Die organisatorischen Strukturen sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche Verändern sich auf der Ebene der lokalen Pfarrgemeinden.
Zum 1. Januar 2027 werden die bislang rechtlich eigenständigen Pfarrgemeinden im Pastoralraum Wetterau-Mitte in einer neuen Pfarrgemeinde – deren Namen derzeit noch gefunden wird – zusammengeführt. Die jeweiligen „Kirchorte“ in den lokalen Gemeinden bleiben jedoch erhalten und sollen auch künftig der Ort sein, an dem Kirche lebendig ist. Darüber hinaus sollen die lokalen Aktivitäten aber besser vernetzt werden und wo möglich auch klarere Schwerpunkte erhalten.
Der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat von St. Johannes Evangelist in Rodheim hat gemeinsam mit den Aktiven aus der Gemeinde in den Arbeitsgruppen des Pastoralen Weges in einer gut besuchten Gemeindeversammlung einen Einblick in den Stand der Planungen mit besonderem Blick auf Rodheim gegeben und dabei auch Fragen beantwortet.
Der Vorsitzendes Rodheimer Pfarrgemeinderates Klaus Steiner gab zunächst anhand einer Landkarte mit den Kirchorten einen Überblick, welche Gemeinden zur künftigen großen Pfarrei gehören und welche Projektgruppen und Gremien seit zwei Jahren an der der neuen Struktur arbeiten. Dabei wurde deutlich, dass dieser bewusst gewählte lange Zeitraum bis zum Zusammenschluss auch die Chance für ein gegenseitiges Kennenlernen und selbst bei schwierigen Fragen vertrauensvolles Diskutieren in den Gremien ermöglicht hat.
Aus der Arbeit in der Projektgruppe Katechese, welche ein Zukunftskonzept für die Angebote zur Weitergabe des Glaubens und zur Vorbereitung auf die Sakramente erarbeitet hat, berichtete Iris Zollingkoffer: Auch hier sei das Leitbild eine gute Verzahnung und wo möglich der Erhalt bestehender lokaler Angebote mit verstärkten zentralen und gemeinsamen Angeboten.
Martin Schlosser, Obmann des Verwaltungsrates von St. Johannes Evangelist informierte über den Planungsstand im den Projektgruppen Gebäude, Verwaltung und Vermögen. Die Besucher waren froh zu hören, dass die Kirche und das Pfarrzentrum in Rodheim der Gemeinde erhalten bleiben – auch wenn Schlosser deutlich machte, dass für deren Finanzierung künftig noch stärker Einnahmen aus der Vermietung der Räumlichkeiten des Pfarrzentrums und ortsgebundene Spenden notwendig sein werden.
Aus der Projektgruppe Sozialpastoral berichtete Jürgen Hofmmann, der sich auch in der übergreifenden Steuerungsgruppe für den Pastoralen Weg umfassend engagiert. Hofmann ist überzeugt, dass gerade in diesem wichtigen kirchlichen Aufgabenfeld der gegenseitigen Hilfe und der Unterstützung bedürftiger Menschen, die künftige größere Organisationsstruktur die Chance bietet, Ressourcen besser zu nutzen und schon vorhandene Fähigkeiten in den Gemeinden wirksamer zu unterstützen.
Pfarrer Norbert Braun informierte darüber, dass die künftige Großpfarrei zwar aktuell noch einen Personalstärke an Priestern hat, die es heute erlaubt, in allen 14 Gemeinden einen Gottesdienst am Wochenende anzubieten. Die Zahl der aktiven Priester im Pastoralraum werde nach den Planungen des Bistums jedoch bis spätestens 2030 auf voraussichtlich drei Priester zurückgehen. Die Projektgruppe Gottesdienst erarbeitet daher Konzepte, wie auch künftig ein verlässliches Gottesdienstangebot in der Fläche ermöglicht werden kann. Neben den Priestern und den geweihten Diakonen wird dabei ausgebildeten Laien mit einer Sendung als Wortgottesfeier-Beauftragte eine wichtige Rolle zukommen. Hierfür gelte es auch in Rodheim weitere geeignete Frauen und Männer aktiv anzusprechen und zu motivieren: Immerhin verfüge Rodheim seit vergangenem Jahr bereits über eine Wortgottesfeier-Beauftragte!
In der Fragen- und Antwort-Runde wollten die Besucher der Gemeindeversammlung wissen, wie die lokale Gemeinde in der künftigen Gremienstruktur der Großpfarrei vertreten würde: Jürgen Hofmann erläuterte, dass künftig alle Gemeinden in einer direkten Wahl ihre Vertreter in den Pfarreirat als Leitungsgremium der Großpfarrei wählen. Die Koordination des Lebens vor Ort in den einzelnen Gemeinden wird durch beauftragte Mitglieder in lokalen Gemeindeausschüssen erfolgen.
Hofmann dankte allen Rodheimer Gemeindemitgliedern, die sich engagiert in die Arbeit am Pastoralen Weg in Wetterau-Mitte einbringen. Die Besucher verließen die Gemeindeversammlung mit der Gewissheit, auch künftig in St. Johannes Evangelist in Rodheim einen lebendigen Ort für ihr Glaubensleben zu haben, eingebettet in die größere Struktur des Pastoralraums Wetterau-Mitte.
Einen Vorschlag für den künftigen offiziellen Namen des Pastoralraums zu finden, ist eine der verbliebenen Aufgaben für die Pastoralraumkonferenz in den kommenden Wochen – es bleibt spannend!