ORGEL PLUS – Ein Konzert, das verbindet

Am Sonntag, dem 26. April 2026, fand in der Kirche St. Josef in Neu-Isenburg das Konzert „Orgel Plus“ statt. Musikerinnen und Musiker aus dem Pastoralraum Dreieich-Isenburg gestalteten gemeinsam diesen Abend und machten hörbar, was in den vergangenen Jahren gewachsen ist.
Pfarrer Martin Berker begrüßte die Gäste und erinnerte an das Orgelkonzert im vergangenen Jahr im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums. Die große Resonanz habe gezeigt, welchen Stellenwert die Kirchenmusik im Pastoralraum hat. Dieses Konzert knüpfte daran an und erweiterte das musikalische Spektrum um weitere Instrumente.
Neben der Orgel waren Flöte und Bassposaune zu hören. Diese Kombination erwies sich als stimmig und tragfähig. Die Flöte brachte eine leichte und feinfühlige Klangfarbe ein, während die Bassposaune mit ihrem warmen und zugleich kraftvollen Ton einen klaren Gegenpol setzte. Im Zusammenspiel entstand eine abwechslungsreiche Klangwelt, die von ruhigen, getragenen Passagen bis zu eindrucksvollen und kraftvollen Momenten reichte.
Der Kirchenraum selbst trug seinen Teil zu diesem Abend bei. Das Licht der tiefstehenden Sonne fiel durch die Fenster und legte sich in ruhigen Strahlen über den Raum. Sie trafen auf die Orgel und durchzogen das Kirchenschiff bis in die Reihen der Zuhörer. Im Altarraum brannte die neue Osterkerze, begleitet von weiteren Kerzen, deren Licht eine stille, konzentrierte Atmosphäre schuf, die den musikalischen Charakter des Abends aufnahm und vertiefte.
Das Programm spannte einen weiten Bogen durch die Musikgeschichte. Claudia Ihrle eröffnete den Abend mit der Toccata und Fuge c-Moll (BWV 549) von Johann Sebastian Bach sowie der Passacaglia c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Leander Harles interpretierte das Präludium und die Fuge C-Dur (BWV 553) von Johann Sebastian Bach.
Für die Besetzung mit Orgel und Flöte traten Martin Winter an der Orgel und Katrin Winter an der Flöte gemeinsam auf, ein Ehepaar, das auch musikalisch gut aufeinander abgestimmt ist. Sie spielten das Allegro aus „Le quattro stagioni“ – „La primavera“ von Antonio Vivaldi, das Adagio und Rondo aus dem Flötenquartett D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sowie die bekannte Badinerie aus der Suite Nr. 2 h-Moll (BWV 1067) von Johann Sebastian Bach.
Peter Windirsch interpretierte die „Suite du troisième ton pour orgue“ (2022) von Denis Bédard.
In der Besetzung Orgel und Bassposaune musizierten David Neubecker an der Orgel und Ulrike Klein an der Bassposaune. Zu hören waren die Sonate in F-Dur: Adagio – Allegro vivace von Tomaso Albinoni in einer Bearbeitung für Bassposaune sowie die „Marcha Pontifical“ nach Jacques-Nicolas Lemmens.
Manfred Ferstl spielte das Intermezzo aus „12 Pièces nouvelles“, op. 63 von Théodore Salomé.
Kai Jin interpretierte die Symphonie Nr. 1 für Orgel: Finale von Louis Vierne sowie die Fuge in D-Dur, op. 25, Nr. 3 von Alexandre Guilmant.
Die musikalische Leitung lag bei Regionalkantorin Regina Engel, die das Programm gemeinsam mit den Mitwirkenden vorbereitet hatte. Krankheitsbedingt konnte sie am Konzertabend jedoch nicht selbst teilnehmen, sodass ihre vorgesehenen Beiträge entfallen mussten. Ihr galt der Wunsch nach einer raschen Genesung.
Die einzelnen Beiträge fügten sich zu einem stimmigen Ganzen. Die Bandbreite reichte von ruhigen und gefühlvollen Momenten bis hin zu kraftvollen und eindrucksvollen Klangbildern. Die abschließenden Werke setzten einen deutlichen Schlusspunkt unter ein gelungenes Konzert, das seinen Namen „Orgel Plus“ in jeder Hinsicht eingelöst hat.
Das Publikum verfolgte das Konzert aufmerksam und zurückhaltend. Der Applaus wurde bis zum Ende aufgespart. Nach dem letzten Ton löste sich diese Zurückhaltung in lang anhaltendem und herzlichem Beifall. Die Begeisterung war deutlich spürbar.
Zum Abschluss kamen alle Mitwirkenden im Altarraum zusammen. Dieses gemeinsame Bild stand sinnbildlich für den Gedanken des Abends: Musik aus dem Pastoralraum Dreieich-Isenburg, gemeinsam gestaltet und miteinander erlebt.
