Statio der Gemeinden St.Bonifatius/Messel, St.Jakobus/Kranichstein, Heilig Geist und
Auferstehung/Arheilgen in der Orangerie
„Ich glaube“, so riefen einst die Blinden und die Kranken am Straßenrand als Jesus vorüberging.
Was haben sie geglaubt?
Vielleicht hätten sie das gar nicht so genau sagen können.
Vielleicht war es kaum mehr als eine Ahnung:
Dass in diesem Jesus aus Nazareth ein anderer auf sie zukommt:
Gott in seinem Erbarmen.
Und dass Gott in Jesus genau um ihretwillen, „für sie“, die Armen da am Straßenrand gegenwärtig
wird.
Vielleicht war das ihr Glaube.
Wie ja auch wir, auch wenn wir gute Katholiken sind, wohl nicht immer so ganz genau sagen können,
wie wir das eigentlich verstehen, was wir im Fronleichnamshymnus singen: „Gott ist nah in diesem
Zeichen“.
Auch wir ahnen oft eher als dass wir es verstehen:
Dass uns mit Jesus ein Versprechen gegeben ist, dem wir vertrauen wollen:
„Fürchtet euch nicht, ich bin bei euch, alle Tage, bis zum Ende der Welt“
Ich bin da. „Für euch“.
Unverlierbar hat sich der Christenheit eingebrannt, was Jesus selbst am Abend vor seinem Leiden und
Sterben getan hat:
Als er das Brot nahm und später, nach dem Mahl, den Becher :
„das ist mein Leib, das ist mein Blut, für euch und für alle hingegeben“,
das bin ich selbst,
der dessen ganzes Sein und Wesen darin besteht, im Namen Gottes „für euch“ zu sein.
Die Erinnerung an das Geschehen im Abendmahlssaal und an Jesu Worte stehen im Zentrum des
Hochgebets in jeder katholischen Eucharistiefeier.
Dieselben Worte erklingen in der eucharistischen Liturgie der Ostkirche
Und so wird es auch in jeder Abendmahlsfeier bei uns in der evangelischen Auferstehungsgemeinde in
Arheilgen in Erinnerung gerufen.
„Tut dies zu meinem Gedächtnis“
Sein Auftrag verbindet die Konfessionen darin, Jesu Hingabe zu vergegenwärtigen und das Erbarmen
Gottes im Dienst an den Menschen zu leben.
Lied: Strahlen brechen viele . . .
„Unser Licht ist Christus“
Ihn sollen wir füreinander leben. Seine Zeugen sollen wir sein. Nicht zuletzt für die, die heute am
Straßenrand stehen
Dazu bitten wir Gott um seinen Segen:
Guter Gott,
so, wie die vielen Strahlen aus einem Licht hervorgehen, so verschieden hast du uns Menschen
geschaffen,
bunt und einzigartig, mit vielen Talenten und Fähigkeiten.
Wir danken dir für diese Vielfalt,
für alles, was jede und jeder von uns einbringt.
Hilf uns, einander mit offenen Augen zu sehen,
mit Respekt zu begegnen und Unterschiede nicht als Trennung,
sondern als Reichtum zu erkennen.
Segne unsere ökumenische Gemeinschaft,
dass wir Grenzen überwinden, Vertrauen wachsen lassen
und als Vertraute im Glauben zusammenstehen.
Segne unser Miteinander, dass wir einander zuhören,
uns gegenseitig achten und gemeinsam ein Licht werden,
das heller und bunter strahlt als wir allein.
Stärke in uns die Bereitschaft zur Toleranz,
den Mut zur Versöhnung und die Freude daran,
gemeinsam deinen Weg zu gehen.
So begleite uns dein Segen,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist,
heute und auf unserem weiteren gemeinsamen Weg.
Amen.