Der erste Gottesdienst seit vielen Wochen!

1. öffentlicher Gottesdienst (c) Manuela Tollerian
1. öffentlicher Gottesdienst
Mo 11. Mai 2020
Manuela Tollerian

Es war schon befremdlich, mit Mundschutz in die Kirche zu gehen, eine Sitznummer zugewiesen zu bekommen und nicht singen zu dürfen...

1. öffentlicher Gottesdienst (c) Manuela Tollerian
1. öffentlicher Gottesdienst

Aber es war umso schöner, wieder in der Kirche zu sitzen, den Orgelklängen zu lauschen und die Eucharistie zu feiern.
Ich bin meiner Pfarrgemeinde und unserem Pfarrer Jozef Koscielny sehr dankbar, dass sie dies trotz der besonderen Umstände ermöglichten.

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Halleluja.

Endlich wieder das Halleluja von Pfarrer Koscielny zu hören – Gänsehaut. Ich muss sagen, dass ich die Gemeinschaft und die Kirche brauche. Natürlich begegnet mir Gott im Alltag, in der Natur, in den Menschen und in vielem mehr. Doch in der Kirche bin ich ihm besonders nah und viele Gemeindemitglieder sind für mich wie eine Familie.

Obwohl wir in den Bänken alle weit auseinandersaßen, kam bei mir ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf. Wir waren verteilt, aber genau das füllte die Reichelsheimer Kirche so aus, dass eine wärmende Atmosphäre entstand. Natürlich war auch eine gewisse Unsicherheit unter uns Teilnehmern zu spüren - keiner wollte etwas falsch machen und die Vorschriften befolgen. Wir haben es zusammen gemeistert und feierten eine Messe, die anders, aber sehr schön war.

Regenbogen (c) Manuela Tollerian
Regenbogen

Wir sitzen in diesen Zeiten alle im gleichen Boot, wie damals Noah, seine Familie und die Tiere in der Arche. Die Geschichte der Arche Noah ist eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Bibel. Auch Noah und seine Familie mussten hoffen, sich in Geduld üben und vertrauen.

In diesen Zeiten muss jeder für sich etwas finden, was ihn trägt und Kraft gibt. Für mich ist das auch der Regenbogen.

Ich bin froh, wenn ich aktuell in den Fensterscheiben den von Kindern gemalten Regenbogen sehe, der uns Mut machen soll.

Ich freue mich wie ein Kind, wenn ich in der Natur einen Regenbogen sehe. Er löst ein Gefühl aus, dass alles gut ist. Für mich ist es ein Zeichen der Hoffnung und dem Bund zwischen Gott und den Menschen. Gott liebt uns Menschen und erinnert uns mit diesem besonderen Zeichen immer wieder daran.

"Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt, der soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde" (1.Mose 9,13).

Gott sagt uns mit diesem phantastischen Zeichen, dass er mit jedem Einzelnen einen Bund geschlossen hat. Ich habe eine Bedeutung der Farben im Internet gefunden und fand diese sehr stimmig:


* Rot, die Farbe der Liebe, Gott liebt Dich!
* Orange, die Farbe der Hoffnung. Du darfst immer Hoffnung haben!
* Gelb, die Farbe der Ewigkeit. Durch Jesus haben wir eine Zukunft!
* Grün, die Farbe des Wachstums. Gott sorgt für Dich!
* Hellblau, die Farbe der Wahrheit. Gottes Wort ist die Wahrheit!
* Dunkelblau, die Farbe der Treue. Gott steht zu seinem Bund!
* Violett, die Farbe der Buße und Versöhnung. Gott vergibt Deine Schuld.

Dieses bunte Farbband am Himmel ist doch eine herrliche Idee Gottes.

Tauben (c) Manuela Tollerian
Tauben

Bei der Geschichte der Arche Noah steht ein Tier im Mittelpunkt, welches den Friedenszweig bringt. Zuhause unter unserem Dach haben ein Paar Türkentauben ein Nest gebaut und jetzt haben wir zwei Taubenbabys. Das ist hoffentlich ein gutes Omen für uns ALLE.

Der erste Gottesdienst war ein guter Anfang. Jetzt ist die Zeit, um neue Wege zu finden und sie gemeinsam zu gehen. Möge Gott immer einen Regenbogen über unseren Lebensweg malen, der die Welt bunter scheinen lässt.