Aufbruch in eine besondere Woche:Reisebericht: Taizé-Fahrt Ostern 2026 - KJB Südhessen & KJB Mainlinie
Aufbruch in eine besondere Woche
Es gibt Fahrten, die sind gut organisiert. Es gibt Fahrten, die machen Spaß. Und dann gibt es diese eine Woche im April, die alles sprengt, was man vorher für möglich gehalten hat.
Vom 6. bis 12. April 2026 wurde Taizé nicht einfach besucht, es wurde erlebt, gelebt, gefühlt.
Was mit einer ambitionierten Idee begann, wurde zu einem Erlebnis, das alle Erwartungen übertraf. Mit zwei vollbesetzten Reisebussen machten sich Johanna Kroplewski (KJB Südhessen) und Annika Stete (KJB Mainlinie) mit einer außergewöhnlich großen und bunten Gruppe auf den Weg. Unterstützt wurden die beiden von Manuel Schüler (Pfarrei Guter Hirte im Odenwald) und Isabelle Sauer (Pfarrei Heilig Geist in Darmstadt), die gemeinsam mit Firmbewerbenden teilnahm. Auch Carmen Gebbers und Martin Schmidt begleiteten ihre Firmgruppe aus der Dompfarrei St. Bartholomäus in Frankfurt. Insgesamt waren es 62 Personen, darunter drei Firmgruppen aus Frankfurt, Darmstadt und dem Dieburger Land vertreten.
Eine besondere Bereicherung stellte zudem die Teilnahme der spanischsprachigen katholischen Gemeinde in Frankfurt – Comunidad católica de lengua española – unter der Leitung von Birgit Opielka dar, die mit 22 Teilnehmenden die Gelegenheit nutzte, sich der Fahrt anzuschließen.
Schon die Anreise hatte etwas Symbolisches. Die Busunternehmen Sauter aus der Oberzent und Brückmann aus Darmstadt rollten nicht nur als Transportmittel Richtung Frankreich, sondern als verbindende Brücke zwischen Bistümern und Lebensrealitäten. Besonders die Flexibilität, Offenheit und das Gefühl, dass hier etwas Größeres im Entstehen ist, machte vieles möglich, was diese Fahrt so besonders werden ließ.
Gemeinschaft, Glaube und Spüldienst
Taizé an Ostern. Voll. Lebendig. Pulsierend.
Wer jemals dort war, weiß, was das bedeutet, aber in dieser Woche war es noch einmal intensiver. Menschen aus aller Welt, Gesänge, Stille, Begegnungen. Und mittendrin unsere Gruppe, die sich erstaunlich schnell nicht mehr wie eine zusammengewürfelte Reisegruppe anfühlte, sondern wie eine Gemeinschaft.
Vielleicht lag es auch am Wetter. Sonne, Tag für Tag. Dieses warme, goldene Licht, das sich über die Hügel legte, Gespräche verlängerte, Lachen leichter machte und selbst den Spüldienst nach dem Mittagessen zu einem kleinen Highlight verwandelte.
Auch das gehörte dazu. Spüldienst. Für viele zunächst ein notwendiges Übel, wurde er schnell zu einem Ort der Begegnung. Zwischen Tellern, Wasser und Handtüchern entstanden Gespräche, Witze und Verbindungen. Es wurde gelacht, gesungen, manchmal auch ein bisschen gestöhnt, aber vor allem gemeinsam angepackt. Und genau das zog sich durch die ganze Woche.
In den Bibelgruppen fanden viele einen Raum, der überraschend tief ging. Offenheit, Vertrauen, ehrliche Fragen. Für manche leise, für andere intensiv, aber für alle spürbar bedeutungsvoll. Taizé schaffte es einmal mehr, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen.
Eine Erfahrung, die bleibt
Die Rückmeldungen sprechen für sich und sie sind mehr als nur nette Worte.
So schrieb Christiane Hefner aus Seligenstadt über die Teilnahme ihrer Tochter Jannika kurz nach der Fahrt: „Es war wohl eine wunderbare, berührende Erfahrung. Eine wunderschöne, von Jesu Liebe getragene, einzigartige Erfahrung. Jannika wäre das nächste Mal wieder mit dabei.“
Amelie Schweizer, eine junge Firmbewerberin aus Frankfurt, schrieb: „Ich fand die Zeit in Taizé wirklich sehr schön und wollte nochmal Danke sagen. Falls ihr nächstes Jahr wieder nach Taizé fahrt, wäre es cool, wenn du mir Bescheid sagen könntest, weil ich gerne nochmal mitkommen würde.“
Solche Stimmen kamen nicht vereinzelt, sie kamen vielfach. Von Teilnehmenden, von Eltern, von Menschen, die gespürt haben, diese Woche hat etwas bewegt.
Und vielleicht macht genau das die Größe dieser Fahrt aus. Denn organisatorisch war sie ein Kraftakt. Für Johanna Kroplewski und Annika Stete war es zwar nicht die erste Taizé-Fahrt, aber die erste in dieser Dimension. Nach einer vorherigen Reise mit rund 24 Teilnehmenden nun eine Gruppe von 60 Menschen zu begleiten, zu koordinieren und dabei dennoch Raum für Gemeinschaft und Individualität zu lassen, war eine Herausforderung.
Eine Herausforderung, die sie nicht nur gemeistert, sondern mit beeindruckender Herzlichkeit und Klarheit geprägt haben.
Am Ende stand nicht nur eine gelungene Fahrt. Am Ende stand eine Gruppe von Menschen, die verändert zurückkam, verbundener, offener, inspiriert.
Mit dieser „Taizé-Energie“ geht es nun weiter in die Taizé Gebete „Laudate“ im Kloster in Dieburg, die Johanna Kroplewski gemeinsam mit den Teilnehmenden Malou Gooding und Emil Hertel organisiert. Die nächsten Gebete finden am 24.04.2026 und am 19.06.2926 um jeweils 19:30 Uhr mit musikalischer Unterstüztung von der Band Dreiklang, statt.
Und vielleicht ist das das Schönste an dieser Woche, dass sie nicht einfach vorbei ist.
Sondern nachwirkt.
In Erinnerungen. In Begegnungen. In dem leisen Wunsch, wieder dorthin zurückzukehren.
Oder, wie es viele schon jetzt sagen:
Nächstes Jahr sind wir wieder dabei.