Zum Inhalt springen

Fronleichnam in Nieder-Wöllstadt: Ein Preis wartet noch immer auf seinen Gewinner

Himmel zu, Sonne raus? Nicht ganz. Bei wechselhaftem Fronleichnamswetter feierte die St.-Paulus-Gemeinde Nieder-Wöllstadt ihr Pfarrfest rund um und in der Pauluskirche. Und weil das Wetter den ganzen Tag mitspielte, wurde am Ende im Trockenen aufgeräumt.
Die Fronleichnams-Prozession zog durch Nieder-Wöllstadt
Datum:
4. Juni 2026
Von:
Andreas Bernard
Geselliges Beisammensein beim anschließenden Pfarrfest

Drei Gemeinden, ein Festtag
Der Fronleichnamstag gehört zu den wenigen Terminen im Kirchenjahr, an denen drei Kirchengemeinden zusammenstehen: St. Johannes Evangelist Rodheim, St. Stefanus Ober-Wöllstadt und St. Paulus Nieder-Wöllstadt feiern seit vielen Jahren gemeinsam. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt in Nieder-Wöllstadt – und das Pfarrfest fand dort statt, wo auch Gottesdienst und Prozession waren.

Der Tag begann mit dem großen Fronleichnamsgottesdienst in der Pauluskirche. Danach ging es raus auf die Straße.

Prozession über zwei Altäre – und ein Gedenkort im Weg
Begleitet vom Musikverein Ober-Wöllstadt zogen die Gläubigen durch den alten Ortskern. Erste Station: der Altar auf dem Platz, wo die Kleine Braugasse von der Großen Braugasse abzweigt. Dort Statio, Gesang – und dann weiter.

Die Prozession stieß in Höhe der evangelischen Kirche auf die Frankfurter Straße und führte zum zweiten Altar am Platz der in der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge in der Bahnhofstraße. Eine Andacht dort erinnerte an das, was 1938 geschah – ein fester Bestandteil des Fronleichnamszugs, kein Beiwerk. Danach ging es über die Frankfurter Straße zurück in die Pauluskirche, wo mit dem sakramentalen Segen der feierliche Teil endete.

Musikalisch wechselten sich Musikverein und Gemeinde den ganzen Weg über ab: Blasmusik hier, Fronleichnamslieder dort. Und an manchen Straßenzügen wehten weiß-gelbe Fähnchen – verteilt vorher, aufgehängt von Anwohnern, die mitgemacht hatten. Kleine Geste, große Wirkung.

Grill, Kuchen und Blasmusik
Direkt nach der letzten Statio startete das Pfarrfest. Mittags gab es Gegrilltes und ein Salatbuffet, kurz danach wurde das Kuchenbüffet eröffnet – Torten und Blechkuchen soweit das Auge reichte. Am Nachmittag übernahm der Musikverein 1905 Ober-Wöllstadt e.V. die Bühne: Blasmusik für alle, die noch blieben.

Tombola mit Haken
Die Paulus-Tombola lockte mit über dreißig gestifteten Preisen. Spannung pur – zumindest bei den Gewinnern. Ein Preis hat es offenbar nicht geschafft, abgeholt zu werden: Der mit der Nummer 067 wartet seither in der Sakristei der Pauluskirche darauf. Wer ihn sein eigen nennen möchte: Die Gemeinde freut sich über einen Besuch.

Geld für das Paulusheim
Der Erlös der Tombola – und insgesamt der Erlös des gesamten Pfarrfests – kommt der Renovierung des Paulusheims zugute. Das Pfarrheim ist ein wichtiger Ort für Begegnung in Nieder-Wöllstadt: Familiengottesdienstteams, Chor, Caritas, Seniorenkreis und verschiedene Feste finden dort statt. Jede Einnahme hilft also direkt vor Ort.

Danke an alle Helferinnen und Helfer
Am Ende waren Mitglieder des Pfarrgemeinderats, des Verwaltungsrats und die vielen fleißigen Helfer beim Aufräumen glücklich und zufrieden: Das Fest war gelungen, der Einsatz hatte sich gelohnt – und das Wetter hat es sogar erlaubt, im Trockenen fertig zu werden. Bei wechselhaftem Fronleichnamswetter keine Selbstverständlichkeit.