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Gründungsgottesdienst der Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis:Ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Aufbruch

Blick ins Kirchenschiff  beim Gründungsgottesdienst
Ein besonderer Moment für den Odenwald: Am Sonntag (1.) wurde mit dem feierlichen Gründungsgottesdienst die neue katholische Pfarrei „Guter Hirte im Odenwaldkreis“ offiziell ins Leben gerufen. Schon beim feierlichen Einzug zu Beginn des Gottesdienstes war zu merken: Hier beginnt etwas Neues. Messdiener, Wortgottesleiterinnen und -leiter, Mitglieder der Steuerungsgruppe, Geistliche, das neue Leitungsteam sowie Generalvikar Sebastian Lang zogen gemeinsam in die voll besetzte Kirche ein. Ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Aufbruch.
Datum:
2. Feb. 2026
Von:
Christiane Raabe | Redaktion
Gruppenfoto mit Generalvikar Dr. Sebastian Lang

Was am 1. Januar zunächst still und beinahe unbemerkt durch die Errichtung der neuen Pfarrei durch Bischof Peter Kohlgraf rechtlich vollzogen worden war, erhielt nun seinen sichtbaren und emotionalen Ausdruck. Der Gründungsgottesdienst machte deutlich, was in den vergangenen Jahren gewachsen ist: eine lebendige Gemeinschaft, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht hat – mit Vertrauen, Engagement und dem festen Willen, Kirche vor Ort neu zu gestalten.

Der Leitende Pfarrer Harald Poggel begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes die zahlreich versammelte Gemeinde. Besonders hieß er Generalvikar Sebastian Lang willkommen, der im Verlauf der Feier die Gründungsurkunde der neuen Pfarrei offiziell überreichte. Ebenso richtete er Worte des Grußes an die anwesenden Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft sowie an die Vertreter anderer Religionsgemeinschaften.

 

Dr. Tobias Robischon (Michelstadt) spricht stellvertretend für die anwesenden Bürgermeister

In seinen einleitenden Worten machte Poggel deutlich, dass mit diesem Gottesdienst nun sichtbar und feierlich vollzogen werde, was de facto bereits seit dem Jahresbeginn Bestand habe: die neue Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis. Durch die gemeinsame Feier werde aus dem formalen Akt ein lebendiges Zeichen des Zusammenwachsens – getragen von Gemeinschaft, Glauben und dem gemeinsamen Blick nach vorn.

In seiner Festansprache griff Generalvikar Sebastian Lang, der eigens aus Mainz angereist war, um dem Gottesdienst vorzustehen, den Namen der neuen Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis auf. Er stellte ihn in den Mittelpunkt seiner Gedanken und schlug damit eine Brücke zwischen Struktur und gelebtem Glauben.

Lang machte deutlich, dass Organisationen zwar klare Zuständigkeiten, Regeln und Abläufe benötigen – mit dem Vorteil, unabhängig von Personen entscheiden zu können. Gleichzeitig bringe dies jedoch auch Herausforderungen mit sich: Bürokratie, Anonymität und mitunter die Schwierigkeit, überhaupt einen Ansprechpartner zu finden. Genau hier solle die neue Pfarrei einen anderen Weg gehen.

Egon Scheuermann spricht für die Ev. Dekanate Odenwald und Vorderer Odenwald

Es gehe nicht darum, Verwaltung in den Vordergrund zu stellen oder die bisherige Gemeindearbeit einfach fortzuschreiben. Vielmehr solle neu geschaut werden, was sinnvoll zentral organisiert werden kann – und was weiterhin vor Ort lebendig bleiben muss. Entscheidend sei, dass durch die Vernetzung auch kleinere Gemeinden Teil eines lebendigen Ganzen bleiben und ihre Erfahrung einbringen können.

Der eigentliche Gewinn der neuen Pfarrei liege, so Lang, jedoch woanders: darin, nicht allein unterwegs zu sein. Glauben bedeute Gemeinschaft – miteinander zu teilen, sich gegenseitig zu stärken und darauf zu vertrauen, dass Christus selbst den Weg mitgeht. So wie der Gute Hirte, der seine Schafe kennt und von ihnen erkannt wird.

Ein sichtbares Zeichen des neuen Miteinanders zeigte sich auch in der aktiven Mitgestaltung des Gottesdienstes: Die verschiedenen Dienste und Aufgaben wurden bewusst von Menschen aus allen Gemeinden der neuen Pfarrei übernommen. Besonders eindrucksvoll war dabei das Bild der mehr als 40 Messdienerinnen und Messdiener, die in ihren unterschiedlichen Gewändern die Vielfalt der Pfarrei widerspiegelten – und zugleich eindrucksvoll ihre Einheit sichtbar machten.

Auch musikalisch wurde diese Vielfalt hörbar. Ein Projektchor unter der Leitung von Simone Seeger, die Musikband Thalia, Franz Bürkle an der Orgel sowie die Kirchenmusik Seckmauern unter der Leitung von Christof Hener gestalteten den Gottesdienst gemeinsam und verliehen ihm einen feierlichen, zugleich lebendigen musikalischen Rahmen. So wurde auch in der Musik spürbar, was die neue Pfarrei ausmacht: viele Stimmen, ein gemeinsamer Klang.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurden noch einmal wichtige Zeichen für den Neubeginn gesetzt. Den hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überreichte Generalvikar Sebastian Lang die neuen bischöflichen Dekrete, während den Verwaltungsangestellten feierlich die neuen Kirchenbücher übergeben wurden – sichtbare Zeichen für die nun offiziell aufgenommene gemeinsame Arbeit in der neuen Pfarrei. Zudem segnete er ein von Künstlerin Eva Ludwig geschaffenes Bild des Guten Hirten, das künftig in der Pfarrkirche in Erbach seinen Platz finden wird.

Die neue Pfarrei auf der Landkarte

Für die Ehrenamtlichen richtete anschließend Rita Germann den Blick sowohl zurück als auch nach vorn. Sie erinnerte an den Weg bis zur Gründung der neuen Pfarrei, der von vielen Gesprächen, Engagement und Vertrauen geprägt war. Gleichzeitig formulierte sie einen Ausblick, der den Geist des Tages treffend zusammenfasste:
„Wir sind bereit, unsere Begabungen, unsere Zeit – ja, Herz und Hand – miteinander einzubringen, um die Pfarrei zu gestalten und zu beleben.“ Worte, die deutlich machten, worauf es für das Zusammenwachsen der neuen Pfarrei in Zukunft ankommen wird.

Auch aus Politik und Ökumene kamen Grußworte: Tobias Robischon überbrachte die Glückwünsche der politischen Gemeinden, während Egon Scheuermann die Grüße der evangelischen Dekanate im Odenwald übermittelte – ein weiteres Zeichen der Verbundenheit über Konfessionsgrenzen hinweg.

Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst waren alle Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein in den Saal unter der Kirche eingeladen. In entspannter Atmosphäre bot sich Gelegenheit zu Begegnung, Austausch und persönlichen Gesprächen – ganz im Sinne des neu gewachsenen Miteinanders.

Den Abschluss dieses besonderen Tages gestaltete Harald Poggel mit dem Abendlob in der Pfarrkirche in Erbach. In ruhiger, besinnlicher Atmosphäre klang der Gründungstag aus – getragen von Dankbarkeit, Gemeinschaft und Zuversicht für den gemeinsamen Weg der neuen Pfarrei.