Verstärkung für das Pastoralteam:Vorstellung von Pater Biju Joseph Chirathara und Kaplan Lukas Tyczka
Am Ende der Sommerferien feiern wir einen gemeinsamen Willkommensgottesdienst der Pfarrei für Pater Biju und Kaplan Lukas Tyczka: Sonntag, 09.08. um 10:30 Uhr in Groß-Umstadt. Eine erste Vorstellung der beiden finden Sie hier. Wir freuen uns, dass es weitergeht und beide zu uns kommen!
Pater Biju Joseph Chirathara

Liebe Schwestern und Brüder,
mein Name ist Pater Biju Joseph Chirathara. Ich komme aus Indien, bin 54 Jahre alt und gehöre der Heilig-Geist-Ordensgemeinschaft an. Mit großer Freude und Dankbarkeit darf ich nun in der Pfarrei Heilig Geist Otzberger Land unter Ihnen leben und dienen.
Mein Weg zum Priestertum begann schon früh. Nach meiner Erstkommunion war ich viele Jahre Ministrant. Besonders geprägt haben mich die tägliche Teilnahme an der Eucharistiefeier, das gemeinsame Abendgebet in meiner Familie und das vorbildliche Leben vieler Priester, die mich inspirierten. Meine Eltern haben uns den Glauben mit Liebe vermittelt. Dieser Glaube begleitet mich seit meiner Kindheit und – wie ich gerne sage – er fließt in meinem Blut.
Am 24. Februar 2000 wurde ich zum Priester geweiht. In den ersten sieben Jahren meines priesterlichen Dienstes war ich in einer Dorfpfarrei tätig, die zwölf Dörfer umfasste, sowie in einer Schule und einem Internat. Anschließend durfte ich sechs Jahre als Kaplan im Bistum Mainz wirken, davon fünf Jahre in Reinheim.
Im Jahr 2014 wurde ich für sechs Jahre zum Provinzial meiner Ordensgemeinschaft gewählt. Danach durfte ich weitere sechs Jahre als Stellvertreter des Generaloberen Verantwortung übernehmen.
Auf meinem priesterlichen Lebensweg durfte ich vielen Menschen auf ihrem Glaubensweg zur Seite stehen. Dabei hat mich besonders ein Wort aus der Heiligen Schrift inspiriert:
„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jak 1,19)
Dieses Wort erinnert mich daran, Menschen mit offenem Herzen zu begegnen, zuzuhören und sie geduldig auf ihrem Weg zu begleiten.
Wir sind alle Kinder Gottes und der Glaube kann alle Menschen über Grenzen von Sprache, Kultur und Nation hinweg miteinander verbinden.
Wir leben heute in einer Zeit großer Veränderungen. Gerade in Europa stehen Kirche und Glaube vor neuen Herausforderungen. Viele Menschen fragen sich, welche Bedeutung der Glaube noch für ihr Leben hat. Die zunehmende Säkularisierung, Einsamkeit, gesellschaftliche Unsicherheit und ein starkes Streben nach Individualität führen dazu, dass religiöse Traditionen oft an Bedeutung verlieren. Für manche scheint Gott im Alltag kaum noch eine Rolle zu spielen.
Gleichzeitig spüren viele Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Orientierung, Hoffnung und einem tragenden Sinn. Gerade in einer Zeit, in der vieles unsicher geworden ist, kann der christliche Glaube eine Quelle der Kraft sein. Glauben heute bedeutet vielleicht weniger Selbstverständlichkeit als früher – aber gerade deshalb eine bewusste Entscheidung.
Als Priester sehe ich darin nicht nur eine Schwierigkeit, sondern auch eine Chance: Kirche kann heute neu lernen, Menschen zuzuhören, ihre Fragen ernst zu nehmen und den Glauben nicht aufzudrängen, sondern glaubwürdig vorzuleben. Besonders wichtig erscheint mir dabei die Begegnung – ein offenes Herz, ehrliches Zuhören und das gemeinsame Suchen nach Gottes Spuren im Alltag.
Ein Wort Jesu schenkt mir dabei Hoffnung:
„Habt keine Angst!“ (Mt 14,27)
Denn auch in schwierigen Zeiten bleibt Gott gegenwärtig. Der Glaube wächst dort, wo Menschen Gemeinschaft erfahren, Vertrauen lernen und die Liebe Gottes konkret erleben. Papst Franziskus erinnert uns immer wieder daran, dass die Kirche eine Kirche der offenen Türen sein soll – eine Kirche, die hinausgeht, Menschen begleitet und ihnen die barmherzige Liebe Gottes erfahrbar macht.
Ich wünsche mir, gemeinsam mit Ihnen Wege zu entdecken, wie wir den Glauben heute in unserer Umgebung lebendig und glaubwürdig leben können. Dabei möchte ich nicht nur Priester für die Gemeinde sein, sondern mit Ihnen gemeinsam als Pilger des Glaubens unterwegs sein – im Vertrauen darauf, dass Gott uns führt und begleitet.
Ich freue mich sehr darauf, Sie wiederzusehen, Sie kennenzulernen, mit Ihnen Glauben zu leben und gemeinsam Kirche zu gestalten.
Gottes reichen Segen für uns alle!
Ihr
Pater Biju Joseph Chirathara
Ein neuer Kaplan …

Liebe Geschwister im Glauben,
nach meiner Priesterweihe am 6. Juli 2024 im Hohen Dom zu Mainz, bin ich von Gießen, wo ich als Diakon eingesetzt war, nach Worms gezogen. An meiner ersten Kaplanstelle, der inzwischen neugegründeten Pfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau, durfte ich zwei Jahre lang die vielfältigsten Erfahrungen machen. Umso mehr freue ich mich auf meine zweite Ausbildungsstelle bei Ihnen im Otzberger Land, wo ich das bisher Erlernte weiter vertiefen kann und mit Neuem anreichern darf.
Bald ist es so weit, dass wir uns auch persönlich begegnen werden. Denn ab dem 1. August beginne ich meinen Dienst in Ihrer Pfarrei Heilig Geist. Auch wenn ich in Groß-Umstadt wohnen und der Ansprechpartner vor Ort sein werde, bin ich in der gesamten Pfarrei tätig.
Mit meinen 43 Jahren gehöre ich – Lukas Tyczka – zum älteren Semester, denn mein Theologie- und Philosophiestudium liegt schon etwas länger zurück, sodass ich auf einige berufliche Stationen zurückschauen darf. Unter anderem war ich Ordensmann, Krankenpflegehelfer, Gymnasiallehrer und Pastoralreferent, bevor ich mich für den priesterlichen Dienst im Bistum Mainz entschieden habe.
Als gebürtiger Oberschlesier, der jedoch im Rheinland aufwuchs, kann ich mein schlesisch-rheinisches Temperament nicht verbergen, aber auch nicht meine Leidenschaft für meinen Dienst am Menschen. Klassisch habe ich mich als Kind und Jugendlicher bei den Messdienern, in Chören und in der Jugendverbandsarbeit des BDKJ engagiert; letztere führte mich 2008 beruflich in die Wetterau.
Schnell werden Sie bemerken, dass mein Herz für kranke und alte Menschen brennt. Ein besonderes Herzensanliegen ist mir die Sterbebegleitung sowie die Trauerbegleitung der Hinterbliebenen. Aber auch alles andere bereitet mir Freude, wenn es ein Dienst am und für den Menschen ist. Vielleicht beschreibt mich das Leitwort [vgl. Röm 12,15] meiner Diakonenweihe (23.10.2022) ganz gut: „Freut euch mit den Fröhlichen; weint mit den Weinenden.“ Aber machen Sie sich selbst ein Bild, bei unserem baldigen Kennenlernen.
Es wird meine zweite Kaplanstelle bei Ihnen sein, so muss ich noch einiges lernen und in vieles hineinwachsen. Daher bitte ich Sie jetzt schon um Nachsicht und Geduld, wenn ich Fehler mache, und freue mich über Ihre konstruktive Kritik, Ihre Unterstützung und gemeinsames Gestalten unseres Pfarreilebens, aber auch um Ihr begleitendes Gebet für meinen priesterlichen Dienst.
Mit Vorfreude grüßt Sie herzlich
Ihr Kaplan Lukas