Caritas Offenbach:Aktionsstand zum „Tag der Wohnungslosen“ am Montag, 9. September, von 11 bis 16 Uhr am Aliceplatz

Dauerkrise Wohnungsnot! Was können wir tun?
Zum bundesweiten „Tag der Wohnungslosen“ am Montag, den 9. September 2024, ist das Caritashaus St. Josef mit einem Aktionsstand auf dem Offenbacher Aliceplatz präsent: zwischen 11 und 16 Uhr kann man sich dort bei kostenloser Suppe und Getränken über die unterschiedlichen Facetten der Wohnungslosigkeit informieren und austauschen. Wer möchte, kann am Stand kreativ werden und auf einer Leinwand ein kleines Kunstwerk zum Thema erstellen.
Zum Vorbeikommen und Mitmachen sind alle Offenbacherinnen und Offenbacher eingeladen, denen das Thema unter den Nägeln brennt: von Wohnungslosigkeit Betroffene, Verantwortliche aus Verwaltung und Politik sowie Baugenossenschaften. Interessierte Passantinnen und Passanten sind ebenfalls herzlich eingeladen, am Aktionsstand Halt zu machen. Fachkräfte verschiedener Beratungs- und Hilfsangebote möchten mit den Anwesenden gerne direkt ins Gespräch kommen.
An der Aktion beteiligt sind die ‘Wohnraumberatung’, das ‘Fallmanagements für Notuntergebrachte’, die ‘Caritas Allgemeinen Lebensberatung’ und die ‘Caritas Straßenambulanz’. Dabei ist außerdem das Team von ‘Leben in Offenbach’ (L-OFF), ein Kooperationsprojekt von Caritas und Diakonie.
„Dieser Tag soll zeigen, wie wichtig es ist, dass sich die verschiedenen Akteure zusammenfinden und gemeinsam Lösungen andenken“, sagt Christiane Leonhardt-Içten, Direktorin des Caritasverbandes Offenbach. Sie betont: „So knüpfen wir unmittelbar an das Motto des Dachverbandes der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosen (BAGW) an, das in diesem Jahr lautet: ‘Gemeinsam mehr erreichen!’“
Die Aktion möchte deutlich machen, dass es in Offenbach immer noch eine beachtliche Anzahl an Menschen gibt, für die keine bezahlbare Wohnung zur Verfügung steht. Dieser Bedarf leitet sich von der Anzahl der in Notunterkünften untergebrachten Personen ab, die an das ‘Fallmanagement für Notuntergebrachte’ vermittelt werden. Dies ist ein spezieller Beratungsdienst, der von CariJob (einer Tochtergesellschaft der Caritas) im Auftrag der Stadt Offenbach angeboten wird. Waren es im Jahr 2021 noch 287 Personen, bestätigt sich der negative Aufwärtstrend in den Folgejahren (2022: 312 Personen, 2023: 331 Personen). Schon heute kann bis Jahresende 2024 ein weiterer Anstieg prognostiziert werden. Ähnlich stellt sich der Trend bei der Gruppe der Personen dar, die mit dem L-OFF-Projekt in Kontakt stehen – allerdings mit dem Unterschied, dass hier in der Regel keine Leistungsansprüche, etwa auf eine Notunterkunft, bestehen. Seit Projektbeginn vor eineinhalb Jahren wurden hier 490 Personen gezählt, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Vom Extremfall der Obdachlosigkeit – und damit auch existentiellem Elend – sind jährlich im Schnitt 70 der Patientinnen und Patienten betroffen, die von der Caritas Straßenambulanz eine pflegerische Versorgung erhalten. Ihnen bleibt nur die Straße als Wohnung. Das schützende Dach fehlt. Auch wenn alle Anbieter von Hilfen kooperieren und die Unterstützung für die unterschiedlichen Bedarfsgruppen greift, reicht am Ende das Angebot von Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt nicht aus. Das in einer Resolution des Europäischen Parlaments geforderte Ziel, bis zum Jahr 2030 die Obdachlosigkeit überwunden zu haben, erscheint angesichts der realen Entwicklung noch in sehr weiter Ferne.
Was können wir tun? Werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft? Gibt es bisher nicht wahrgenommene Perspektiven? Der Aktionstag will zum Gespräch auf den unterschiedlichen Ebenen motivieren und Mitspielerinnen und Mitspieler dafür gewinnen, die Wohnungslosigkeit zu mildern oder gar zu besiegen.
Kontakt:
Caritasverband Offenbach/Main e.V.
Edith Heilos
Caritashaus St. Josef
Platz der Deutschen Einheit 7
63065 Offenbach
Mobil 0152 09291778