St. Franziskus:Wenn der Kreuzweg Herz und Sinne berührt

Glaube neu erfahrbar gemacht

In der Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Offenbach wurde in diesem Jahr ein besonderer Kreuzweg gestaltet – einer, der traditionelle Inhalte mit modernen Ausdrucksformen verband und die Besucherinnen und Besucher tief berührte. Mit dem „Modernen Kreuzweg“ lud das Vorbereitungsteam dazu ein, den Leidensweg Jesu auf neue Weise zu erleben. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die bekannten Bibelstellen der Passion, sondern auch zeitgemäße Impulse und Zusammenfassungen, die einen Bezug zum eigenen Leben herstellten. So wurde deutlich: Die Botschaft des Kreuzwegs ist auch heute noch aktuell.
Für eine besondere Atmosphäre sorgte unter der Leitung von Regionalkantor Tobias Landsiedel der Listen Up!-Jugendchor. Mit modernen Liedern – darunter auch bekannte Stücke wie „Skyfall“ – setzten die Sängerinnen und Sänger eindrucksvolle musikalische Akzente und griffen die einzelnen Stationen passend auf. Die Verbindung von geistlichen Texten und moderner Musik eröffnete neue Zugänge und sprach besonders auch jüngere Menschen an.
Ablegen, was schwer zu tragen ist
Neben dem Zuhören und Mitgehen wurden die Teilnehmenden selbst aktiv: Vor den Altarstufen lagen Steine, die die Umrisse eines Kreuzes andeuteten. Dazwischen Begriffe wie Krieg, Krankheit, Angst, Hass oder Armut. Die Besucherinnen und Besucher konnten weitere
Steine aus einer bereitstehenden Schale hinzufügen und so das Kreuz vervollständigen – mit dem, was sie persönlich mitgebracht hatten, was schwer zu tragen ist. Ein stilles, aber kraftvolles Zeichen für Sorgen, Bitten und Hoffnungen, die symbolisch vor Gott getragen
wurden.
Auch der Kirchenraum selbst wurde in die Gestaltung einbezogen: Durch gezielte Lichteffekte wandelte sich die Atmosphäre im Laufe des Kreuzwegs. Besonders eindrücklich war der Moment nach dem Tod Jesu, als alle Lichter erloschen und die Kirche vollständig im Dunkeln lag. Erst langsam kehrte das Licht zurück. Mit jeder Zeile aus dem Auferstehungsevangelium wurde es heller – ein starkes Bild für Trauer, Hoffnung und den Glauben an die Auferstehung.
Impulse und Fragestellungen regten immer wieder dazu an, innezuhalten und das Gehörte auf das eigene Leben zu beziehen. So wurde der Kreuzweg nicht nur zu einem Erinnern an das Leiden Christi, sondern auch zu einem persönlichen Weg der Besinnung.