Unser spiritueller Impuls zu Pfingsten - 24. Mai 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Liebe Leserin, lieber Leser,
manchmal fühlt sich das Leben an wie ein verschlossener Raum. Die Türen sind zu – aus Angst, aus Unsicherheit, aus Erschöpfung. Wir funktionieren, reden, planen, erledigen vieles – und doch bleibt innerlich etwas leer. Vielleicht kennen wir diese Sehnsucht: nach Frieden. Nach einem Wort, das trägt. Nach einer Kraft, die neu belebt. Genau hier berührt uns Pfingsten.
Gottes Geist erreicht die Räume unseres Lebens – auch die verschlossenen!
Der auferstandene Jesus tritt in die Mitte seiner Jünger und spricht:
„Friede sei mit euch.“
Mit diesem Frieden schenkt er seinen Geist – einen Geist des Lebens, der stärkt, verbindet und Hoffnung wachsen lässt. Gottes Geist erfüllt Menschen mit neuem Mut, mit Vertrauen und mit Liebe für diese Welt.
Und sein Geist wirkt bis heute – in Menschen, die trösten, ermutigen, vergeben, Hoffnung schenken und gemeinsam neue Wege gehen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Am Abend des ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren,
kam Jesus,
trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst,
denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet,
sind sie behalten.
Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

„Wo Gottes Geist wirkt, wächst Frieden im Herzen“
Wenn Jesus durch die verschlossenen Türen tritt, bringt er nicht zuerst Erklärungen, Lösungen oder Vorwürfe. Er bringt Frieden.
„Friede sei mit euch.“
Mitten hinein in Angst, Schuld, Erschöpfung und Unsicherheit spricht er ein Wort, das aufrichtet. Ein Wort, das nicht nur die Ohren erreicht, sondern das Herz berührt und neue Hoffnung schenkt. Denn echter Frieden beginnt nicht zuerst im Außen, sondern im Inneren des Menschen. Auch Franz von Assisi wusste das:
„Wenn ihr mit dem Mund den Frieden verkündet, dann sorgt dafür, dass ihr ihn noch mehr im Herzen tragt.“
Ein Herz voller Unruhe kann keinen Frieden weitergeben. Erst ein versöhntes Herz wird zum Werkzeug Gottes.
Wie oft gleichen auch unsere Herzen verschlossenen Räumen:
verriegelt durch Verletzungen, Sorgen, Misstrauen oder den ständigen Druck dieser Welt. Manches tragen wir lange mit uns herum. Manches sperren wir tief in uns ein.
Und gerade dort hinein kommt Christus. Nicht gewaltsam. Nicht laut. Sondern mit seinem Atem. Mit seinem Geist. Mit Frieden.
Dieser Frieden ist kein billiger Trost und keine Flucht vor der Wirklichkeit. Er ist der mutige Frieden Gottes — ein Frieden, der den Menschen innerlich aufrichtet und verändert. Dieser Friede Christi ist kein Rückzug aus der Welt. Er verändert den Blick auf den Menschen. Nicht Macht und Stärke stehen im Mittelpunkt, sondern die Würde des anderen. Nicht Mauern und Abgrenzung, sondern Begegnung und Versöhnung. So spricht Papst Leo XIV. von einem „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“ — einem Frieden, der Brücken baut statt Mauern. Einem Frieden, der den Menschen sieht — nicht den Feind. Einem Frieden, der dem Leben dient.
So bleibt der Friede Christi niemals nur etwas Persönliches. Gottes Geist will durch Menschen in die Welt hineinwirken.
Gerade in einer Zeit, in der Angst, harte Worte und wachsende Kälte das Miteinander belasten, erinnert uns Pfingsten:
Der Geist Gottes wirkt auch heute. Er wirkt dort,
wo Menschen vergeben statt vergelten,
wo sie zuhören statt verurteilen,
wo sie Hoffnung bewahren, obwohl vieles dunkel erscheint.
Denn Frieden beginnt oft im Kleinen:
in einem Wort der Versöhnung,
in einem offenen Herzen,
in ehrlichem Zuhören,
in einem stillen Gebet.
Darum betete Franziskus in den ihm zugeschriebenen Worten
„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“
Das ist die Einladung von Pfingsten:
Nicht Zuschauer der Hoffnung zu bleiben, sondern Träger des Friedens Christi zu werden. Denn Gottes Geist kann selbst verschlossene Räume verwandeln — und aus ängstlichen Herzen Menschen machen, die Licht und Hoffnung in diese Welt tragen.
Gedankenanstöße für die Woche – Pfingsten
„Wo Gottes Geist wirkt, wächst Frieden im Herzen“
„Friede sei mit euch.“
Wo sehne ich mich gerade nach Frieden?
Die Jünger saßen hinter verschlossenen Türen.
Welche Türen halte ich in meinem Leben verschlossen?
„Empfangt den Heiligen Geist!“
Wo brauche ich neue Kraft, Mut und Hoffnung?
Franz von Assisi sagt: „Tragt den Frieden zuerst im Herzen.“
Was raubt meinem Herzen den Frieden?
Wie kann ich in dieser Woche ein Werkzeug des Friedens für andere sein?
Segenswünsche
Möge der Geist Gottes unsere Herzen mit seinem Frieden erfüllen.
Möge er Hoffnung schenken, wo Angst und Unsicherheit unser Leben verschließen.
Möge Frieden in unseren Familien wachsen –
durch Geduld, Verständnis, Versöhnung und Liebe.
Möge Gottes Geist unsere Gemeinden stärken,
damit sie Orte des Zuhörens, der Hoffnung und des Miteinanders sind.
Möge der Herr allen Menschen Kraft schenken,
die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einsetzen.
Und möge Gottes Friede die ganze Welt berühren –
dort, wo Krieg, Hass und Gewalt Menschen das Leben verdunkeln.
So segne und begleite uns der gütige Gott.
Ihr
Volkmar Raabe, Diakon