Kinderkirche:Mit Gott wachsen: Kinderkirche voller Ideen, Entdeckungen und Freude

Es wird ausprobiert, gebastelt, experimentiert und gelacht. Und mittendrin geht es immer wieder um eine Frage: Was heißt es eigentlich, mit Gott zu wachsen? Das war das Motto der ersten Kinderkirche im Gemeindezentrum Hl. Dreifaltigkeit am Samstag, 5. September 2026. Die Kinderkirche ist mehr als ein Bastelnachmittag. Sie möchte Kindern einen Ort geben, an dem sie Gemeinschaft erleben, kreativ werden und experimentieren können – und an dem der christliche Glaube auf kindgerechte, spielerische und lebendige Weise erfahrbar wird.
Eine Kirche für Kinder – zum Mitmachen und Entdecken
Entsprechend wuselig geht es im Gemeindezentrum zu. Kinder wechseln von Tisch zu Tisch, bleiben hier länger, schauen dort neugierig zu oder helfen sich gegenseitig. Einen festen Ablauf, den alle gleichzeitig absolvieren müssen, gibt es nicht. „Wir finden es total schön hier!“, erzählen fünf Mädchen im Alter zwischen neun und elf Jahren begeistert. „Wir lieben alle Stationen. Uns gefällt die Kinderkirche richtig gut.“
Auch die Eltern genießen den entspannten Rahmen. Viele unterstützen ihre Kinder beim Basteln und Experimentieren. Andere nutzen das eigens eingerichtete Elterncafé und kommen bei Kuchen, Croissants, Kaffee oder Tee miteinander ins Gespräch. „Wir sind auf der Suche nach Anschluss und solchen Veranstaltungen für Kinder. Wir würden uns freuen, wenn so etwas öfter stattfinden würde. Wir sind begeistert und fühlen uns hier sehr wohl“, erzählt eine Mutter, die mit ihrem sechsjährigen Sohn gekommen ist.
Mit Schwungtuch, Musik und viel Bewegung
Begonnen hatte der Tag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Platz vor der Kirche Hl. Dreifaltigkeit. Ein großes, buntes Schwungtuch sorgte gleich zu Beginn für Bewegung und Begeisterung. Die Kinder rannten, hüpften und schlüpften unter dem bunten Tuch hindurch – ein lebhafter Auftakt für einen abwechslungsreichen Tag.
Musik gehört auch zur Kinderkirche dazu. Auf der Bühne im Gemeindezentrum wird gerasselt, geschüttelt, getrommelt, geklatscht und gesungen. Die Kinder lernen Lieder kennen, die später im Gottesdienst erklingen werden. Auch bei den Fürbitten können die Kinder aktiv werden. Sie schreiben auf, was sie beschäftigt, wofür sie dankbar sind oder was sie anderen Menschen wünschen. Einige Kinder sind später im Gottesdienst besonders mutig und tragen ihre Fürbitten selbst vor. Anschließend wandern die Zettel in den gelben Fürbittenbriefkasten.
Vom Samenkorn zum Glauben
Viele der Stationen finden sich so im gemeinsamen Gottesdienst wieder – und plötzlich bekommen die Dinge, die die Kinder zuvor gestaltet und ausprobiert haben, noch einmal eine ganz andere Bedeutung. Das Motto „Mit Gott wachsen“ steht dabei im Mittelpunkt.
Die selbst gestalteten Fische aus Pfeifenputzern werden zu einem Zeichen des Glaubens. Die Kinder hängen sie an die zunächst leeren Äste eines Baumes. Im Gottesdienst erfahren sie, dass der Fisch schon in der frühen Christenheit ein wichtiges Symbol war. Für die ersten Christinnen und Christen war er unter anderem ein geheimes Erkennungszeichen. Auch die Kressesamen aus der Bastelstation bekommen eine neue Bedeutung. Im Evangelium geht es um einen Bauern, der Samen aussät. Der Mensch sät und pflegt – doch Gott lässt die Saat aufgehen und die Frucht wachsen. Was die Kinder zuvor selbst in ihre kleinen Becher „gepflanzt“ haben, wird so zum anschaulichen Bild für das Evangelium.
Und auch der Holzbaum wird zum Glaubenszeichen: An ihm sind Blätter in herbstlichen Farben befestigt. Auf jedem Blatt steht, wofür die Kinder dankbar sind. So wird aus vielen einzelnen Blättern ein gemeinsamer Dankbaum. Besonders viel Freude haben die Kinder daran, ihre Instrumente auch im Gottesdienst einzusetzen. Rasseln, Trommeln und Klatschen bringen Bewegung und Energie in die Lieder.
Dass die Premiere der Kinderkirche so gut angenommen wurde, ist auch dem großen Engagement des Teams und der vielen Helferinnen und Helfer zu verdanken. Sie haben gemeinsam geplant, vorbereitet und aufgebaut, Stationen betreut, Experimente begleitet, mit den Kindern gebastelt, gesungen und gespielt. Beim Abschied ist die Begeisterung auch bei den Eltern zu spüren: „Ich bin total überrascht und beeindruckt. So ein Engagement und Einsatz an einem Samstag sieht man selten. Unsere Kinder haben einen Riesenspaß und wir freuen uns einfach, hier zu sein und das zu erleben. Nächstes Mal bringen wir unsere Freunde mit ihren Kindern mit“, erzählen Eltern, die mit ihrer sechsjährigen Tochter und ihrem achtjährigen Sohn dabei waren.
Der Tag war geprägt von Neugier, Kreativität, Bewegung, Gemeinschaft und vielen schönen Begegnungen. Vor allem aber hat sich gezeigt: Kinder haben Lust auf Kirche, wenn sie selbst entdecken, gestalten, fragen, ausprobieren und mitmachen dürfen. Einen neuen Termin gibt es zwar noch nicht. Eines steht für das Team aber bereits fest: Die Kinderkirche soll eine Fortsetzung bekommen.