Schmuckband Kreuzgang

Prickelnde Kirche in Finthen

„Die Kirche hat geprickelt….und prickelt weiter!“

Zukunftswerkstatt - Gespräche (c) Pfarrei St. Martin, Mz-Finthen
Zukunftswerkstatt - Gespräche
Mo 4. Nov 2019
Thorsten Geiß

Dass es in unserer Kirche und speziell in der Kirchengemeinde St. Martin wirklich prickeln kann, hat das diesjährige Große Gebet gezeigt, das mit einer Zukunftswerkstatt und zahlreichen anderen Veranstaltungen verbunden war. Schon am Vorabend wurde dieses Gebet ökumenisch eingeläutet: mit großer Beteiligung fand eine Lichterprozession für den Frieden von der evangelischen zur katholischen Kirche statt, verbunden mit einer jeweils kurzen Andacht in den beiden Gotteshäusern. Ein Zeichen dafür, dass wir die doch so katholische Tradition eines Großen Gebetes auch ökumenisch gefüllt werden kann und dass Christen beider Konfession für das derzeit immens wichtige Thema „Frieden“ ein Zeichen setzen können!

Mit einem fast vollbesetzten Gottesdienst startete dann das Große Gebet am Sonntag. Die Liedzeile: „Mit dir Martin wollen wir […] ausprobiern wie Kirche heute geht“ wurde zu einem Leitthema des Tages. Mit vielen Ideen wurde nach der Eucharistiefeier die Zukunftswerkstatt gestaltet. Lob, Kritik, Visionen und konkrete Vorschläge haben hier ihren Platz gefunden. Viele bunte Zettel haben die aufgestellten Moderationswände gestaltet und gezeigt, wie bunt und vielfältig Kirche und Gemeinde auch heute ist. Die Zettel werden ausgewertet, der neu zu wählende Pfarrgemeinderat wird sich ihrer annehmen und an den zahlreichen Themen arbeiten, so dass im Lauf des nächsten Jahres auch Antworten auf einen zumindest gehörigen Teil der Zukunftswerkstatt gegeben werden kann.

Es gab aber auch noch viele andere Möglichkeiten, an diesem Tag Kirche zu erleben. In der Kirche selbst gab es neben zwei gestalteten Gebetsstunden vom Taizé-Kreis und den ortsansässigen Schwestern Möglichkeiten, die persönliche Beziehung zu Gott zu pflegen. An einer neu errichteten „Klagemauer“ konnten (und können auch weiterhin) persönliche Lebenssituation aufgeschrieben und in der Mauer abgelegt werden können. An einer weiteren Station konnten Fürbitten aufgeschrieben werden, die dann in der Schlussstunde mit Weihrauch verbrannt wurden und damit symbolisch im Gebet zu Gott gestiegen sind. An einer weiteren Station konnte man einen Strahl beschriften, der dann mit vielen anderen zu einer Monstranz zusammengetan wurde. So entstand ein Bild dafür, dass wir Jesus Christus, die Mitte unseres Glaubens und unserer Kirche in die Welt strahlen lassen wollen.

Das Allerheiligste war den ganzen Tag in der Kirche ausgesetzt als Zeichen, das er der Mittelpunkt unseres Tages ist, auch für das was außerhalb der Kirche stattgefunden hat. Neben der schon erwähnten Zukunftswerkstatt gab es noch im Gemeindezentrum die Möglichkeit, über den Glauben ins Gespräch zu kommen und sich mit damit gemeinsam mit dem Glauben zu beschäftigen. In der Radfahrerhalle fanden zwei Podiumsdikussionen zu den Themen „Kirche und Politik“ sowie „Kirche und Schöpfung“ statt.

Zwischendurch gab es auch ein gemeinsames Mittagessen und sonstige Möglichkeiten, sich zwischendurch zu stärken. Für die Kinder wurde im katholischen Kindergarten St. Martin ein Kinderprogramm angeboten.

Den feierlichen Abschluss bildete die Schlussandacht in der Kirche, wo alle Programmpunkte noch einmal ins Gebet gebracht wurden und wir mit dem Segen Gottes neu auf den Weg geschickt werden konnten.

Die Beteiligung an diesem Tag war großartig wie auch die Bereitschaft, den Tag vorzubereiten und mitzugestalten. Kaum jemand hat auf Anfragen „Nein“ gesagt, das Interesse war groß. Dafür kann man nicht dankbar genug sein. Ist dies doch ein Zeichen, dass Kirche auch heute interessant, belebend, aufschäumend, dynamisch und eben „prickelnd“ sein kann… und es hat nicht nur geprickelt, es wird auch weiter prickeln, in Finthen und darüber hinaus.

Zukunftswerkstatt am 20. Oktober in Finthen

Prickelnde Gespräche

Mo 4. Nov 2019
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