Schmuckband Kreuzgang

19. Sonntag im Jahreskreis

Altes Schiff (c) Kerstin Rehberg-Schroth
Altes Schiff
Sa 8. Aug 2020
Dr. Kerstin Rehberg-Schroth

Gottesdienst am 9. August 2020 im Pfarreienverbund am Limes
Langgöns – Linden – Pohlheim

Auch heute laden wir Sie wieder ein, wenn möglich Brot und Wein/Saft bereitzuhalten, um in diesem Gottesdienst wieder wie die Urgemeinde in ihren Wohnungen Brot zu brechen/Brot zu teilen.

Zusätzlich zur Musik aus der Pfarrgruppe (Organist und Kantor: Stefan Worlitsch , Gesang: Claudia Bröcker, Bettina Reinhold, Herbert Reinhold, Inge Vowinkel) verlinken wir beim Loblied auf die Seite katholisch.de. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir für den Inhalt dieser externen Seite nicht verantwortlich sind.

 

Lied: GL 103 Dieser Tag ist Christus eigen

 

Liturgische Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jesus, unser Bruder und Herr, der uns über das Wasser unseres Lebens entgegenkommt, ist in unserer Mitte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

am Donnerstag hat unsere Kirche das Fest „Verklärung des Herrn“ gefeiert. Da dieses Fest in den Sommerferien liegt, gerät es bei uns vielleicht manchmal ein bisschen in Vergessenheit. Und doch spiegelt es die Erfahrung vieler Menschen, die in den Urlaub fahren: Jesus steigt mit dreien seiner Jünger auf einen Berg. Die Jünger sehen Jesus – verklärt – und mit ihm Moses und Elija. Wie oft verklärt sich auf Urlaubsreisen unser Blick auf die Welt? Die Jünger wollen bleiben – Hütten bauen. Doch Jesus nimmt sie wieder mit hinunter vom Berg ihrer Träume.

Ob wir nun in diesen Tagen in Urlaub fahren können oder nicht, lädt uns dieses Fest doch auch heute am Sonntag darauf ein, uns die verklärten Momente unseres eigenen Lebens vor Augen zu halten. Und auch so manchen Abstieg in unsere Lebensrealität. Höhen und Tiefen unseres Lebens – Höhen und Tiefen der letzten Wochen. Bei allem ist Jesus dabei.

Nehmen Sie sich Zeit für diese besonderen Momente, die Ihnen in Erinnerung kommen. Und rufen wir dann im Kyrie Jesus dazu – zum Schönen, Verklärten, Wunderbaren – aber auch ganz besonders hinein in die Tiefen unseres Alltags.

 

Stille

 

Kyrie:

Jesus, Du bist bei uns in allen Lebenslagen.
Herr, erbarme Dich.

Jesus Christus, in all unseren Träumen und traumhaften Erfahrungen bist Du da.
Christus erbarme Dich.

Jesus, Du begleitest uns in die tiefsten Täler unseres Lebens, lässt uns nie allein.
Herr, erbarme Dich.


Loben wir Gott und freuen wir uns an der Herrlichkeit unseres Gottes und preisen ihn mit dem kurzen Loblied:

Loblied: GL 412 Die Herrlichkeit des Herrn (Link führt zum Gotteslobvideo auf katholisch.de.)

 

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, in dieser Woche hast Du Dich den Jünger in Deiner ganzen Herrlichkeit gezeigt. Heute werden wir von Menschen hören, die mit Dir ringen. Auch wir kennen beides: Mal sind wir begeistert von Dir und von unserem Leben, ein anderes Mal hadern und zweifeln wir. Doch immer bist Du da, ziehst uns wie einst den Petrus aus dem Wasser, rettest uns aus den Stürmen unseres Lebens. Schenke uns in dieser Feier heute neu das Vertrauen, dass Du uns begleitest, all unsere Wege mit uns gehst, was auch immer passiert. Darum bitten wir Dich durch Jesus, unseren Bruder, Freund und Retter. Amen.

 
Erste Lesung: 1 Kön 19,9ab.11b-13a

(Gelesen von Petra Hamp)

 

Antwortgesang: GL 392,1+3+5 Lobe den Herren

 

Zweite Lesung: Römer 9,1-5

(Gelesen von Simon Kostka)

 

Halleluja

 

Evangelium: Matthäus 14,22-33

(Gelesen von Kerstin Rehberg-Schroth)

 

Predigt (Kerstin Rehberg-Schroth):

Liebe Gemeinde,

eigentlich mag ich in der Predigt nicht um uns als Kirche kreisen. Nehmen wir uns selbst doch oft eh viel zu wichtig. Nun ging es aber in den letzten zwei Wochen durch alle Medien, dass es da eine neue Instruktion aus Rom gab. Viele, viele Kommentare von Bischöfen, Theologen, Verantwortlichen waren dazu zu lesen. Daher mag ich nun doch mal dieses Thema aufgreifen: Immerhin kommt diese Instruktion für uns ja mitten hinein in den sogenannten pastoralen Weg des Bistums Mainz. Durch Corona mag das für viele nicht mehr relevant gewesen sein, was sich da in unserem Bistum – und damit auch in unserem Dekanat Gießen, in unseren Pfarreien hier am Limes tut. Weil absehbar ist, dass es in den kommenden Jahren immer weniger Priester, vor allem aber auch immer weniger Katholiken gibt, stehen wir mitten in einem Umstrukturierungsprozess – ein Prozess, mit dem unser Bischof und all die, die Verantwortung tragen, nicht etwa Mangel verwalten wollen, sondern uns allen die Fragen stellen: Wie kann Kirche künftig weiterleben? Ganz vorne steht die Frage: Was brauchen die Menschen? Also konkret: Was brauchen Sie? Was brauchen wir? Und was kann Kirche geben?

Wie kann Kirche so lebendig sein, dass sie auch in 10 und 20 und 30 Jahren noch Menschen begeistert?

Da das Kirchenrecht uns vorgibt, dass nur Priester Pfarreien leiten dürfen, ergibt sich als Folge, dass heutige Pfarreien zu großen Pfarreien zusammengelegt werden. Da nun die Pfarrer, die heute Pfarreien von vielleicht 5000 Gemeindemitgliedern leiten, aber nicht einfach in gleicher Weise für dann vielleicht 15.000 Menschen da sein können, braucht es neue Ideen, wie dennoch Seelsorge, Pfarrleben lebendig sein kann. Wie gesagt: Nicht um den Mangel zu verwalten, sondern weil sich hier auch ganz neue Möglichkeiten auftun können, weil in einem großen Raum auch mehr Menschen mit Ideen und Fähigkeiten zusammenkommen, weil es leichter fällt, Gleichgesinnte zu finden. Gleichzeitig finden sich innerhalb dieser Pfarrei dann Menschen – ehren- wie hauptamtliche, die Leitungsverantwortung übernehmen können für kleinere Einheiten oder Aufgaben. Unsere Bistumsleitung wünscht hier explizit, dass ganz viele verschiedene Charismen, Fähigkeiten und Ideen der Menschen vor Ort zum Tragen kommen.

 

Die neue Instruktion spricht sich eindeutig gegen diese Pfarreizusam­men­legungen aus, vor allem gegen jegliche Kirchenschließung. Da ich mir auch nicht wirklich sicher bin, ob eine große Pfarrei wirklich mehr an Leben bringt oder ob wir nicht besser bei einer Pfarrei – maximal so groß wie unsere jetzige Pfarrgruppe – bleiben sollten, klingt das erst mal für mich noch ganz gut.

Nach wie vor sollen die Pfarreien gemäß der Instruktion allerdings aus­schließlich von Priestern geleitet werden. Jegliche Leitung durch haupt- oder ehrenamtliche Laien wird ausgeschlossen.

Und da wird es schwierig, denn: Woher sollen wir diese Priester plötzlich nehmen? So sehr sich viele in den deutschsprachigen Diözesen in den letzten Jahren um eine gute Berufungspastoral und darum bemühten, junge Männer vom Priesterberuf zu begeistern, so wenig Erfolg hatten sie, und so ist klar, dass die Zahl der potentiellen Pfarrer in den nächsten Jahren immer weiter schrumpfen wird.

Ob wir uns weiterhin eine Kirche wünschen, in der alle Leitungsverant­wor­tung ausschließlich bei unverheirateten Männern liegt - darüber mag sich jeder seine eigene Meinung zu bilden.

 

Wie jedenfalls viele der Kommentatoren der letzten Wochen frage ich mich, ob diese strikten, klaren Vorgaben aus Rom den Heiligen Geist in unsere Mitte lassen? Auch wenn ich zugegebenermaßen bei so mancher Überlegung auf dem pastoralen Weg skeptisch sein mag, größeren Pfar­reien mit gemischten Gefühlen entgegenschaue, so freue ich mich doch sehr daran, wie viele Menschen hier in unseren deutschen Bistü­mern, konkret hier im Bistum Mainz, hier im Dekanat, sich Gedan­ken darum machen, sich sorgen, wie wir Kirche leben können – und gleichzeitig darum beten und darauf vertrauen, dass der Heilige Geist uns gute Wege aufzeigen wird, uns in eine neue, andere Lebendigkeit hinein­führen wird.

 

Und hier mag ich die Schrifttexte des heutigen Sonntags sprechen las­sen:

Da begegnet uns in der ersten Lesung Elija: Er hatte gegen die Baals­pries­ter gewettert, war überzeugt, dass sein Gott ein kämpferischer Gott ist. Daraufhin hat er selbst alle Kraft verloren, hat in Angst gelebt, hat sich unter einen Ginsterstrauch gelegt und wollte sterben. Gott aber hat ihm neue Kraft geschenkt; er ist daraufhin 40 Tage durch die Wüste gereist – hin zum Gottesberg Horeb. Und davon haben wir nun heute gehört, wie Elija seinen Gott weiterhin als kriegerischen Gott geglaubt und daher in Sturm oder Feuer vermutet hat. Doch Gott hat ihm gezeigt: Er ist so ganz anders. Im Säuseln wollte er sich ihm zeigen.

Vielleicht machen ja auch wir – hier am Limes, in Gießen, im Bistum Mainz, aber auch im Rom noch die Erfahrung, dass sich Gott uns ganz anders zeigt, als wir dies bisher erwarteten? Welche Chance geben wir ihm, uns sein Anderssein zu zeigen?

 

Die zweite Lesung zeigt uns einen Paulus, der mit sich ringt: Hat er doch noch vor kurzem als Jude Christen verfolgt, dann einen radikalen Weg der Umkehr mitgemacht, so zeigt uns der Text, den wir heute gehört haben, wie sehr er doch noch selbst Jude ist, wie sehr er darunter leidet, dass sich nicht ganz einfach beides miteinander verbinden lässt, die Juden sich nicht zu Christus bekennen, aber sicherlich auch viele Christen nicht mehr im Blick haben, dass Gott doch zuallererst seinen Bund mit den Juden geschlossen hat, er noch immer ein Gott der Juden war und ist. Es bringt den Paulus in Bedrängnis, hier quasi seine zwei Identitäten zusammenbringen zu müssen. Gleichzeitig zeigt mir sein Ringen diese riesengroße Freiheit, zu der Gott uns einlädt: Es gibt eben nicht die eine Wahrheit, die alle anderen ausschließt. Gott ist bis heute ein Bundespartner jedes Juden. Und in Jesus Christus hat er uns Christen seinen Bund angeboten. Nicht das eine um das andere. Das lässt sich sicherlich übertragen auf weitere Religionen, erst recht Kon­fes­sionen. Gott ist ein Gott der Liebe, der die Menschen, die er erschaffen hat, liebt – und der Wege sucht, mit ihnen, also uns, in Verbindung zu kom­men, die zu uns passen. Und dafür braucht es manch­mal un­ter­schied­liche Worte. – Oder reden Sie mit jedem Men­schen gleich? Mit Ihrem Sohn wie mit Ihrer Mutter? Mit der Freundin wie mit der Ar­beits­kollegin? Wenn schon wir Menschen instinktiv die Worte finden, die wir brauchen, um einem Menschen gegenüber zu treten, um wie viel mehr weiß Gott, wie er uns Menschen ansprechen kann? Gott spricht uns an – in unterschiedlichen Sprachen, in unter­schiedlichen konfessionellen Ri­ten, ja, in unterschiedlichen Religionen. Und keiner muss seine Herkunft verleugnen, sondern sollte wie Paulus auch zu seiner Vergangenheit ste­hen – und gleichzeitig sehen, wie sehr Gott uns alle erwählt hat.

Und wie das konfessionsübergreifend gilt, so mag dies doch auch in­ner­halb einer Konfession gelten? Welche Worte und Wege gebraucht Gott, um uns – konkret hier im Bistum Mainz – heute gut Kirche sein zu las­sen? Um heute mit uns in Kontakt zu treten? Ich hoffe, wir hören ihm hier gut zu und gehen die richtigen Schritte – auf diesem pastoralen Weg. Können dies nicht sowohl alte als auch neue Wege sein? Werden wir nicht umso vielfältiger, umso mehr wir zulassen?

 

Zuletzt spricht Jesus im Evangelium die Worte sicher nicht nur zu Petrus, sondern zu uns: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Es ist ein Satz, den wir gar nicht oft genug hören können. Das Laufen des Petrus auf den Wellen – vielleicht ein Bild für die Situation unserer Kirche in der aktuellen Zeit? Die nachösterliche Gemeinde hat diesen Text auf­geschrieben – als ein Bild, wie sie selbst schon Kirche erlebt haben: Zweifel gab es immer in der Kirchengeschichte, auch die Frage: Wie geht unser christliches Leben weiter? Anfechtungen von außen und von innen waren Alltag in diesen 2000 Jahren unserer Kirchengeschichte. Pet­rus wird hier einerseits als Fels in der Brandung gesehen – als großer Vorgänger unseres Papstes. Gleichzeitig zeigt er uns hier und an an­de­ren Stellen aber auch, dass er Mensch war, seinen Mund manchmal voll genommen hat, dann aber ins Hadern und Zweifeln kam. Wem also spricht Jesus heute das Wort „Du Kleingläubiger, warum hast du ge­zwei­felt?“ zu? Uns allen, weil wir nicht darauf vertrauen mögen, dass es ob mit, ob ohne pastoralen Prozess in unserer Kirche weitergeht? Denen in Rom, weil sie denen, die die Prozesse in unseren Bistümern anleiern, nicht vertrauen? Sowohl uns als auch Rom - weil wir alle nicht vertrauen, dass Jesus uns auch heute übers Wasser schickt, uns ungewohnte, neue Wege gehen lässt, uns die Kraft dafür schenkt, Dinge zu tun, mit denen niemand von uns rechnen würde, uns aber auch aus dem Wasser zieht, wenn uns dann doch mal das Wasser bis zum Hals steht, wir gar zu ertrinken drohen?

Über allem wünsche ich uns daher heute dieses Vertrauen, dass Jesus dem Petrus zuspricht – für die Wege, wie es mit unseren Pfarreien und im kirchlichen Leben weitergeht, aber vor allem auch in unserem je persönlichen Leben: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“


In diesem Vertrauen dürfen wir uns zu Gott bekennen mit dem Glaubenslied:

Credo: GL 836


 

Friedenszeichen:

Nachdem Paulus einst die Christen verfolgt hat, kommt er mit Christus zur Erkenntnis, dass Gott alle liebt: die, die er zuerst geliebt hat: die Juden, und auch die, denen er später seinen Bund anvertraut hat, also uns Christen. Jesus Christus will uns Menschen einen, er will uns den Frieden bringen. Wir dürfen auch in diesem Gottesdienst wieder anfangen bei unseren Nachbarn – im Geiste an die Menschen denken, neben denen wir im Gottesdienst gerne mal wieder sitzen würden, an alle, denen wir gerne mal wieder die Hand geben würden, auch an die, die uns fremd sind.

Ihnen und uns allen spricht Jesus zu – und wir dürfen einander sagen:

Der Friede sei mit Dir! Der Friede sei mit Euch!


Lied vor der Mahlfeier: GL 414 Herr, unser Herr


Mahlfeier - Lobpreis über Brot und Wein:

Gott stärkt den Elija für seine Reise durch die Wüste. Er schenkt ihm Brot. Bevor Jesus übers Wasser den Jüngern entgegengeht, hat er gebetet und davor die 5000 gespeist. Mahlfeiern sind wichtig – auch wenn wir gerade nicht in solch großer Gemeinschaft zusammenkommen können. Jesus lädt uns ein – auch heute. Auch mit uns teilt er Brot und Fisch und Wasser und Wein. In dieser Feier nun dürfen wir in unseren Häusern wieder Brot brechen und Wein oder Saft trinken und so verbunden sein mit Jesus und auch miteinander. Mit Jesus, der vorm Mahl das Lobgebet spricht, dürfen wir Gott loben und preisen:

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt, der Du uns aus Liebe geschaffen hast und in dieser Liebe auch heute auf uns und jedes einzelne Deiner Geschöpfe blickst. Wir preisen Dich, weil Du uns wie einst den Petrus einlädst, übers Wasser zu gehen, und weil Du uns aus der Tiefe herausziehst, wann immer uns das Wasser bis zum Hals steht.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Allmächtiger und Allliebender, der Du immer zu uns stehst, was auch immer in unserer Welt passiert, und zu dem wir immer kommen können, was auch immer uns widerfährt. Wir danken Dir, dass es nichts gibt, das uns trennen kann von Deiner Liebe und von der Deines Sohnes.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du aus Liebe zu uns Deinen Sohn in unsere Welt gesandt hast, der uns vorgelebt hat, was es heißt, einander Speise zu geben und füreinander da zu sein. Wir danken Dir, dass er nicht nur damals den 5000 etwas zu essen gab, sondern auch uns Nahrung gibt – nicht nur Brot, sondern eine Speise, die wirklich sättigt.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Liebe, die Jesus uns vorgelebt und bewiesen hat, als er beim letzten Mahl mit seinen Freunden, am Abend vor seinem Tod diesen seinen Jüngern das Brot gereicht hat und dabei ganz besondere Worte gesprochen hat: Nehmt und esst. Das ist mein Leib. Wir danken Dir, dass er mit diesen Worten auch uns eingeladen hat, immer wieder zu seinem Gedächtnis ein Fest zu feiern und Mahl zu halten. Wir danken Dir, dass wir auch heute das Brot in Verbundenheit mit der ganzen Gemeinde und vor allem mit Dir brechen dürfen.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns dieses Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Zeichen, dass Du uns in unserem Alltag stärkst. Dieses Brot, das wir hier in unseren Häusern essen, ist ein Vorgeschmack auf die Speise, die uns wirklich sättigt, auf Dich, der Du uns Leben schenkst. Wir loben und preisen Dich in Ewigkeit und bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und lass uns eins sein mit Dir und miteinander, wenn wir nun von diesem Brot essen.

 

Das Brot wird gebrochen. Und jeder Anwesende erhält ein Stück des Brotes. Alle essen vom Brot.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde, Schöpfer der Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen – zur Freude der Menschen und zu Deinem Lob. Der Wein ist Zeichen von Freude, Jubel und Fest. Die Lebensfülle, die Du jedem von uns bereitet hast, wird in diesem Fest schon heute spürbar. Mit den Jüngern auf dem Berg der Verklärung dürfen wir Dich schon heute immer wieder in Deiner Herrlichkeit sehen – als Vorgeschmack auf die verklärte Wirklichkeit, die uns einmal bei Dir erwarten wird. Wir preisen Dich, weil Du schon heute durch Deinen Heiligen Geist uns Menschen froh machst und uns lieben und leben lässt.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns durch Deinen Sohn im Heiligen Geist immer wieder zurufst: „Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht. Ich bin bei euch!“ Wir preisen Dich, Du Quelle und Halt unseres Lebens, der Du uns Kraft und Freude für unser Leben schenkst.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. In schwerster Stunde waren wir ihm so wichtig, dass er uns das Zeichen der Freude und der Lebensfülle anvertraut hat. Er hat seinen Jüngern den Kelch gereicht mit den Worten: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Wir danken Dir für dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens. Wir danken Dir, dass wir auch heute wohlschmeckenden Wein (Saft) trinken dürfen.

Wir bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns die Freude des Glaubens und die Fülle des Lebens, wenn wir nun von diesem Wein (Saft) zu Deiner Ehre trinken.

 

Alle trinken vom Wein bzw. Saft.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Nähe, die Du uns schenkst. Du stehst treu zu dem Bund, den Du mit uns geschlossen hast. Wir danken Dir für diese Verbindung der Liebe, die wir so mit Dir und miteinander haben dürfen. Wir danken Dir für die Gemeinde, zu der wir gehören, auch wenn wir uns in der aktuellen Zeit oft nicht persönlich begegnen können. Wir danken Dir, dass wir trotz allem auch in dieser Zeit im Brechen des Brotes und Trinken von Wein oder Saft miteinander verbunden sind, uns gegenseitig zu essen geben dürfen, wie Jesus uns aufgetragen hat, uns also gegenseitig stärken und füreinander eintreten dürfen. Wir preisen Dich, der Du bei uns bist – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Dich rühmen wir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.


Lied nach der Mahlfeier: GL 400 Ich lobe meinen Gott


Fürbitten:

Petrus ruft zu Jesus: Rette mich – und er der Retter rettet. Wann immer wir ihn rufen und um etwas bitten, hört Jesus auch uns. So bitten wir ihn:

  • Für unsere Kirche, die Verantwortlichen in Rom und in unseren Diözesen: um gute Wege, als Kirche heute in der Welt Deine Botschaft zu leben und weiterzugeben.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für unsere Diözese Mainz auf ihrem und unserem pastoralen Weg und ganz konkret für unsere Gemeinden hier am Limes und im Dekanat Gießen: um die richtigen Entscheidungen und Schritte in die Zukunft.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die wie Elija Dich für einen kämpferischen Gott halten, und alle, die Dich wie er in der Stille erfahren: um das Erleben Deiner Liebe.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die wie Paulus versuchen, verschiedene Konfessionen oder Religionen oder auch andere Weltansichten zu vereinen: um die Erfahrung Deiner liebenden Weite.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die sich wie Petrus manchmal überschätzen, für alle, die wie er für Dich eintreten wollen, und für alle, die wie er Dich um Hilfe und Rettung bitten: Lass sie wie Petrus Deine helfende Hand ergreifen.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die sich wie die Jünger auf dem Berg Tabor danach sehnen, Dich festzuhalten, und alle, die nach Momenten von Verklärung, die zum Greifen nahe schienen, in die Tiefen der Realität hinabsteigen müssen: um ein Leben aus der Kraft Deines Heiligen Geistes.

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für uns selbst und für alle, an die wir jetzt besonders denken. (In Stille oder ausgesprochen können noch eigene Sorgen, Befürchtungen und natürlich alle eigenen Anliegen vorgebracht und ins Gebet gebracht werden.)

Sende aus Deinen Geist, und die Erde wird neu.

Du rufst uns zu: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Dafür loben und preisen wir Dich unser Leben lang. Amen.

 

Mit Jesus dürfen wir Gott unseren Vater nennen, ihm vertrauen wie Kinder ihren Eltern, und so beten wir:

Vater Unser

 

Dankgebet:

Allmächtiger, guter Gott, wir danken Dir für die Feier dieses Gottesdienstes. Wir danken Dir, dass Du uns Gemeinde schenkst – Gemeinschaft mit Dir und mit vielen Menschen, auch wenn wir sie im Moment nicht in dem Maß erfahren können, wie wir das gerne möchten. Wir bitten Dich: Wie Du einst die Jünger und die ersten Christen geführt hast, wie Du ihnen den Heiligen Geist geschenkt hast und wie sie so als junge Gemeinde Kirche werden konnten, so schenke auch uns heute Deinen Heiligen Geist und lass uns Dir vertrauen und vertrauensvoll miteinander Schritte in die Zukunft gehen, auch den nächsten Generationen noch von Dir erzählen. Lass uns dabei immer wieder Deine Hand ergreifen, wenn wir nur noch uns selber sehen und dadurch unterzugehen drohen. Schenke uns Kraft in unserem Leben als Gemeinschaft und auch in unserem je persönlichen Leben – jetzt in diesen Sommertagen und alle Tage unseres Lebens bis in Deine Ewigkeit. Amen.

 

Segensgebet:

Es segne uns der uns liebende Gott,
der Vater, der uns erschaffen und einen Bund der Liebe mit uns geschlossen hat,
der Sohn, der diesen Bund bestätigt und uns das Brot des Lebens geschenkt hat,
und der Heilige Geist, der in uns lebt und uns Kraft schenkt, miteinander Brot und Liebe zu teilen.

So segne uns Gott im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Schlusslied: GL 870,3 Herr, du bist Gott. In deine Hand o lass getrost uns fallen.

 

 Orgelnachspiel: Fuge in F-Dur aus dem Katharinenthaler Orgelbüchlein