Schmuckband Kreuzgang

Kirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim

Die Geschichte der Pfarrkirche

Fr 16. Nov 2018
Michael Schwarz

Die Katholische Pfarrkirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim

Das Patronat des Heiligen Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153) für die 1973 in einem Neubaugebiet („Bretzenheim-Süd") gegründete Pfarrei knüpft an die einstige Ortsherrschaft des Zisterzienserinnenklosters „Maria Dalen" (S. Maria in Valle, beim benachbarten Zahlbach) über Bretzenheim an, die vom 13. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution bestanden hatte.

Bild 1 der Kirche Sankt Bernhard

Das 1976/77 erbaute Gemeindezentrum (Weihe 1978) enthält u.a. eine Kapelle, die als Seitenschiff einer später im gleichen Stil anzubauenden Kirche vorgesehen war. 1985 entschloß man sich aber, statt dessen die Kirche als selbständiges, auch stilistisch abgehobenes Gebäude zu errichten. Die Planung wurde dem Architekturbüro Grüneberg und Partner (Mainz) übertragen. Nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Kirche am 10. Oktober 1992 durch Bischof Lehmann geweiht. Sie orientiert sich in ihrer äußeren Gestalt und in der Schlichtheit des Innenraums am Baustil der Zisterzienser.

Durch geschickte Gliederung der Baumassen aufgelockert, erinnert sie in ihrer hellen Verklinkerung an romanische Kirchen in südlichen Regionen. In die Fassade ist ein Stein aus dem Geburtshaus des Pfarrpatrons St. Bernhard in Fontaine-les-Dijon eingefügt. Ein offener Vorplatz, durch eine Baumreihe von der Straße abgetrennt, ist Treffpunkt der Gemeinde vor und nach den Gottesdiensten; er bildet mit dem Vorplatz des Gemeindezentrums die Platzanlage „Place Saint Bernard", Hinweis auf Bernhards Aufenthalt in Mainz (1146) und auf die mit der Pfarrei St.-Bernard in der Mainzer Partnerstadt Dijon bestehende Partnerschaft.

Das 1994 angeschaffte Geläute besteht aus drei Glocken (g′, b′, c′), die auf die Heilige Elisabeth, die Gottesmutter Maria und die Heilige Edith Stein geweiht sind.

Bild 2 der Kirche Sankt Bernhard

Der Innenraum, den man durch einen Vorraum mit Bildern und einer Ausstellungsvitrine betritt, ist von drei Schwerpunkten geprägt:

Die Taufkapelle, deren Glaskonstruktion in Verbindung mit der Säulenstellung der Vorhalle nach außen ein Element der Fassadengliederung bildet, ist ein Achteck (Symbolzahl der Vollkommenheit). Im Mittelpunkt steht der Taufbrunnen, ein Basaltmonolith, aus dem sich Wasser in eine Onyx-Schale ergießt, das „lebensspendende Wasser aus dem Felsen". Ein Schrein enthält die Geräte für die Taufspendung und die Gefäße mit den Heiligen Ölen. Die Osterkerze (deren Träger ein Geschenk der Evangelischen Philippus-Gemeinde ist) symbolisiert den auferstandenen Christus, ein Radleuchter, in den ein Quadrat eingefügt ist, das „Himmlische Jerusalem", dessen Bürgerrecht der Christ in der Taufe erwirbt. Links neben der Taufkapelle befindet sich ein Bronzeportal mit Szenen aus Leben und Legende des Kirchenpatrons St. Bernhard; es wurde von dem Priester und Bildhauer Don Luciano Carnessali aus Verona († 2003), geschaffen.

Taufbecken-St-Bernhard

Das Kirchenschiff ist fast quadratisch. Der Fußboden ist aus gelblichen Jurakalkplatten, während die Innenwände in ihrer Betonstruktur belassen sind. Der Blick geht hinauf in den offenen Dachstuhl, dessen Tragebalken farbig gefaßt sind; ihr Farbmuster - rot und grün - kehrt in der Farbgestaltung der Kirchenbänke wieder. Der Wandgliederung und optischen Verbindung vom Dachstuhl zum Raum dienen die in einem Gelbton gestrichenen Doppelkreuze vor den Fenstern, die mit den in Rot gehaltenen Bögen auf der Außenfassade kontrastieren. Für die Fenster ist eine schlichte künstlerische Verglasung im Stil der Zisterzienserkirchen vorgesehen. An den Wänden greifen die zwölf Kreuze mit den Apostelleuchtern das Motiv der Grundsteine des Himmlischen Jerusalem auf; sie sind, wie das „Ewige Licht" und die Metallkunstwerke der Taufkapelle, Arbeiten von Benedikt Maria Solga (Frankfurt a. M.).

St-Bernhard_Innenraum2_0178

In der nordwestlichen Ecke des Raums hängen die beiden Ikonen „Christus Allherrscher" und „Gottesmutter Maria", Geschenk der orthodoxen makedonischen Gemeinde „Sv. Nikola", die als Gast die Kapelle des Gemeindezentrums benutzt und mit einer Ikonostase versehen hat. An der Westwand hängt das 1970 entstandene Bild „Auferstehung" des Künstlers Adolf Gerhard (1910 - 1975; er wohnte seit 1966 in Bretzenheim).

Das Kirchenschiff wird an zwei Seiten von einem Umgang umfaßt, der Prozessionen und das betrachtende Nachgehen der Kreuzwegstationen ermöglicht; bei diesen handelt es sich eigentlich um einen „Passionsweg", da Todesangst, Verhaftung, Verleugnung und Verspottung Jesu mit einbezogen sind. Am östlichen Ende des Umgangs befindet sich der Raum für die Beichte.

Auf der Südseite des Kirchenschiffs befindet sich die Empore für den Kirchenchor und die Orgel. Dieses wertvolle historische Instrument mit 11 (bzw. 15) Registern, 1999 erworben, ist zur Zeit die einzige originale Orgel des berühmten französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (1811 - 1899) in Deutschland. Vollendet um 1890 (Teile des Prospekts stammen allerdings noch aus dem 18. Jahrhundert), war sie zunächst in Privatbesitz; ab 1951 diente sie im „Oratoire du Louvre", der größten lutherischen Kirche von Paris, ab 1971 in der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche in Suresnes bei Paris als Kirchenorgel.

Das Kirchenschiff als Versammlungsraum der Gemeinde ist ausgerichtet auf den Ambo als Ort der Wortverkündigung und Wegweisung in Schriftlesung, Psalmvortrag und Predigt. Er zeigt sieben Szenen aus dem Neuen Testament, die Begegnungen Jesu mit Frauen schildern und in denen die Thematik der sieben Sakramente anklingt.

Vom Kirchenschiff geht der Blick in die schräg angesetzte, genau nach Osten ausgerichtete Apsis, deren Ostwandfenster als Sonnenkreuz auf den wiederkommenden Christus hinweist, auf den die Kirche in Gottesdienst und Leben wartend ausgerichtet („orientiert") sein soll.

Der siebeneckige Bronzealtar, in dessen Bildfeldern die wichtigsten Szenen der Apokalypse, des letzten Buches der Bibel, dargestellt sind, ist umgeben von sieben Leuchtern, die die sieben in der Apokalypse angesprochenen Christengemeinden Kleinasiens und entsprechend sieben Regionen der heutigen Weltkirche in Bildsymbolen repräsentieren. Als Vertreter dieser Kirchen (und der christlichen Konfessionen) fungieren Glaubenszeugen der jüngeren Vergangenheit, von denen Erinnerungsstücke in die Bodenfelder des Altares eingelassen sind. Die als Engel gedachten Repräsentanten dieser sieben „Kirchen" tragen als Säulen die Platte des Altars. Der Raum der Eucharistiefeier ist also geprägt von der Idee des inmitten der Gemeinde gegenwärtigen und mit ihr feiernden Christus. Das Tabernakel an der nördlichen Apsiswand wendet das Bild vom „Zelt Gottes unter den Menschen" (Offb 21, 3) auf den Aufbewahrungsort der Eucharistie an. Das Ewige Licht erinnert an die Gegenwart Christi. Die Gottesmutter Maria und der Pfarrpatron Bernhard von Clairvaux, deren Figuren am Übergang vom Kirchenschiff zum Altarraum stehen, repräsentieren zusammen mit den Aposteln und den Glaubenszeugen die Heiligen, in deren Gemeinschaft die Gemeinde Gottesdienst feiert.

Auf dem Osterleuchter sind die zentralen Motive der Osterfeier - Sünde und Tod, Befreiung und Auferstehung - dargestellt, wobei die Bilder der oberen und der unteren Bildzone sich jeweils entsprechen: Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, Zug durchs Rote Meer (unten), Kreuzigung, Abstieg Jesu in „das Reich des Todes", Auferstehung (oben).

Die Bronzewerke Ambo, Altar, Leuchter, Osterleuchter und Tabernakel wurden, ebenso wie die Kreuzwegstationen, von dem Bildhauer Ulrich Henn (Leudersdorf/Eifel) geschaffen.

Ein eigener Meditationsraum befindet sich auf der Nordseite der Kirche. Sein Fußboden zeigt als Meditationsbild ein „Labyrinth", Symbol für die Sonne (Licht, Leben, Gott, Christus), wie auch für die Suche nach dem rechten Weg.

Die St.-Bernhard-Kirche ist so gestaltet, daß sie die Entfaltung einer reichen Liturgie ermöglicht, ohne bestimmte Vollzüge zu erzwingen. Daneben gibt sie Raum zu Stundengebet und persönlicher Andacht. Die vielfältige Symbolik in Baugestalt und künstlerischer Ausstattung bietet Gelegenheit zur Meditation. Raumgestalt und Wegeführung wollen das christliche Leben als Weg mit der Aufgabe ständiger Neuorientierung bewußt machen: Die Taufe als Aufbruch, die Wegweisung durch Gottes Wort, die Umkehr in Buße und Vergebung, die Wegzehrung in der Eucharistie, das Ziel Jesus Christus. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit".

(G. K.)

Literatur:

Mainzer Kirchenführer, Entdeckungen in katholischen Kirchen in und um Mainz. Hrsg. von Jürgen Nikolay. Ingelheim, Leinpfad-Verlag 2004, 158-160 (Rose Marie Reinhardt).

Dr. Gebhard Kurz: Theologie in Stein und Bronze. Die katholische Pfarrkirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim, In: Musik und Kirche. 2005, S. 342-348.

 

Die Katholische Pfarrkirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim

Das Patronat des Heiligen Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153) für die 1973 in einem Neubaugebiet („Bretzenheim-Süd") gegründete Pfarrei knüpft an die einstige Ortsherrschaft des Zisterzienserinnenklosters „Maria Dalen" (S. Maria in Valle, beim benachbarten Zahlbach) über Bretzenheim an, die vom 13. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution bestanden hatte.

Das 1976/77 erbaute Gemeindezentrum (Weihe 1978) enthält u.a. eine Kapelle, die als Seitenschiff einer später im gleichen Stil anzubauenden Kirche vorgesehen war. 1985 entschloß man sich aber, statt dessen die Kirche als selbständiges, auch stilistisch abgehobenes Gebäude zu errichten. Die Planung wurde dem Architekturbüro Grüneberg und Partner (Mainz) übertragen. Nach siebenjähriger Planungs- und Bauzeit wurde die Kirche am 10. Oktober 1992 durch Bischof Lehmann geweiht. Sie orientiert sich in ihrer äußeren Gestalt und in der Schlichtheit des Innenraums am Baustil der Zisterzienser.

Durch geschickte Gliederung der Baumassen aufgelockert, erinnert sie in ihrer hellen Verklinkerung an romanische Kirchen in südlichen Regionen. In die Fassade ist ein Stein aus dem Geburtshaus des Pfarrpatrons St. Bernhard in Fontaine-les-Dijon eingefügt. Ein offener Vorplatz, durch eine Baumreihe von der Straße abgetrennt, ist Treffpunkt der Gemeinde vor und nach den Gottesdiensten; er bildet mit dem Vorplatz des Gemeindezentrums die Platzanlage „Place Saint Bernard", Hinweis auf Bernhards Aufenthalt in Mainz (1146) und auf die mit der Pfarrei St.-Bernard in der Mainzer Partnerstadt Dijon bestehende Partnerschaft.

Das 1994 angeschaffte Geläute besteht aus drei Glocken (g′, b′, c′), die auf die Heilige Elisabeth, die Gottesmutter Maria und die Heilige Edith Stein geweiht sind.

Der Innenraum, den man durch einen Vorraum mit Bildern und einer Ausstellungsvitrine betritt, ist von drei Schwerpunkten geprägt:

Die Taufkapelle, deren Glaskonstruktion in Verbindung mit der Säulenstellung der Vorhalle nach außen ein Element der Fassadengliederung bildet, ist ein Achteck (Symbolzahl der Vollkommenheit). Im Mittelpunkt steht der Taufbrunnen, ein Basaltmonolith, aus dem sich Wasser in eine Onyx-Schale ergießt, das „lebensspendende Wasser aus dem Felsen". Ein Schrein enthält die Geräte für die Taufspendung und die Gefäße mit den Heiligen Ölen. Die Osterkerze (deren Träger ein Geschenk der Evangelischen Philippus-Gemeinde ist) symbolisiert den auferstandenen Christus, ein Radleuchter, in den ein Quadrat eingefügt ist, das „Himmlische Jerusalem", dessen Bürgerrecht der Christ in der Taufe erwirbt. Links neben der Taufkapelle befindet sich ein Bronzeportal mit Szenen aus Leben und Legende des Kirchenpatrons St. Bernhard; es wurde von dem Priester und Bildhauer Don Luciano Carnessali aus Verona († 2003), geschaffen.

Das Kirchenschiff ist fast quadratisch. Der Fußboden ist aus gelblichen Jurakalkplatten, während die Innenwände in ihrer Betonstruktur belassen sind. Der Blick geht hinauf in den offenen Dachstuhl, dessen Tragebalken farbig gefaßt sind; ihr Farbmuster - rot und grün - kehrt in der Farbgestaltung der Kirchenbänke wieder. Der Wandgliederung und optischen Verbindung vom Dachstuhl zum Raum dienen die in einem Gelbton gestrichenen Doppelkreuze vor den Fenstern, die mit den in Rot gehaltenen Bögen auf der Außenfassade kontrastieren. Für die Fenster ist eine schlichte künstlerische Verglasung im Stil der Zisterzienserkirchen vorgesehen. An den Wänden greifen die zwölf Kreuze mit den Apostelleuchtern das Motiv der Grundsteine des Himmlischen Jerusalem auf; sie sind, wie das „Ewige Licht" und die Metallkunstwerke der Taufkapelle, Arbeiten von Benedikt Maria Solga (Frankfurt a. M.).

In der nordwestlichen Ecke des Raums hängen die beiden Ikonen „Christus Allherrscher" und „Gottesmutter Maria", Geschenk der orthodoxen makedonischen Gemeinde „Sv. Nikola", die als Gast die Kapelle des Gemeindezentrums benutzt und mit einer Ikonostase versehen hat. An der Westwand hängt das 1970 entstandene Bild „Auferstehung" des Künstlers Adolf Gerhard (1910 - 1975; er wohnte seit 1966 in Bretzenheim).

Das Kirchenschiff wird an zwei Seiten von einem Umgang umfaßt, der Prozessionen und das betrachtende Nachgehen der Kreuzwegstationen ermöglicht; bei diesen handelt es sich eigentlich um einen „Passionsweg", da Todesangst, Verhaftung, Verleugnung und Verspottung Jesu mit einbezogen sind. Am östlichen Ende des Umgangs befindet sich der Raum für die Beichte.

Auf der Südseite des Kirchenschiffs befindet sich die Empore für den Kirchenchor und die Orgel. Dieses wertvolle historische Instrument mit 11 (bzw. 15) Registern, 1999 erworben, ist zur Zeit die einzige originale Orgel des berühmten französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (1811 - 1899) in Deutschland. Vollendet um 1890 (Teile des Prospekts stammen allerdings noch aus dem 18. Jahrhundert), war sie zunächst in Privatbesitz; ab 1951 diente sie im „Oratoire du Louvre", der größten lutherischen Kirche von Paris, ab 1971 in der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche in Suresnes bei Paris als Kirchenorgel.

Das Kirchenschiff als Versammlungsraum der Gemeinde ist ausgerichtet auf den Ambo als Ort der Wortverkündigung und Wegweisung in Schriftlesung, Psalmvortrag und Predigt. Er zeigt sieben Szenen aus dem Neuen Testament, die Begegnungen Jesu mit Frauen schildern und in denen die Thematik der sieben Sakramente anklingt.

Vom Kirchenschiff geht der Blick in die schräg angesetzte, genau nach Osten ausgerichtete Apsis, deren Ostwandfenster als Sonnenkreuz auf den wiederkommenden Christus hinweist, auf den die Kirche in Gottesdienst und Leben wartend ausgerichtet („orientiert") sein soll.

Der siebeneckige Bronzealtar, in dessen Bildfeldern die wichtigsten Szenen der Apokalypse, des letzten Buches der Bibel, dargestellt sind, ist umgeben von sieben Leuchtern, die die sieben in der Apokalypse angesprochenen Christengemeinden Kleinasiens und entsprechend sieben Regionen der heutigen Weltkirche in Bildsymbolen repräsentieren. Als Vertreter dieser Kirchen (und der christlichen Konfessionen) fungieren Glaubenszeugen der jüngeren Vergangenheit, von denen Erinnerungsstücke in die Bodenfelder des Altares eingelassen sind. Die als Engel gedachten Repräsentanten dieser sieben „Kirchen" tragen als Säulen die Platte des Altars. Der Raum der Eucharistiefeier ist also geprägt von der Idee des inmitten der Gemeinde gegenwärtigen und mit ihr feiernden Christus. Das Tabernakel an der nördlichen Apsiswand wendet das Bild vom „Zelt Gottes unter den Menschen" (Offb 21, 3) auf den Aufbewahrungsort der Eucharistie an. Das Ewige Licht erinnert an die Gegenwart Christi. Die Gottesmutter Maria und der Pfarrpatron Bernhard von Clairvaux, deren Figuren am Übergang vom Kirchenschiff zum Altarraum stehen, repräsentieren zusammen mit den Aposteln und den Glaubenszeugen die Heiligen, in deren Gemeinschaft die Gemeinde Gottesdienst feiert.

Auf dem Osterleuchter sind die zentralen Motive der Osterfeier - Sünde und Tod, Befreiung und Auferstehung - dargestellt, wobei die Bilder der oberen und der unteren Bildzone sich jeweils entsprechen: Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, Zug durchs Rote Meer (unten), Kreuzigung, Abstieg Jesu in „das Reich des Todes", Auferstehung (oben).

Die Bronzewerke Ambo, Altar, Leuchter, Osterleuchter und Tabernakel wurden, ebenso wie die Kreuzwegstationen, von dem Bildhauer Ulrich Henn (Leudersdorf/Eifel) geschaffen.

Ein eigener Meditationsraum befindet sich auf der Nordseite der Kirche. Sein Fußboden zeigt als Meditationsbild ein „Labyrinth", Symbol für die Sonne (Licht, Leben, Gott, Christus), wie auch für die Suche nach dem rechten Weg.

Die St.-Bernhard-Kirche ist so gestaltet, daß sie die Entfaltung einer reichen Liturgie ermöglicht, ohne bestimmte Vollzüge zu erzwingen. Daneben gibt sie Raum zu Stundengebet und persönlicher Andacht. Die vielfältige Symbolik in Baugestalt und künstlerischer Ausstattung bietet Gelegenheit zur Meditation. Raumgestalt und Wegeführung wollen das christliche Leben als Weg mit der Aufgabe ständiger Neuorientierung bewußt machen: Die Taufe als Aufbruch, die Wegweisung durch Gottes Wort, die Umkehr in Buße und Vergebung, die Wegzehrung in der Eucharistie, das Ziel Jesus Christus. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit".

(G. K.)

Literatur:

Mainzer Kirchenführer, Entdeckungen in katholischen Kirchen in und um Mainz. Hrsg. von Jürgen Nikolay. Ingelheim, Leinpfad-Verlag 2004, 158-160 (Rose Marie Reinhardt).

Dr. Gebhard Kurz: Theologie in Stein und Bronze. Die katholische Pfarrkirche St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim, In: Musik und Kirche. 2005, S. 342-348.