Herzlich willkommen, Pater Lijo!

Im Sonntagsgottesdienst am 9. August 2026 wurde Pater Lijo Jose O.Carm. in der Kirche St. Josef als neuer Kaplan für den Pastoralraum Dreieich-Isenburg begrüßt.
Dass seine Begrüßung gerade auf den Gedenktag der heiligen Edith Stein fiel, gab diesem Sonntag eine besondere Bedeutung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie die Namenspatronin der neuen Pfarrei Hl. Edith Stein Dreieich-Isenburg sein, in der die Gemeinden des jetzigen Pastoralraums aufgehen werden.
Bereits zu Beginn des Gottesdienstes stellte Pfarrer Martin Berker den neuen Kaplan kurz der Gemeinde vor. Die eigentliche Begrüßung erfolgte am Ende des Gottesdienstes.
Pfarrer Berker hieß Pater Lijo willkommen und sagte, dass er sich freut, dass Pater Lijo künftig das pastorale Team im Pastoralraum Dreieich-Isenburg verstärken wird.
Pfarrer Berker griff die besondere Bedeutung dieses Tages auf. Der Zeitpunkt für die Einführung könne kaum passender sein: Pater Lijo beginne seinen Dienst gerade am Gedenktag der heiligen Edith Stein, deren Namen die zukünftige Pfarrei tragen wird.
Hinzu komme eine besondere Verbindung zwischen dem neuen Kaplan und der zukünftigen Namenspatronin: Beide gehören dem Karmeliterorden an. Edith Stein trat nach Jahren des Suchens und Ringens in den Karmel ein und erhielt dort den Namen Teresia Benedicta vom Kreuz.
Pfarrer Berker verwies dabei auf die Spiritualität, die Pater Lijo und Edith Stein miteinander verbindet: „Die Spiritualität des Karmel lädt dazu ein, Gott in der Stille und im Gebet zu suchen und aus dieser Begegnung heraus für die Menschen da zu sein.“ Ähnlich habe Pater Lijo es bereits in seiner Vorstellung im letzten Pfarrbrief beschrieben. Bei Edith Stein zeige sich, wie aus der Suche nach Wahrheit eine tiefe Beziehung zu Gott und daraus ein entschiedenes Leben für andere wurde.
Darin sah Pfarrer Berker zugleich ein schönes Bild für den zukünftigen Dienst des neuen Kaplans: Pater Lijo bringe die Spiritualität und die Erfahrungen seines Ordens mit und begegne zugleich neuen Menschen, Gemeinden und Erfahrungen. „So kann aus beidem etwas Neues wachsen.“
Pfarrer Berker erinnerte auch daran, dass es heute keineswegs selbstverständlich sei, dass ein Pastoralraum einen Kaplan bekomme. Umso größer sei die Freude darüber, dass Pater Lijo nun hier seinen Dienst aufnimmt.
Zugleich werde an seiner Aufgabe bereits sichtbar, wie sich die Kirche vor Ort verändert: Pater Lijo ist nicht allein Kaplan von St. Josef, sondern im gesamten Pastoralraum Dreieich-Isenburg tätig. In den kommenden Wochen wird er sich nach und nach auch in den anderen Gemeinden vorstellen und dort die Menschen kennenlernen.
Pfarrer Berker gab dem neuen Kaplan gute Wünsche mit auf den Weg: „Lieber Pater Lijo, für Ihren Dienst bei uns wünsche ich Ihnen gute Begegnungen, offene Türen und Menschen, mit denen Sie Glauben und Leben teilen können. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.“
Natürlich sollte Pater Lijo bei seiner Begrüßung nicht mit leeren Händen bleiben. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Josef, Palmi Blatz, überreichte ihm eine Tasche von St. Josef und eine Tasse mit dem Logo der zukünftigen Pfarrkirche St. Josef. Dazu gab es noch etwas Süßes aus Neu-Isenburg, damit ihm, wie Pfarrer Berker augenzwinkernd erklärte, der Einstieg „im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig versüßt wird“.

Pater Lijo stellt sich der Gemeinde vor
Pater Lijo Jose O.Carm. ist 37 Jahre alt, stammt aus Indien und gehört dem Karmeliterorden an. Bereits im Pfarrbrief hatte er sich den Pfarreien im Pastoralraum vorgestellt. Im Gottesdienst erzählte er nun noch etwas mehr über sich und seine bisherige Zeit in Deutschland. Er stammt aus dem südindischen Bundesstaat Kerala und lebt seit drei Jahren in Deutschland, im Karmelitenkloster in Mainz und arbeitete als Praktikant in der Pfarrei Mainz-Innenstadt mit.
Dabei habe er nicht nur die deutsche Sprache und Kultur kennengelernt, sondern vor allem viele herzliche Menschen. Dafür sei er sehr dankbar.
Dass mit einem neuen Dienst auch eine gewisse Spannung verbunden ist, sprach Pater Lijo ganz offen an: „Ein Wechsel in eine neue Pfarrei ist immer etwas Besonderes. Man freut sich auf das Neue, aber man ist natürlich auch ein bisschen gespannt.“
Für diesen neuen Anfang begleiten ihn Worte aus dem Buch Josua:
„Sei mutig und stark! Fürchte dich nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wohin du auch gehst.“ (Jos 1,9)
Mit diesem Vertrauen beginne er seinen Dienst. Dabei beschrieb Pater Lijo sehr persönlich, mit welcher Haltung er den Menschen begegnen möchte:
„Ich komme nicht zu Ihnen, weil ich glaube, schon alles zu wissen oder alles perfekt zu können. Ich komme als Mensch und als Priester. Ich möchte mit Ihnen unterwegs sein, Ihnen begegnen, Ihnen zuhören, mit Ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam mit Ihnen unseren Glauben leben.“
Damit knüpfte er auch an seine Vorstellung im Pfarrbrief an. Dort hatte er seinen priesterlichen Dienst nicht nur als Beruf, sondern als Berufung beschrieben: Menschen im Glauben zu begleiten, ihnen zuzuhören und gemeinsam den Weg mit Christus zu gehen. Seine Heimat Indien sei von einer reichen kulturellen und religiösen Vielfalt geprägt. Diese Erfahrungen hätten ihn gelehrt, wie wertvoll Offenheit, gegenseitiger Respekt und Gemeinschaft seien. Nun freue er sich darauf, die Menschen hier kennenzulernen und zugleich von den Traditionen und dem Glaubensleben der Gemeinde zu lernen.
Als Karmelit seien ihm besonders Gebet, Gemeinschaft und die Suche nach Gottes Gegenwart im Alltag wichtig. Er wünsche sich, dass die Menschen einander offen begegnen, ihren Glauben miteinander teilen und sich gegenseitig auf ihrem Lebensweg stärken.
Er freue sich deshalb auf viele Begegnungen nach den Gottesdiensten, bei Festen, in den Gruppen und überall dort, wo Menschen zusammenkommen. Dabei lud er die Gemeinde ganz unmittelbar zur persönlichen Begegnung ein: „Scheuen Sie sich nicht, mich anzusprechen. Ich freue mich darauf, Sie nach und nach kennenzulernen.“
Zugleich verband Pater Lijo seinen neuen Dienst mit einer persönlichen Bitte:
„Begleiten Sie mich mit Ihrem Gebet und schenken Sie mir Ihr Vertrauen. Auch ich verspreche Ihnen, mein Bestes zu geben und mit Freude, Offenheit und ganzem Herzen für Sie da zu sein.“
Zum Abschluss dankte er allen, die ihn so freundlich aufgenommen hatten, besonders den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen, die den Gottesdienst vorbereitet hatten. Ein besonderer Dank galt Pfarrer Martin Berker, Pater Lijo freue sich auf die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Weg mit allen.
Nachdem Pater Lijo seine persönlichen Worte an die Gemeinde gerichtet hatte, hieß diese ihren neuen Kaplan mit einem herzlichen Applaus willkommen.
Erste Begegnungen vor der Kirche
Die ersten persönlichen Begegnungen ließen anschließend nicht lange auf sich warten. Bei sommerlichen Temperaturen waren vor der Kirche ein kleines Zelt und der große Sonnenschirm aufgebaut. An runden Stehtischen und auf Sitzgelegenheiten konnten die Gottesdienstbesucher bei kühlen Getränken noch zusammenbleiben. Ehrenamtliche kümmerten sich um den Ausschank.

Die Gelegenheit wurde rege genutzt, um miteinander ins Gespräch zu kommen und vor allem erste persönliche Kontakte zu Pater Lijo zu knüpfen. Damit wurde unmittelbar nach dem Gottesdienst bereits etwas von dem spürbar, was der neue Kaplan kurz zuvor als Wunsch für seinen Dienst ausgesprochen hatte: den Menschen zu begegnen, ihnen zuzuhören, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Glauben zu leben.
Herzlich willkommen!