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IMPULS

Impuls
Datum:
1. Nov. 2026
Von:
Pfarrer Martin Eltermann

Liebe Schwestern und Brüder,

die Kirche begeht am Anfang des Novembers die beiden Feste Allerheiligen und Allerseelen. Wie der Name bereits sagt, gedenken wir der Heiligen und der Verstorbenen, also der Menschen, die in Gott vollendet sind. Wenn wir ein Fest feiern, ist das doch immer ein Ausdruck unserer Freude. Worüber freuen wir uns da eigentlich?  Wir können an Allerheiligen uns besonders darüber freuen, dass wir zu der großen Familie der Freunde Gottes gehören.

Wie Paulus schreibt: „Wir haben Anteil am Los der Heiligen, die im Licht sind“ (vgl. Kol 1,12).

Das Fest Allerseelen hingegen lädt uns ein, im Gebet unserer Lieben zu gedenken und über die Wirklichkeit des Todes nachzudenken. Das Thema des Todes wird oftmals in unserer sogenannten „Wohlstandsgesellschaft“ ausgeblendet und verdrängt. Die Sorge um das alltägliche Leben nimmt uns ganz in Anspruch.

In Wirklichkeit gehört jedoch das Sterben zum Leben, und zwar nicht nur am Ende, sondern, wenn man es recht betrachtet, in jedem Augenblick unseres Lebens. Trotz aller Ablenkung lässt uns der Verlust eines geliebten Menschen dieses Problem wiederentdecken und wir empfinden den Tod als eine feindliche Realität, die unserem Leben und unserem Glücklichsein entgegensteht.

Jesus ist zu uns gekommen hat dem Tod einen vollkommenen anderen Sinn gegeben. Dies tat er durch seine Lehre, aber vor allem dadurch, dass er den Tod freiwillig auf sich genommen hat.

 „Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet“, heißt es in der Liturgie des Osterfestes.

Der Heilige Franziskus sieht im leiblichen Tod sogar das freundliche Gesicht einer Schwester, wie er den Tod in Sonnengesang beschreibt. Er kann Gott sogar für den Tod loben. Der Glaube erinnert uns daran, dass wir vor dem Tod keine Angst zu haben brauchen, denn wir gehören zum Herrn.

SONNENGESANG (Gotteslob 19,2)

Höchster, allmächtiger, guter Herr,

dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.

Dir allein, Höchster, gebühren sie,

und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

mit allen deinen Geschöpfen,

besonders dem Herrn Bruder Sonne,

der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.

Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:

von dir, Höchster, ein Sinnbild.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für Schwester Mond und die Sterne.

Am Himmel hast du sie geformt,

klar und kostbar und schön.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für Bruder Wind,

für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter,

durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für Schwester Wasser,

sehr nützlich ist sie

und demütig und kostbar und keusch.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für Bruder Feuer,

durch den du die Nacht erhellst.

Und schön ist er und fröhlich und kraftvoll und stark.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für unsere Schwester Mutter Erde,

die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt,

mit bunten Blumen und Kräutern.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für jene, die verzeihen um deiner Liebe willen

und Krankheit ertragen und Not.

Selig, die ausharren in Frieden,

denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.

 

Gelobt seist du, mein Herr,

für unseren Schwester, den leiblichen Tod;

kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.

Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.

Selig, die er finden wird in deinem heiligsten Willen,

denn der zweite Tod wird ihnen keine Leid antun.

 

Lobet und preiset meinen Herrn

und dankt und dient ihm mit großer Demut.

 

Franz von Asissi (1181/1182-1226)

Ü:Leonhard Lehmann

 

Gottes reichen Segen.

 

Für das „Geistliche Team“ im Pastoralraum Dreieich-Isenburg

Pfarrer Martin Eltermann