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Unser spiritueller Impuls zum dritten Sonntag der Osterzeit - 19. Aoril 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Am See
Datum:
16. Apr. 2026
Von:
Januarius Mäurer

Liebe Leserin, lieber Leser,
Die ersten Wochen nach Ostern laden uns immer ein mit den Jüngern auf dem Weg zu sein. Es ist nicht nur ein Weg im Sinne einer Wegstrecke, die wir zurücklegen, es ist ein Weg des inneren Begreifens und Verstehens, was mit Jesus passiert ist.

Evangelium (Joh 21,1-14)

Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.

Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.

 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

 

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Was machen die tief enttäuschten Jünger? Sie gehen nach Hause und greifen ihr gewohntes Handwerk wieder auf. Sie sind Fischer. Man spürt ihre Unlust und so kommt es denn, wie es kommen muss. Sie fangen nichts!

Und dann steht da einer in dem trüben Morgennebel und fragt, wie der Fang war. Sie können ihm nur noch sagen, dass sie nicht mal etwas zu essen habe. Sie sind fix und fertig.

Dann sagt der Unbekannte mit beinahe fröhlicher Aufmunterung: „Probierts doch noch mal!“ Auf einmal kommt Leben in die Kerle. Sie machen einen Superfang. Johannes flüstert dem Petrus ins Ohr: Er muss es sein!“ Dann bricht für Petrus nochmal das Ganze der Erinnerung über ihn ein. Er schämt sich. Ist ganz durcheinander. Inzwischen gehen die anderen an Land. Er kommt nach und ist völlig mit sich und dem Geschehen überfordert. Er kann nur feststellen, das Netz hat gehalten.

Vielleicht ist das ein Schlüsselwort. Das Netz hat gehalten! Petrus hatte erwartet, dass Jesus ihm seine Feigheit und den Verrat vorhält. Hatte Petrus nicht großspurig getönt. Er schämt sich nach all den katastrophalen Geschehnissen. Doch der Herr sagt nur: “Kommt und esst!“ Das ist eine Einladung. „Stärkt euch! Ihr seid auf einen so tiefen Totenpunkt, dass ihr etwas braucht, das euch weiterhilft.“

So hat Johannes seiner Gemeinde die Botschaft des Auferstandenen klargemacht. Wenn ihr auf dem Tiefpunkt seid: „Probierts noch mal!“  Johannes gibt seiner Gemeinde dann auch gleich die Antwort: „Der Auferstanden ist das Netz, das uns als Gemeinde zusammenhält. Er lädt uns immer ein. „Kommt und esst!“ Wir erkennen darin die Einladung zur stärkenden Eucharistie. Wir dürfen immer auf guten “Fischfang“ eingestellt sein.“

Können wir das so einfach für uns heute übertragen? Ich denke: JA. Wer kennt nicht diese trüben “Morgennebel“, man spürt sich nur noch fix und fertig. Wenn dann eine/ einer kommt und sagt: „Probier’s doch noch mal!“ Ist das nicht so etwas wie „Auferstehung“. Gar nicht zuerst im religiösen Sinn, aber dann bei genauerem Nachgehen. Vielleicht flüstert uns dann auch eine Stimme ins Ohr: Er ist es!

Ich meine diese Osterzeit lädt uns ein, auch im Blick auf die wieder neu beginnende Natur, achtsam zu sein für unser Leben. Dem, der mich so unerkannt in seinen Händen hält, kann ich immer eine Chance für meinen Alltag geben.

Lassen wir uns doch einfach überraschen.

Liebe Grüße

Jan. Mäurer, Pfarrer i.R.