Priestertum aller Gläubigen

Feierliche Beauftragung an Allerheiligen

v.l. Hildegard Pilawa, Pfr. Matthias Schmid, Thomas Ransbach, Gemeindereferentin Uta Kuttner, Florian Keßler (c) Förderverein St. Thomas Morus e.V.
v.l. Hildegard Pilawa, Pfr. Matthias Schmid, Thomas Ransbach, Gemeindereferentin Uta Kuttner, Florian Keßler
Datum:
Do 5. Nov 2020
Von:
Uta Kuttner

Am 1. November 2020, wurden Hildegard Pilawa, Florian Keßler und Thomas Ransbach durch Bischof Peter Kohlgraf zur Leitung für Wortgottesfeiern im Pfarreienverbund Gießen beauftragt. Gemeindereferentin Uta Kuttner und Klinikseelsorger und Pfarrer Matthias Schmid verlasen dazu die bischöfliche Beauftragung während des Gottesdienstes. 

Zweijährige Ausbildung

Im Februar 2019 begann für Hildegard Pilawa, Florian Keßler und Thomas Ransbach die Ausbildung für diesen Dienst gemäß den pastoralen Richtlinien Nr.13, Absatz 37.

Die Ausbildung gliederte sich in einzelne Module mit verschiedenen Schwerpunkten. Diese beinhalteten folgende Fragen:

  • Was ist Liturgie?
  • Wie ist eine Wortgottesfeier aufgebaut?
  • Was sagen offizielle Schreiben zur Wortgottesfeier unserer Diözese?
  • Wie sind die liturgischen Werkbücher aufgebaut?
  • Welche verschiedenen Methoden gibt es, um sich die Worte der Hl. Schrift zu erschließen?

Darüber hinaus beschäftigte sich die Ausbildung mit sog. Zeichenhandlungen. Zeichenhandlungen sind Aktionen, die einen Bedeutungsgehalt darstellen, der nicht mit dem Ziel der Handlung selbst identisch ist.1 Zu solchen Zeichenhandlungen gehören etwa Lichtdanksagungen (z.B. an Darstellung des Herrn), das Taufgedächtnis und Segnungen, zum Beispiel der Erntegaben an Erntedank oder des Adventskranz.

Auch der praktische Teil der Ausbildung kam nicht zu kurz. Die Ausbildungsteilnehmer übten das Formulieren von Fürbitten und Lobpreis. Der Lobpreis ist Gebet und Anbetung innerhalb der Wortgottesfeier. Im Lobpreis erweist der Gläubige Gott Ehre und rühmt seine Taten. Bei jeweils zwei eigenständig vorbereiteten Wortgottesfeiern mit anschließender Reflexion wurde das ganze dann in die Tat umgesetzt.

Auch mit der eigenen Spiritualität und geistlichen Dimension beschäftigten sich die Auszubildenden intensiv im Rahmen einer geistigen Begleitung.

Gemeindereferentin Uta Kuttner gratulierte den frisch Beauftragten, Hildegard Pilawa, Florian Keßler und Thomas Ransbach zu ihrem neuen Dienst und wünschte ihnen alles Gute und Gottes Segen.

1) Definition auf. bibelwissenschaft.de

Priestertum aller Gläubigen

Das Zweite Vatikanische Konzil (1963) hat die Bedeutung des gemeinsamen Priestertums, zu dem die Gläubigen durch Taufe und Firmung berufen sind, gestärkt. Daraus sind u.a. neue hauptamtliche und ehrenamtliche Dienste in Gottesdienst und Verkündigung erwachsen.

"Durch die Wiedergeburt und die Salbung mit dem Heiligen Geist werden die Getauften zu einem geistigen Bau und einem heiligen Priestertum geweiht, damit sie in allen Werken eines christlichen Menschen geistige Opfer darbringen und die Machttaten dessen verkünden, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“ (Lumen Gentium, 21.11.1964)

In Diasporagebieten wie der ehemaligen DDR hatten Wortgottesfeiern bereits eine lange Tradition. Für die Kirche von heute bieten sie die Chance vor dem Hintergrund des künftigen Priestermangels und der damit einhergehenden Kirchenschließungen neue Formen der Spiritualität zu entwickeln. Ein solches Verständnis der christlichen Weltfrömmigkeit - wie es Papst Benedikt XVI formulierte - wird nicht nur biblischer sondern auch realistischer sein.