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nachgehakt:Warum wir am Ende des Gottesdienstes die Verstorbenen beim Namen nennen

Am Ende unserer Sonntagsgottesdienste geschieht etwas, das viele als wichtig, würdevoll und zugleich tröstlich empfinden: Wir nennen die Namen der Menschen aus unserer Gemeinde, die in den vergangenen Tagen gestorben sind, und sprechen ein kurzes Gebet für sie. Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, warum wir diese Praxis pflegen. Was bedeutet es, Namen laut auszusprechen – und warum tun wir das gerade gemeinsam im Gottesdienst?
Datum:
Mi. 24. Juni 2026
Von:
Dunja Puschmann

Eine alte Tradition – bei uns neu belebt

Das Gedenken an Verstorbene im Gottesdienst hat eine lange Tradition und wird an vielen Orten gepflegt. Auch wir haben uns bewusst entschieden, diese Tradition in der ganzen Pfarrei St. Clara zu pflegen.

Damit möchten wir einen festen Platz schaffen für Erinnerung, Gebet und Anteilnahme – mitten im gemeinsamen Gottesdienst. Gerade weil unser Gemeindeleben von Gemeinschaft lebt, ist es uns wichtig, auch in Zeiten des Abschieds sichtbar und hörbar verbunden zu bleiben.

Der Name steht für den ganzen Menschen

Ein Name ist mehr als eine Bezeichnung. Wenn wir Verstorbene beim Namen nennen, bringen wir damit zum Ausdruck: Dieser Mensch ist nicht anonym, nicht vergessen, nicht einfach „einer von vielen“. Er oder sie gehört zu uns. In unserer christlichen Tradition hat das eine tiefe Bedeutung: Gott kennt die Menschen beim Namen.

Die Gemeinschaft trägt auch im Abschied

Kirche ist Gemeinschaft – nicht nur in Zeiten der Freude, sondern auch im Angesicht von Abschied und Tod. Wenn wir gemeinsam die Namen hören und beten, stehen wir füreinander ein. Wir begleiten einander – getragen von der Hoffnung unseres Glaubens.

Ein Hinweis zur Praxis

Damit wir die Namen im Gottesdienst nennen können, sind wir darauf angewiesen, dass uns Todesfälle gemeldet werden – entweder durch Angehörige oder durch ein Bestattungsinstitut. Leider erreichen uns diese Informationen nicht immer sofort. Das bedeutet: Wir können nicht in jedem Fall sicherstellen, dass die Namen zeitnah im nächsten Gottesdienst verlesen werden – und möglicherweise erfahren wir auch nicht von jedem Todesfall. Trotzdem möchten wir an dieser Praxis festhalten. Denn auch wenn sie unvollkommen ist, liegt in ihr ein großer Wert: das bewusste Erinnern und das gemeinsame Gebet.

Das Gebet verbindet Himmel und Erde

Das kurze Gebet am Ende des Gottesdienstes ist mehr als eine formale Geste. Es ist Ausdruck unseres Vertrauens: Gott nimmt die Verstorbenen auf – und er bleibt auch denen nahe, die zurückbleiben.

Kein Mensch ist vergessen.
Kein Leben ist umsonst.
Und niemand ist allein – weder im Leben noch im Sterben.