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Unser spiritueller Impuls zum 20. Sonntag im Jahreskreis - 16. August 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Eine blühende Ranke hängt vor einer Bruchsteinmauer unterhalb eines Gartens
Datum:
13. Aug. 2026
Von:
Januarius Mäurer

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie unterschiedlich können Streitgespräche ausgehen. Doch damit muss man rechnen, wenn man in ein Gebiet geht, in dem man Ausländer ist. Es ist einzigartig in der Geschichte Jesu, dass er einem hilfesuchenden Menschen so schroff gegenübertritt. Er stellt sich und uns die Frage: was ist mein Auftrag. Diese Frage stellt sich wohl oft im Laufe des Tages auch für jeden von uns. Da braucht es so eine Art innere Festigkeit. Auf der einen Seite nicht stur zu sein und auf der anderen Seite sich nicht zum Sklaven anderer Interessen zu machen. Da will man mal für einen Augenblick seine Ruhe haben und genau dann kommt so eine „Arme Seele“ und stört. Dass man da die Antwort gibt: „Ich bin nicht zuständig!“ Genauso haben wir sicher alle schon einmal reagiert. Ein Blick zum Bild zeigt uns wie man mit Widerstand auch umgehen kann. Dazu gehört dann Ausdauer und geduldiges Weitererwachsen. Doch da gibt es bei Mattäus etwas zu lernen: lesen sie mal in Ruhe nach.

Jesus begegnet einer syro-phönizischen Frau, Matthäus 15, 21-28

In jener Zeit
 zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück.
Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jener Gegend kam zu ihm
und rief: Hab Erbarmen mit mir,
Herr, du Sohn Davids!
Meine Tochter wird von einem Dämon gequält.
Jesus aber gab ihr keine Antwort.
Da traten seine Jünger zu ihm
und baten: Schick sie fort,
denn sie schreit hinter uns her!
Er antwortete:
   Ich bin nur
   zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.
Doch sie kam, fiel vor ihm nieder
und sagte: Herr, hilf mir!
Er erwiderte:
   Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen
   und den kleinen Hunden vorzuwerfen.
Da entgegnete sie: Ja, Herr!
Aber selbst die kleinen Hunde essen von den Brotkrumen,  die vom Tisch ihrer Herren fallen.
Darauf antwortete ihr Jesus:
   Frau, dein Glaube ist groß.
Es soll dir geschehen, wie du willst.
Und von dieser Stunde an
   war ihre Tochter geheilt.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Ist es nun der große Glaube oder die beharrliche Liebe der Mutter, durch die ihre Tochter Heilung erfährt? Vielleicht ist diese Unterscheidung gar nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass hier ein Herz nicht aufhört zu hoffen. Wir alle tragen eigene Vorurteile mit uns — und auch die Vorurteile anderer. Manchmal sind sie uns wie eine zweite Haut geworden: vertraut, schützend und doch begrenzend.

Was aber kann uns bewegen, loszulassen, was uns lieb und gewohnt geworden ist? Wenn wir auf diese Mutter schauen, begegnen wir einer tiefen Klugheit des Glaubens. Sie versetzt sich in Jesus hinein, achtet seinen Auftrag und erkennt doch zugleich: Gottes Erbarmen lässt sich nicht einsperren. Es geht um den rechten Umgang mit dem, was uns wertvoll ist. Ja, wir sollen Perlen nicht vor die S…. werfen. Und doch fragt uns das Evangelium: Was ist ein Mensch wert? Ist mir der Fremde so kostbar wie der Vertraute? Kann ich im zufällig Nächsten den Menschen erkennen, den Gott mir anvertraut?

Darin öffnet sich der Weg der Liebe, von dem das große Wort spricht: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Es geht um einen Lernprozess des Herzens. Was für uns eine große Hilfe sein kann, ist die Tatsache, dass selbst Jesus diesen Lernprozess brauchte.

Gehen wir also in den Alltag mit einer frohen Gewissheit, wenn ich offen bin für die eigene Not und die der Nächsten, kann ich für uns beide einen heilenden Weg finden.

Ich denke da an einen Freund, der sagte sein Morgengebet sei:

Lieber Gott mach mich aufmerksam für die Menschen, die mich brauchen
Und schicke mir die Menschen, die ich brauche.

Ich wünsche uns eine wache Aufmerksamkeit,

Jan. Mäurer Pfr.i R