Dominikanerorden:800. Todestag unseres Gründers Dominikus

Am 6. August 1221 starb der hl. Dominikus in Bologna.
Gerd Winner
Gerd Winner "Dominikus"
Datum:
4. Juli 2021
Von:
Ralf Sagner

Im Jahre 1216, mitten in den Wirren des Kreuzzuges des Papstes gegen die Katharer in Südfrankreich, approbierte der Papst die in Toulouse ansässige Gemeinschaft, die Dominikus um sich gesammelt hat als Orden der Predigerbrüder. Sie hatten begriffen, dass rationale Argumente und eine einfache Lebensweise auf Augenhöhe der Menschen der einzig gangbare Weg war, den Glauben an Jesus Christus zu vermitteln. 

Dominikus begriff, dass seine Leute gut ausgebildet werden mussten, um diese Predigtaufgabe gut zu erfüllen. Er bat um Professoren aus Paris von der damals besten Universität. Dazu kommt es jedoch nicht, weil er kurzerhand entschied, die Brüder lieber nach Paris zum Studium zu schicken. Dort schlossen sich dann Professoren und Studenten dem jungen Orden an. So entstanden erste Niederlassungen des Ordens vor allem in den damaligen Universitätsstädten. In den knapp fünf verbleibenden Lebensjahren des Gründers entstanden vor allem in Italien, Frankreich und Spanien fünfundzwanzig Dominikanerklöster. Am 6. August 1221, vor 800 Jahren, starb er in Bologna. Er bat sterbend, unter den Füßen der Brüder bestattet zu werden.

Dominikus wurde buchstäblich zu einem Fundament für den Orden, der zu einem der einflussreichsten Orden der Kirchengeschichte heranwuchs. Wie jedes Fundament ist auch Dominikus fast unsichtbar. Es gibt weder in seinem kastilischen Geburtsort noch in Bologna, wo sich sein Grab befindet, einen bedeutenden Wallfahrtsort, wie man es von anderen Ordensgründern kennt. Ihm war Selbstreferenzialität fremd. Ihm ging es um die Menschen und ihren wankenden Glauben im Angesicht von Krisen und Verunsicherungen. Ihm war es wichtig, dass sie Gott, der seinen Sohn als Zeichen seiner Liebe in unsere Welt sandte, als Ankerpunkt vertrauten.

Ihm würde es vielleicht gefallen, dass sein Orden sein sichtbares Denkmal ist. Uns Dominikanern ist das jedenfalls eine große Verpflichtung.