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Unser spiritueller Impuls zum vierten Sonntag der Osterzeit - 26. Aoril 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

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Datum:
23. Apr. 2026
Von:
Gabriel Maurer

Liebe Leserin, lieber Leser,

der vierte Ostersonntag ist Namenstag unserer neuen Pfarrei, denn es ist „der gute Hirten -Sonntag“.  Der Name „Guter Hirte im Odenwaldkreis“ wurde mit großer Mehrheit gewählt. Was die Menschen dazu bewogen hat, das weiß ich nicht. Es sind vermutlich verschiedene Gründe. Im heutigen Evangelium könnte einer liegen.

Evangelium (Joh 10,1-10)

In jener Zeit sprach Jesus: 
Amen, amen, ich sage euch: 
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, 
sondern anderswo einsteigt, 
der ist ein Dieb und ein Räuber. 
Wer aber durch die Tür hineingeht, 
ist der Hirt der Schafe. 
Ihm öffnet der Türhüter 
und die Schafe hören auf seine Stimme; 
er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen 
und führt sie hinaus. 
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, 
geht er ihnen voraus 
und die Schafe folgen ihm; 
denn sie kennen seine Stimme. 
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, 
sondern sie werden vor ihm fliehen, 
weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. 
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; 
aber sie verstanden nicht den Sinn 
dessen, was er ihnen gesagt hatte. 
Weiter sagte Jesus zu ihnen: 
Amen, amen, ich sage euch: 
Ich bin die Tür zu den Schafen. 
Alle, die vor mir kamen, 
sind Diebe und Räuber; 
aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 
Ich bin die Tür; 
wer durch mich hineingeht, 
wird gerettet werden; 
er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 
Der Dieb 
kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; 
ich bin gekommen, 
damit sie das Leben haben 
und es in Fülle haben. 

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Hier im Odenwald findet man sie häufig: Schafherden mit ihrem Schäfer, die die Aufgabe haben, meist hängige Wiesen, die nur schwer mit Maschinen gemäht werden können, abzuweiden. Ist es die Idylle oder Tradition, die zur Wahl des Namens führte? Vielleicht haben manche den Namen deshalb gewählt.

Ich erinnere mich, dass meine Großeltern im Schlafzimmer ein für mich beeindruckend großes Bild mit goldfarbenen Rahmen aufgehängt hatten mit dem Motiv des guten Hirten und seinen Schafen. Das war damals sehr beliebt. Ich frage mich, warum?  Die Großeltern hatten Krieg und Vertreibung erlebt. Sie erlebten, dass man sie da und dort nicht haben wollte. Sie vertrauten auf Gott, den guten Hirten. Er war für sie der, der sich um sie sorgte, der ihnen das gab, was sie brauchten, der sie beim Namen kannte. Er war für sie der, dem sie vertrauen konnten und der, der ihnen Ruhe, Würde, Heimat und Leben in Fülle geben konnte. Deshalb war das Bild wichtig.

Im Evangelium spricht Jesus in Bildern (guter Hirte / Schafe/ Tür) und warnt, nicht jedem nachzulaufen, nicht blind zu vertrauen.  Er meint: Seid nicht naiv. Nicht jeder, der sich als guter Hirte ausgibt, ist auch einer! In den Nachrichten erleben wir es täglich: Einige Machthaber der heutigen Welt sind eben keine guten Hirten.

Die Schafe kennen tatsächlich die Stimmen der Menschen, die für sie sorgen, diesen vertrauen sie. Auch wir sollen prüfen, wem wir nachlaufen, wem wir vertrauen. Der gute Hirte kommt direkt durch die Tür, Jesus ist die Tür zu den Schafen. An ihm, seinen Worten und Taten, sollen wir uns ein Beispiel nehmen, dann werden wir das Leben in Fülle haben.

Das Leben in Fülle bedeutet nicht, ein Leben ohne Sorgen, Zweifel, Angst, Krankheit und Tod. Das Leben in Fülle meint, trotz dieser dunklen Seiten des Lebens gewiss zu sein, dass Gott der gute Hirte an unserer Seite ist und uns durch die Dunkelheiten hindurchführt.  Es meint auch, daran zu glauben, dass es ein neues Leben für uns gibt nach unserem Tod, in dem alles Leid und alle Dunkelheit überwunden ist.

Über Kunst lässt sich streiten. Wie sähe Ihr/Dein Gemälde vom guten Hirten aus?  Der gute Hirte bleibt für mich ein wichtiges Bild für Gott und ist für uns Grund, den Namenstag unserer Pfarrei zu feiern.

Gabriele Maurer, Pfarreikoordinatorin