Heilig Kreuz:Wenn der Himmel nach Kräutern duftet

Im Mittelpunkt stand die alte Tradition der Kräutersegnung. Die mitgebrachten Sträuße aus Kräutern und Blumen erinnerten an eine Legende, nach der die Apostel im geöffneten Grab Mariens statt ihres Leibes duftende Kräuter und Blumen fanden. Bis heute stehen sie für Heilung, Trost und neues Leben – und dafür, dass Gottes Liebe sichtbare und manchmal sogar duftende Spuren hinterlässt.

Auch die Predigt griff dieses Zeichen auf. Maria wurde als Frau vorgestellt, die ihr Leben Gott anvertraute und damit zum Hoffnungszeichen für uns wird. Ein schönes Bild zog sich durch die Gedanken: Wir Menschen sind für den Himmel gemacht. Wie die Sterne am Nachthimmel daran erinnern, weist Maria darauf hin, dass unser Leben ein Ziel hat, das über das Sichtbare hinausgeht.
Doch ein Stück Himmel beginnt schon hier und heute: in einem freundlichen Wort, in einer helfenden Hand, in einem offenen Herzen – und dort, wo Menschen miteinander feiern und Gemeinschaft erleben.
Genau das setzte sich nach dem Gottesdienst fort. Vor der Kirche blieben viele noch zusammen, kamen bei Getränken miteinander ins Gespräch, lachten und genossen die gemeinsame Zeit. Aus dem Gottesdienst wurde so ganz selbstverständlich ein lebendiges Beisammensein.
Vielleicht war gerade das die schönste Fortsetzung der Kräutersegnung: Gottes Segen mit hinauszunehmen – in den Alltag und in die Gemeinschaft miteinander.
