen Plastiken demonstriert: Linkerhand die jetzige Kirchenpatronin "Maria Königin" als bekrönte Madonna mit dem Kind im Arm auf einer Schlange stehend und rechterhand, der ehemalige, "entthronte" Kirchenpatron "Petrus" mit dem Schlüssel einträchtig gegenüber.
Im Zuge der Liturgiereform erhielt der Chorbereich in den Jahren 1964/65 mit der Aufstellung eines schlichten Zelebrationsaltares eine grundlegende Neugestaltung.
Um den dafür erforderlichen Platz zu gewinnen, verkürzte man den Hauptaltar samt davor liegendem Podest auf das Nötigste. Die Kommunionbank, ein mit Symbolen verziertes Holzschnittkunstwerk von dem Draiser Schreiner Weber aus den 1930er Jahren, wurde entfernt.
1987, zur 250-Jahr-Feier der Kirche kam es unter Pfarrer Beheim (1987-1996) zu einigen Veränderungen. Der Taufstein wurde aus dem Chorraum in das Seitenschiff verlegt und die Figurengruppe der Vierzehn Nothelfer (um 1830) sowie das große Kruzifix (1862), einst Bestandteile der Draiser Votivkapelle "Maria-Hilf" am Ortsrand, erhielten an der Nordwand einen neuen Standort.
Dank an Dr. Rainer Metzendorf für diese Beschreibung.