Die Taufkapelle schließt sich an die Seitenkapelle an und ist nur durch eine Absenkung im Bodenniveau abgetrennt. Ihre Glasfront ist in unzähligen Blautönen gehalten.
In den Fenstern der Seitenkapelle sind die sieben Sakramente dargestellt:
Taufe: das reinigende Wasser symbolisiert von blaufarbigen Wellenlinien
Firmung: der Hl. Geist symbolisiert von Taube und Zungen
Eucharistie: Brot und Wein symbolisiert durch Ähren und Trauben
Buße: Wachsamkeit gegen das Böse symbolisiert durch den Hahn
Krankensalbung: Krankenöl symbolisiert durch Ölzweig und Krug
Priesterweihe: das priesterliche Amt symbolisiert durch Stola und Bischofsstab
Ehe: Gemeinschaft symbolisiert in zwei brennenden Kerzen in einer Halterung vereinigt.
Das weitere Bildprogramm ist von den der Offenbarung des Johannes inspiriert (Offb. 6 und 7): Neben der Taufkapelle beginnt der Fensterfries zunächst mit einer Buchrolle mit sieben Siegeln. Über den Beichtstühlen folgen Symbole für die einzelnen Siegel: Krone, Schwert, Waage, Totenkopf, weißes Gewand, Weltall, sieben Posaunen und endet schließlich als Höhepunkt mit dem Lamm Gottes im neuen Jerusalem, der goldenen Stadt mit ihren zwölf Toren (Offb. 21). Zugleich steht die Zahl zwölf für die Stämme Israels und die zwölf Grundsteine des neuen Jerusalem mit den Namen der Apostel (Offb. 21,14).
Die an den Innenwänden umlaufenden zwölf Apostelkreuze mit jeweils einem eisernen Kerzenleuchter nehmen ebenfalls Bezug auf dieses Bild.
Erst 1977 kam der Kreuzweg hinzu, der auch von dem Bildhauer Reinhold Petermann aus Finthen gestaltet wurde. Der Kreuzweg wurde in Aluminium gegossen und patiniert. Er bildet ein Fries, da die einzelnen Platten linienhaft verbunden scheinen.
Nachdem man sich zunächst mit einer gebrauchten Orgel behalf, wurde im Jahre 1990 eine Orgel von Hans Theodor Vleugels (21 Register mit 1334 Pfeifen) eingebaut.
Pfarrer Hans Brantzen (1912–1979), der den Kirchenbau tatkräftig vorantrieb, stiftete die rot-goldene Flügel-Monstranz und den passenden Messkelch. Seine Grabplatte in der Kirche befindet sich vor der Lichtwand.
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Viele Informationen zur Kirche hat der ehemalige Gemeindereferent Bardo Zöller zusammengetragen. Weiteres finden Sie in älteren Veröffentlichungen:
- 25 Jahre Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist, Mainz, 1955–1980.
- Katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist Mainz. 2003 zum 20-jährigen Bestehen des Hauses der Gemeinde (mit CD vom Glockengeläute und dem Klang der Orgel).
- Die neue Orgel in St. Johannes Evangelist Mainz. 1990.
- Michael Kläger, Das Katholische Jugendwerk und die Pfarrei St. Johannes Evangelist. In: "Wir pflanzten das Kreuz auf Trümmer, Gräber und Hügel". 75 Jahr Katholisches Jugendwerk Mainz 1930–2005 (= Mainzer Perspektiven. Aus der Geschichte des Bistums 4). Mainz 2005, S. 55–63.