Zum Inhalt springen

Unser spiritueller Impuls zum 12. Sonntag im Jahreskreis - 21. Juni 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Hand hält Glaskugel, die einen Baum kopfüber reflektiert.
Datum:
18. Juni 2026
Von:
Volkmar Raabe

Liebe Leserin, lieber Leser,
Jesus bereitet seine Jünger darauf vor, als seine Boten in die Welt hinauszugehen. Er verschweigt ihnen nicht, dass ihr Weg mit Unsicherheit, Widerstand und auch Angst verbunden sein kann. Und doch spricht er ihnen immer wieder Mut zu: „Fürchtet euch nicht!“

Wie schon die Propheten im Alten Bund erfahren durften, dass Gott sie begleitet und stärkt, so sagt auch Jesus seinen Jüngern seine Nähe zu. Wer in seinem Namen lebt und Zeugnis gibt, darf darauf vertrauen, dass Gott ihn nicht aus dem Blick verliert. Nichts bleibt vor Gott verborgen, und kein Mensch ist ihm gleichgültig.

Das Evangelium lädt dazu ein, auf Gottes Zusage zu hören und sich neu bewusst zu machen: Unser Leben steht unter seinem Blick und in seiner Fürsorge.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
Fürchtet euch nicht vor den Menschen!
Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird,
und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Was ich euch im Dunkeln sage,
davon redet im Licht,
und was man euch ins Ohr flüstert,
das verkündet auf den Dächern!
Fürchtet euch nicht vor denen,
die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!
Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig?
Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde
ohne den Willen eures Vaters.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht!
Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt,
zu dem werde auch ich mich
vor meinem Vater im Himmel bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet,
den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

„Fürchtet euch nicht!“

Eine Hand hält eine Glaskugel in den Himmel.
Der Blick fällt auf einen Baum – lebendig, lichtdurchflutet, voller Kraft. Und doch erscheint alles in der Kugel anders: verdichtet, klarer, beinahe wie eine andere Wirklichkeit.

Vielleicht kann uns dieses Bild helfen, das Evangelium tiefer zu verstehen.

Jesus spricht in eine Zeit der Unsicherheit hinein. Seine Worte klingen nicht weltfremd, sondern erstaunlich ehrlich. Er weiß um Angst, um Ablehnung, um das Dunkel, das Menschen erleben. Und dennoch sagt er immer wieder:
„Fürchtet euch nicht!“

Das ist keine billige Vertröstung.
Es ist eine Einladung, die Welt mit anderen Augen zu sehen – mit den Augen Gottes.

Auch das Bild lädt dazu ein, neu hinzusehen. Die Glaskugel verändert den Blick. Was vorher verschwommen war, bekommt Kontur. Der Baum steht auf dem Kopf und bleibt doch fest verwurzelt.

Vielleicht erinnert uns das daran: Gottes Perspektive ist oft anders als unsere. Wo wir nur Unsicherheit sehen, sieht Gott längst Möglichkeiten. Wo Dunkel unser Herz beschwert, lässt er schon Licht aufscheinen. Und wo wir meinen, verloren zu sein, hält er uns längst in seiner Hand.

„Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.“

Was für ein tröstliches Wort. Nichts an unserem Leben ist Gott gleichgültig – keine Sorge, keine schlaflose Nacht, keine Frage, die wir mit uns tragen. So wie die Hand die Glaskugel behutsam hält, so hält Gott auch unser Leben – aufmerksam, liebevoll und nah.

Gerade deshalb dürfen wir mutig leben. Nicht laut oder besserwisserisch, sondern vertrauensvoll. Wer sich von Gott getragen weiß, muss sich nicht von Angst bestimmen lassen. Das Evangelium ruft uns dazu auf, Hoffnungsmenschen zu sein: Menschen, die Licht weitergeben, die anderen Mut machen und die glauben, dass Gottes Liebe größer ist als alles, was uns bedrängt.

Vielleicht kann diese Woche eine Einladung sein, den Blick neu auszurichten.
Nicht nur auf das, was schwer ist.
Sondern auch auf das, was wächst. Auf das Licht zwischen den Ästen. Auf die Zeichen der Hoffnung mitten im Alltag.

Denn Gott sieht uns.
Er hält unser Leben in seiner Hand.
Und deshalb dürfen wir vertrauen:

Fürchtet euch nicht. Ihr seid unendlich wertvoll.

 

Gedankenanstöße

- Wo lasse ich mich im Alltag von Angst oder Sorgen bestimmen?
- Was hilft mir, darauf zu vertrauen, dass Gott mein Leben kennt und begleitet?
- Welche Botschaft des Evangeliums möchte ich besonders mitnehmen?
- Wo kann ich anderen Mut machen oder Hoffnung schenken?
- Was bedeutet für mich Jesu Zusage: „Fürchtet euch nicht“ ganz konkret?
- Wo wünsche ich mir einen neuen Blick auf mein Leben und meine Situation?

Segenswunsch

Der Gott des Lebens segne dich und schenke dir Vertrauen.
Er begleite dich durch die kommende Woche
mit seinem Licht und seiner Nähe.

Er nehme dir die Angst,
wenn Sorgen dein Herz beschweren,
und stärke dich mit der Gewissheit,
dass du in seiner Hand geborgen bist.

Er öffne deinen Blick
für die Zeichen der Hoffnung am Weg
und schenke dir Menschen,
die dir Mut machen und dich tragen.

So segne dich Gott,
der dich kennt, dich liebt
und keinen Augenblick aus den Augen verliert.

Amen.

 

Mit herzlichen Segenswünschen,
Diakon Volkmar Raabe