106. Mittwochskonzert mit Heinz-Peter Kortmann aus Krefeld:Johann Sebastian Bach trifft Aléxandre Guilmant
Der Organist dieses Konzertes war der Krefelder Kantor und Kirchenmusiker Heinz-Peter Kortmann, der auch international als Solist und Kammermusiker tätig ist.
Die Toccata und Fuge, BWV 538, zählt zu den bedeutendsten Orgelwerken Johann Sebastian Bachs. Charakteristisch sind die mächtigen Akkorde und die virtuosen Läufe, die dem Stück einen dramatischen und zugleich festlichen Charakter verleihen. Besonders hervorzuheben ist der fugenartige Abschnitt, der die kompositorische Meisterschaft Bachs eindrucksvoll demonstriert und die Möglichkeiten der Orgel voll ausschöpft. Heinz-Peter Kortmann brachte die Eule-Orgel mit diesem Stück wunderbar in ihrer großen Klangfülle zum Erklingen.
Bachs Chaconne und Fuge in d-Moll, BWV 1178, sind eindrucksvolle Werke für Orgel, die dem Barockstil zugeordnet werden. Die Chaconne zeichnet sich durch ihre variantenreiche Wiederholung eines Themas aus, das kunstvoll in verschiedenen Stimmen und Harmonien verarbeitet wird. Im Anschluss daran folgt die Fuge, die mit ihrem kontrapunktischen Aufbau und der dramatischen Steigerung die Virtuosität des Interpreten fordert. Beide Stücke spiegeln die charakteristische Tiefe und Ausdruckskraft der Orgelmusik wider. Sie bieten sowohl Zuhörerinnen und Zuhörern als auch Organistinnen und Organisten ein faszinierendes Hörerlebnis, das von technischer Raffinesse und musikalischer Inspiration geprägt ist, welches Kortmann in überzeugender Weise unter Beweis stellte.
Die Fantasie (Concerto) in G-Dur, BWV 571, ist ein weiteres bemerkenswertes Orgelwerk von Johann Sebastian Bach. Das Stück besticht durch seine lebhafte und festliche Atmosphäre, die durch schnelle Passagen und kraftvolle akkordische Abschnitte unterstrichen wird. Die Fähigkeit Bachs, italienische Konzertformen kreativ in seine Kompositionen zu integrieren und dabei einen unverwechselbaren Charakter zu schaffen, wurde im Spiel Kortmanns sehr schön deutlich.
Die Sonate Nr. 5, op. 80 von Alexandre Guilmant, einem der bedeutendsten französischen Organisten und Komponisten des 19. Jahrhunderts, ist ein eindrucksvolles Beispiel romantischer Orgelmusik. Der erste Satz, das „Allegro appassionato“, eröffnet die Sonate mit leidenschaftlicher Energie und virtuosen Passagen. Im anschließenden „Adagio“ entfaltet sich eine ruhige, lyrische Stimmung, die zum Nachdenken einlädt. Der „Scherzo“ bringt mit seinen rhythmisch verspielten Motiven und schnellen Läufen eine heitere und dynamische Note in das Werk. Im „Recitativo“ steht die expressive und freie Gestaltung des musikalischen Materials im Vordergrund. Im abschließenden „Choral et Fugue“ wird ein kraftvoller Choral vorgestellt, der in eine kunstvoll gearbeitete Fuge mündet, die das Thema des Abends („Bach trifft Guilmant“) besonders eindrucksvoll umsetzt. Der Fugensatz greift hier das Thema der G-Dur-Fuge (BWV 577) von Johann Sebastian Bach wunderbar auf. Heinz-Peter Kortmann gelang es die technische Raffinesse dieser Sonate mit emotionaler Tiefe vorzustellen.
Das von der schönen Musik und dem präzisen Spiel beeindruckte Publikum bedankte sich mit langanhaltendem stehendem Applaus, wofür sich der Künstler mit einer schönen Zugabe bedankte.
