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Unser spiritueller Impuls zum 22. Sonntag im Jahreskreis - 30. August 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Kreuz mit Aufschrift im Wald, gespiegelt durch eine Glaskugel, Sonnenlicht und grüne Blätter.
Datum:
27. Aug. 2026
Von:
Volkmar Raabe

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Kreuz steht im Mittelpunkt unseres Glaubens – und zugleich bleibt es ein Zeichen des Widerspruchs. Es erinnert nicht nur an Leid und Tod, sondern eröffnet den Blick auf Gottes Liebe, die stärker ist als alle Macht der Welt. Die Inschrift auf dem Kreuz unseres Bildes bringt diese Botschaft auf den Punkt: „Gottes Liebe ist stärker.“ Was menschlich nach Scheitern aussieht, wird durch die Auferstehung zum Zeichen der Hoffnung und des neuen Lebens.

Wie schon die Propheten im Alten Bund erfahren durften, dass Gott sie begleitet und stärkt, so sagt auch Jesus seinen Jüngern seine Nähe zu. Wer in seinem Namen lebt und Zeugnis gibt, darf darauf vertrauen, dass Gott ihn nicht aus dem Blick verliert. Nichts bleibt vor Gott verborgen, und kein Mensch ist ihm gleichgültig.

Das Evangelium lädt dazu ein, auf Gottes Zusage zu hören und sich neu bewusst zu machen: Unser Leben steht unter seinem Blick und in seiner Fürsorge.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus. Mt 16,21–27

In jener Zeit
21 begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären:
Er müsse nach Jerusalem gehen
und von den Ältesten
und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden,
getötet
und am dritten Tag auferweckt werden.
22Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen,
und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!
23Jesus aber wandte sich um
und sagte zu Petrus: Tritt hinter mich, du Satan!
Ein Ärgernis bist du mir,
denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
24Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
25Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
wird es finden.
26Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,
dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
27Der Menschensohn
wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommen
und dann wird er jedem nach seinen Taten vergelten.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Ein Blick durch die Glaskugel

Die Glaskugel auf dem Bild zieht den Blick auf sich. In ihr erscheint das Kreuz klar und deutlich, während der Hintergrund weich und lichtdurchflutet bleibt. Auf dem Querbalken lesen wir: „Gottes Liebe ist stärker.“

Es ist, als würde die Glaskugel unseren Blick neu ausrichten: Nicht alles, was unser Leben bestimmt, ist auf den ersten Blick zu erkennen. Erst wenn wir das Kreuz in die Mitte stellen, verändert sich die Perspektive.

Gerade dort, wo wir Grenzen, Leid oder Unsicherheit erfahren, erinnert uns diese Botschaft daran, dass Gottes Liebe das letzte Wort hat.

Die Zumutung des Evangeliums

Jesus spricht offen von Leiden, Ablehnung und Tod. Petrus wehrt sich dagegen. Er möchte einen starken Messias, keinen leidenden. Seine Reaktion ist menschlich – so menschlich wie unsere eigenen Wünsche nach einem Gott, der Krisen verhindert, Kriege beendet, Krankheiten heilt und Sorgen einfach verschwinden lässt.

Doch Jesus weist auf einen anderen Weg. Er nimmt das Leid nicht leicht und verherrlicht es nicht. Er geht hindurch – im Vertrauen auf den Vater.

Darum ist das Kreuz nicht das Ende der Hoffnung, sondern der Ort, an dem Gottes Liebe stärker ist als Hass, Gewalt und Tod. Auferstehung beginnt nicht erst am leeren Grab. Sie beginnt dort, wo Menschen trotz Dunkelheit an Gottes Treue festhalten.

Hoffnung in unserer Zeit

In einer Zeit, in der Kriege, Unsicherheit und gesellschaftliche Spannungen viele Menschen belasten, lädt uns dieses Evangelium ein, den Blick nicht von der Hoffnung abzuwenden.

Wer Christus nachfolgt, trägt vielleicht Lasten – aber niemals allein. Der Auferstandene geht jeden Weg mit. Er schenkt Kraft, wo unsere Kraft endet, Mut, wo Angst lähmt, und Frieden, den die Welt nicht geben kann.

Vielleicht besteht unser Kreuz heute darin, Versöhnung zu suchen, Geduld zu bewahren oder Verantwortung zu übernehmen. Jeder Schritt aus Liebe lässt etwas von Gottes Reich sichtbar werden.

Bitten wir den Herrn, dass wir unseren Blick immer wieder auf ihn richten. Dann wird das Kreuz nicht zum Zeichen der Niederlage, sondern zum Zeichen der Hoffnung – für unser Leben und für diese Welt.

Gedankenanstöße

  • Wo fordert mich Jesus heraus, ihm neu zu vertrauen?
  • Welches Kreuz trage ich – und wer trägt es mit mir?
  • Wo entdecke ich Hoffnung, obwohl vieles dagegenzusprechen scheint?
  • Wie kann ich in dieser Woche ein Zeichen der Hoffnung für andere sein?

Segenswunsch

Gott segne dich mit der Kraft des Kreuzes, der Hoffnung der Auferstehung und der Gewissheit, dass Christus jeden Weg mit dir geht. Er schenke dir Vertrauen, wenn der Weg schwer wird, und ein Herz, das nie aufhört, auf seine Liebe zu hoffen. Amen.

Mit herzlichen Segenswünschen,

Diakon Volkmar Raabe