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Unser spiritueller Impuls zum 23. Sonntag im Jahreskreis - 6. September 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Mehrere Menschen stehen im Kreis, nur ihre Schuhe sind sichtbar.
Datum:
3. Sept. 2026
Von:
Volkmar Raabe

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gemeinschaft ist mehr als ein Kreis von Menschen, die zusammengehören. Sie lebt davon, dass wir füreinander Verantwortung übernehmen – auch dann, wenn etwas schwierig wird. Nicht nur falsche Worte oder Überzeugungen können eine Gemeinschaft belasten. Oft sind es verletzende Handlungen, Wegschauen oder das Schweigen, wo ein offenes Wort nötig wäre. Jesus zeigt uns im heutigen Evangelium einen Weg, wie wir damit umgehen können: nicht übereinander reden, sondern miteinander; nicht vorschnell verurteilen, sondern das Gespräch suchen; nicht den anderen aufgeben, sondern versuchen, ihn zurückzugewinnen. Denn jeder Einzelne trägt dazu bei, ob in einer Gemeinschaft das Gute wachsen kann. Und wo Menschen sich ehrlich begegnen und gemeinsam nach einem guten Weg suchen, dürfen wir darauf vertrauen: Christus ist mitten unter ihnen.

Wie schon die Propheten im Alten Bund erfahren durften, dass Gott sie begleitet und stärkt, so sagt auch Jesus seinen Jüngern seine Nähe zu. Wer in seinem Namen lebt und Zeugnis gibt, darf darauf vertrauen, dass Gott ihn nicht aus dem Blick verliert. Nichts bleibt vor Gott verborgen, und kein Mensch ist ihm gleichgültig.

Das Evangelium lädt dazu ein, auf Gottes Zusage zu hören und sich neu bewusst zu machen: Unser Leben steht unter seinem Blick und in seiner Fürsorge.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!
Hört er auf dich,
so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
Hört er aber nicht auf dich,
dann nimm einen oder zwei mit dir,
damit die ganze Sache
durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen
entschieden werde.
Hört er auch auf sie nicht,
dann sag es der Gemeinde!
Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht,
dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Amen, ich sage euch:
Alles, was ihr auf Erden binden werdet,
das wird auch im Himmel gebunden sein,
und alles, was ihr auf Erden lösen werdet,
das wird auch im Himmel gelöst sein.
Weiter sage ich euch:
Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,
werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Wo zwei oder drei zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Ein Satz, der zunächst ganz unscheinbar klingt. Zwei oder drei Menschen – das ist keine große Gemeinschaft. Kein voller Kirchenraum, keine beeindruckende Zahl. Und doch sagt Jesus: Ich bin mitten unter euch.

Das Bild der vielen Füße macht etwas davon sichtbar. Jeder Mensch kommt mit seinem eigenen Weg, seiner eigenen Geschichte, seinen Erfahrungen und manchmal auch seinen Verletzungen. Unterschiedliche Schuhe, unterschiedliche Schritte – und doch stehen sie zusammen. Keiner muss genauso sein wie der andere, damit Gemeinschaft gelingt.

Vielleicht ist genau das Jesu Zusage: Ihr müsst nicht perfekt miteinander sein. Aber ihr sollt miteinander bleiben.

Wo Menschen miteinander reden, statt übereinander. Wo einer den Mut findet, einen anderen anzusprechen. Wo Vergebung möglich wird. Wo jemand nicht wegschaut, wenn ein anderer Hilfe braucht. Wo Menschen füreinander einstehen und gemeinsam nach einem guten Weg suchen – dort ist Christus gegenwärtig.

Und manchmal braucht es gar nicht viele. Vielleicht sind es zwei Menschen, die nach einem Streit wieder miteinander sprechen. Zwei, die gemeinsam einen Kranken besuchen. Drei, die am Grab eines geliebten Menschen stehen. Drei, die miteinander beten, obwohl ihnen die Worte fehlen.

Jesus verspricht nicht, dass alles einfach wird, wenn wir zusammenkommen. Aber er verspricht: Ihr seid nicht allein. Ich bin mitten unter euch.

Vielleicht dürfen wir diesen Satz heute ganz persönlich hören. Gerade dort, wo wir uns nach Nähe sehnen. Gerade dort, wo etwas zwischen Menschen zerbrochen ist. Gerade dort, wo wir uns fragen, ob ein neuer Anfang noch möglich ist.

Wo zwei oder drei sich aufeinander zubewegen, wo einer dem anderen die Hand reicht und wo Menschen gemeinsam den nächsten Schritt wagen – da ist Jesus. Mitten unter uns.

 

Gedankenanstöße

  • Wo Menschen füreinander da sind, muss niemand seinen Weg allein gehen.
  • Manchmal beginnt Versöhnung mit einem einzigen ehrlichen Satz.
  • Nicht die Zahl der Menschen zählt, sondern die Liebe, mit der wir einander begegnen.
  • Wo wir einander zuhören, kann Christus Raum gewinnen.
  • Wo zwei oder drei im Guten verbunden sind, ist Jesus mitten unter ihnen.

 

Segen

Guter Gott,
segne unsere Wege und die Menschen,
denen wir begegnen.

Schenke uns offene Herzen,
Mut zur Versöhnung
und den Blick füreinander.

Sei du mitten unter uns
und lass durch unser Miteinander
dein Gutes wachsen.

So segne uns der Vater,
der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 

Mit herzlichen Segenswünschen,

Diakon Volkmar Raabe