3 Minuten für DICH und GOTTES WORT

Unser spiritueller Impuls zum 28. Sonntag im Jahreskreis

Alle sind eingeladen! (c) Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de
Alle sind eingeladen!
Datum:
Di. 10. Okt. 2023
Von:
Peter Heiligenthal

Eine große Party ist angesagt! Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! 

Evangelium (Mt 22,1-14)


1

In jener Zeit
   erzählte Jesus den Hohepriestern
   und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis:

2

Mit dem Himmelreich
   ist es wie mit einem König,
   der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

3

Er schickte seine Diener,
   um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen.
Sie aber wollten nicht kommen.

4



Da schickte er noch einmal Diener
und trug ihnen auf:
   Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig,
meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet,
alles ist bereit.
Kommt zur Hochzeit!

5

Sie aber kümmerten sich nicht darum,
sondern der eine ging auf seinen Acker,
   der andere in seinen Laden,

6

wieder andere fielen über seine Diener her,
   misshandelten sie
   und brachten sie um.

7

Da wurde der König zornig;
er schickte sein Heer,
ließ die Mörder töten
   und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

8

Dann sagte er zu seinen Dienern:
   Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet,
   aber die Gäste waren nicht würdig.

9

Geht also an die Kreuzungen der Straßen
und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!

10

Die Diener gingen auf die Straßen hinaus
   und holten alle zusammen, die sie trafen,
Böse und Gute,
und der Festsaal füllte sich mit Gästen.

11

Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen,
   bemerkte er unter ihnen einen Menschen,
   der kein Hochzeitsgewand anhatte.

12

Er sagte zu ihm:
   Freund,
   wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen?
Der aber blieb stumm.

13

Da befahl der König seinen Dienern:
   Bindet ihm Hände und Füße
   und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.

14

Denn viele sind gerufen,
   wenige aber auserwählt.

Unser spiritueller Impuls für den Alltag

inspiriert (c) Yohanes Vianey Lein In: Pfarrbriefservice.de
inspiriert

Wie so oft geht es im heutigen Evangelium wieder einmal um die Auseinandersetzung von Jesus mit den Hohepriestern und Ältesten. Im Gleichnis wird deutlich, dass die „primär Eingeladenen“ die Einladung zur Hochzeit, zum Hochzeitsmahl (ins Himmelreich!) ignorieren und sogar – in einigen Fällen – die Überbringer der Botschaft töten. Das Gleichnis – aus nachösterlicher Sicht von Matthäus in sein Evangelium eingefügt - beschreibt, so will ich formulieren, im Kern die Ablehnung Jesu und seiner Botschaft vor allem durch die Mächtigen und die Führungseliten des Volkes Israel. Die im Text genannte Vernichtung der ganzen Stadt knüpft wohl an die Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 n. C. an, so wie überhaupt das ganze Matthäusevangelium (geschrieben ca. 80 n. C.) um deren Vernichtung zu wissen scheint!

Anstelle der zuerst zum Hochzeitsmahl eingeladenen Gäste, treten nun Menschen von der Straße, die den Boten an den Kreuzungen begegnen, „Gute und Böse“, heißt es, so dass sich der Hochzeitssaal füllte. Wie Jesus sich in seinem Leben in Zeichen und Heilstaten den Armen, den Kranken, Blinden und Lahmen, zuwendete, so ist nun auch der Festsaal voller „einfacher“, scheinbar zufällig ausgewählter Gästen.

Wir alle sind eingeladen zu diesem Hochzeitsmahl, eingeladen ins Himmelreich, ins Reich Gottes. Mitten in unseren persönlichen Alltag mit all seinen Facetten hinein kommt diese Einladung. Wie gehen wir selbst mit ihr um? Nehmen wir sie an oder haben wir auch Entschuldigungen parat, wie die zuerst Genannten? Sind wir bereit? Gerüstet? Würdig?

Der Schluss des Gleichnisses stimmt jedenfalls noch einmal sehr nachdenklich: Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt. Auch das „Heulen und Zähneknirschen“ verstört (es spiegelt sicher auch die Erfahrung der besiegten und nach der Niederlage gegen die römischen Legionen in alle Winde zerstreuten jüdischen Bevölkerung Israels wieder) und scheint zunächst nicht zur „Frohen Botschaft“, zum „barmherzigen“ Gott Jesu zu passen. Doch gilt es auch ehrlich in den Blick zunehmen, dass es tatsächlich ein „zu spät“ geben kann, dass Menschen, dass wir selbst Chancen (Einladungen) verpassen können. Letztendlich dürfen wir allerdings – so mein fester Glaube – auf die Barmherzigkeit Gottes hoffen.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Peter Heiligenthal
Gemeindereferent