Schmuckband Kreuzgang

LebensraumOrientierte Seelsorge in Mainz - LOS

Was ist  LOS ?

Lebensgefühle, Lebensentwürfe, Lebensräume, existentielle Fragen der Menschen wahrnehmen, den Blick öffnen für das, was Menschen bewegt, wo Spuren von Gottes Geist in ihrem Alltag sichtbar werden, welche religiöse oder quasi-religiöse Lebenspraxis sie trägt, wo sie Transzendenz- und Sinnerfahrungen suchen und machen. Wie sieht ihr Himmel, ihre Sehnsucht, ihre Weite aus? Welchen Rhythmus und Halt haben sie für sich gefunden?

Orientierung suchen und geben durch den Blick in unsere eigene Tradition. Wo kön-nen wir etwas von den Lebensgefühlen der Menschen in der Heiligen Schrift und in unserer Geschichte wieder entdecken? Wo gibt es Ansatzpunkte, auf der Basis unserer Tradition die Lebenspraxis der Menschen religiös neu zu verstehen und spirituell zu deuten? Wo liegen unsere Stärken und unsere spirituellen Kräfte, das spezifisch Christliche in unserer Pastoral und caritativen Arbeit deutlich werden zu lassen? Seelsorge neu akzentuieren, um Gottes Geist mehr Raum zu geben!

Neue Wege wagen, wo verkrustete Strukturen den Aufbruch der Gottesherrschaft in den Lebensräumen der Menschen verdecken. Räume schaffen, wo Menschen Freiheit, Atmosphäre, Geborgenheit erfahren. Die Enge weiten; auch über die Grenzen der eigenen Pfarrei hinaus. Neue Formen ausprobieren, auch wenn nicht immer eine Erfolgsgarantie gegeben werden kann. Dem Christ-Sein trauen, d.h. der Vielfalt der Kirche, des Bistums, der Stadtkirche von Mainz und der ökumenischen Zusammenarbeit eine Chance geben.

LOS ist ein pastoraler Prozess des Katholischen Dekanates Mainz-Stadt, der 1997 begann und bis heute andauert.

LOS versteht sich als aktives, offensives und zugleich komplexes Lernprojekt, das sich eine inhaltlich, soziologisch und theologisch fundierte Neukonzipierung der Pastoral zum Ziel gesetzt hat. Das Projekt ist organisiert als Projekt von Projekten.

LOS ist als Lernprojekt eine Seh-Schule und eine Hör-Schule, aber auch eine Denk-Schule und Praxis, die Methoden der empirischen Sozialforschung einsetzt und über ein neues Verhältniss von Theologie und Soziologie nachdenkt.

LOS führt Haupt- und Ehrenamtliche zusammen aus den verschiedenen Feldern von Pastoral, Caritas, Schule und Bildung, aus dem evangelischen und katholischen Bereich.

LOS kooperiert mit nichtkirchlichen Institutionen, Verbänden und Einrichtungen.

Im Verlauf des LOS-Projektes wurden zwei grundlegende Standards entwickelt:

  • Botschaftsorientierung
  • Adressatenorientierung

Weitere Standards sind:

  • Differenzierung und Profilierung
  • Kooperation und Vernetzung
  • Ressourcenorientierung
  • Zielorientierung

Alle Standards sind nicht scharf voneinander abgegrenzt, sondern überschneiden sich teilweise.