Pastoraler Weg

Die kath. Kiche im Bistum ist dabei, sich in einem Entwicklungsprozess, dem "Pastoralen Weg", neu zu orientieren und weiterzuentwickeln.

Da die Zahl der Katholik*innen, ebenso wie die Zahl der Priester und anderen kirchl. Mitarbeiter*innen, sinkt, muss sich etwas verändern. So ist geplant, bis zum Jahr 2030 größere Pfarreien zu bilden (im Dekanat Bingen werden das zwei sein) und 50 % aller Gebäude abzustoßen.

Trotz allem wollen wir gemeinsam weiter Kirche sein. Das wird nur gelingen wenn viele mittun, mitdenken und mitgestalten. Deshalb sind in den Prozess unter dem Motto "eine Kirche, die teilt" möglichst viele Menschen eingebunden. Im Dekanat Bingen arbeiten 6 Gruppen an unterschiedlichen Themen.
Der Blickwinkel und die Gedanken und Vorschläge von Kindern und Jugendlichen sind hier sehr wichtig! 
Deshalb hat sich einer der Gruppen mit diesem Thema beschäftigt. Dafür wurden verschiedene Fragebögen entwickelt, um von den Zielgruppen Schüler*innen, Kinder und Aktive der Jugendarbeit Antworten zu erfahren. Die Ergebnisse findet ihr unten.

Zudem hat die Gruppe einen kleinen Film erstellt mit 8 Thesen, was Jugendliche sich von Kirche wünschen.

Ergebnisse der Umfrage für Aktive in der Jugendarbeit

Im Rahmen des Pastoralen Wegs wurden Jugendliche und junge Erwachsene, die aktiv in Jugendverbänden und/oder den Ministranten und/oder der Kirchenmusik im Dekanat aktiv sind, zu ihren Meinungen und Wünschen zu Kirche befragt.

Es fällt auf, dass viele seit ihrer Kindheit mit dabei sind, selbst viele positive Erfahrungen und Erlebnisse hatten und diese an die jüngere Generation weitergeben möchten. Das Engagement macht ihnen Spaß und ist ihre Art der Bindung zur Kirche. Daher ist es nicht erstaunlich, dass Gemeinschaft und das Gefühl von Zusammengehörigkeit am häufigsten genannt werden, wenn man fragt, was den Jugendlichen an Kirche gefällt.

Dass Kirche (zu) konservativ und altmodisch ist, stört die Befragten. Als Beispiel werden hier Themen wie Zöibat, fehlende Gleichberechtigung, Rolle der Frau und die Abwertung von Homosexualität genannt. Die Jugendlichen wünschen sich von Kirche mehr Offenheit gegenüber Veränderungen, neuen Ideen und Lebensentwürfen. Weiterhin werden  mehr Angebote für Jugendliche, Treffen und Jugendgottesdienste gewünscht sowie die Besprechung jugendreleanter Themen. Für die Jugendlichen, die bei der KJG und/oder den Ministranten aktiv sind, ist eine offene und wertschätzende Kommunikation mit der Gemeinde wichtig. Sie freuen sich über Unterstützung, möchten aber eigenständig bleiben und (in ihrem Rahmen) Entscheidungen treffen dürfen.

Über Angebote und Veranstaltungen informieren sich die Befragten überwiegend online. In diesem Bereich wird auch ein Mangel an Öffenlichkeitsarbeit angemerkt.

Befragt nach einem (für sie) schönen Gottesdienst, antworten die meisten mit guter Musik. Für viele gehört eine volle Kirche mt vielen (jungen) Menschen dazu, zudem werden unkonventionelle, lebhafte Gottesdienste gewünscht, in denen es nicht nur ums Zuhören geht.

Ergebnisse der Schüler*innen-Umfrage

IMG_0497 (c) KJZ Bingen

Jugendliche wünschen sich jüngere und modernere Gottesdienste mit aktuellen Themen und moderner Musik, "nur da sitzen und zuhören" empfinden sie als langweilig. Zudem werden mehr Veranstaltungen und Angebote für Kinder- und Jugendliche gewünscht.
Kirche empfinden die Befragten häufig als altmodisch. Veraltete Ansichten und die fehlende Gleichberechtigung werden kritisiert, genauso wie lanweilige, zu lange und eintönige Gottesdienste. Es ist erkennbar, dass Außenstehende nur wenig von den laufenden kirchlichen Veranstaltungen mitbekommen.

Toll finden die Jugendlichen, dass Kirche ein Ort der Gemeinschaft ist. Hier sind Menschen, die sich verbunden fühlen und füreinander das sind, die gemeinsam glauben und feiern. Auch wird Kirche als Rückzugsort für Besinnung geschätzt sowie Traditionen, wie kirchl. Feste, Angebote für Kinder und Jugendliche und soziales Engagement.

An der Umfrage haben 139 Schüler*innen zwischen 10 und 21 Jahren teilgenommen.

Ergebnisse der Umfrage für Kinder

Durch die Corona-Pandemie konnten wir leider nicht so viele Kinder erreichen wie gewünscht. Die Kinder, die teilgenommen haben, sind aus dem kirchennahen Mileu, die meisten sind bei den Messdiener*innen, der KJG oder einer kath. Musikgruppe aktiv.
Viele der Befragten besuchen regelmäßig einen Gottesdienst und mögen das gemeinsame Singen und Beten, jedoch empfinden sie den Gottesdienst oft als zu lang und mit zu starren Regeln.
Es fällt auf, dass ein Großteil sehr positive Erinnerungen an die eigene Erstkommunion hat bzw. an andere kichl. Feste und Feiern.