"Pick-A-Dilly"

"Die brüllenden Sechziger" - Die zweite Veranstaltung der Reihe "Pick-up"

Picc-a-Dilly (c) KÖB Erbach (Ersteller: KÖB Erbach)
Picc-a-Dilly
So 9. Apr 2017
KÖB-Team
"Pick-A-Dilly - selten hatten gab es so einen vieldeutigen Titel. Wie immer lassen wir nichts liegen. Picken Sie mit und es ist dilly!. Ein Date wie’s im Buche steht zum dabei sein und schwelgen." Damit lässt es sich immer wieder etwas Originelles einfallen, dieses eingespielte Team der katholischen öffentlichen Bücherei St. Sophia. Tradition hat der kulinarisch-literarische Abend, der in diesem Jahr seine Gäste in die "Roaring Sixties" entführt hat. Vier Stunden lang drehte sich am Samstag alles um das Motto "Pick-A-Dilly".

Nicht der Brexit, sondern die Liebe zu der Seite der Briten, wo man sie einfach nur gern haben kann, bestimmte das Bild des Abends. Zum zweiten Mal stand ein Pickup-Geländewagen im Hof der Bücherei bereit, um symbolisch alles ein- und wieder auszuladen, was das Königreich an Originellem zu bieten hat; vorzugsweise aus der Zeit, als die Beatles von Liverpool aus die Welt musikalisch eroberten. Doch bis die Besucher am eigentlichen Ort des Geschehens angekommen waren, hieß es zunächst Schlange stehen und in den Routemaster einsteigen. Nach einer gefühlten kurzen Fahrt auf der Carnaby-Street; wahlweise auf dem berühmten Zebrastreifen in der Abbey-Road, war die zur British National Library umbenannten Bücherei ein Zwischenstopp wert. Gereicht wurde Fish & Chips in der Tüte und schon ging es weiter in der gefühlten U-Bahn in Richtung Palace Pub.

Als selbiges diente das ehrwürdige Palais, das sich an diesem Abend vor symbolträchtigen Fotoaufnahmen Londoner Sehenswürdigkeiten nicht retten konnte. Eine Union-Jack-Flagge umspannte würdevoll die Theke und eine Vielzahl an blau-weiß-roten gestreiften Fähnchen auf den Tischen ließen keine Zweifel daran, dass Huhn im Topf nach Farmerart sowie Lamm-Pie und ein Lachs-Steak für Dinner auf Britisch stehen. Als Vorspeise dienten Sandwiches, Roastbeef, Scottish Eggs und Zwiebel-Apfel-Chutney. Und zum Dessert wurden zu Fruchtcremes, geeistem Zitronen-Souffle und Orangen-Mandelkuchen Gin, Portwein und - ganz nach "Asterix bei den Briten" - heißes Wasser mit Milch serviert.

Als der Tee nach Britannien kam.

Als der Tee nach Britannien kam.

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Luftgitarre - man kann sie rauslassen.

Luftgitarre - man kann sie rauslassen.

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Zwischendurch wurde gerockt, was das Zeug, bestehend aus aufblasbaren E-Gitarren, hergab. Zum Einzug der Rentnerband ertönte der Beatles-Song "When I'm 64" und an der Theke galt es, den Gast zu ermitteln, der im Fünfsekunden-Finale über die größte Puste verfügte. Veralbert wurde die Seeschlacht bei Trafalgar und als literarischer Beitrag eignete sich Edgar Wallace bestens dazu, das Wissen des Publikums über Krimis made in Britain abzufragen.
Das Büchereiteam um Willi und Ursula Weiers nahm die Royals ebenso auf die Schippe wie ihre politische Führung. "Der Brexit ist der Versuch der Briten, noch greater als great zu sein", flößte Willi Weiers augenzwinkernd und wedelnd mit dem Originalsäbel des Lord Nelson Respekt vor der Krone ein. Vergebens. Das Volk jubelte, dachte sich seinen Teil aber dazu, als zum Finale Queen Elisabeth und Prinz Charles (gespielt von Stellvertretern aus dem Bücherei-Team) mit einem Smiley auf den Lippen durch die Tischreihen schlenderten. Ehrfurchtsvoll stimmten die Gäste zu einem finalen "God save the Queen" ein.