Schmuckband Kreuzgang

20. Sonntag im Jahreskreis

Altarbild in der Dormitio-Abteikirche in Jerusalem (c) Kerstin Rehberg-Schroth
Altarbild in der Dormitio-Abteikirche in Jerusalem
Sa 15. Aug 2020
Dr. Kerstin Rehberg-Schroth

Gottesdienst am 16. August 2020 im Pfarreienverbund am Limes
Langgöns – Linden – Pohlheim

Auch heute laden wir Sie wieder ein, wenn möglich Brot und Wein/Saft bereitzuhalten, um in diesem Gottesdienst wieder wie die Urgemeinde in ihren Wohnungen Brot zu brechen/Brot zu teilen.

 

Lied: GL 714 Aus den Dörfern und aus Städten - Eingeladen zum Fest des Glaubens

 

Liturgische Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jesus, unser Bruder und Herr, der Menschen geprägt hat und sich auch selbst von Frauen und Männern in seiner Umgebung hat prägen lassen, ist in unserer Mitte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

herzlich Willkommen zu unserem Gottesdienst an diesem Festtag. Wir sind eingeladen zum großen Fest des Glaubens, wie wir das gerade gesungen haben. Alle sind wir eingeladen - so unterschiedlich wir auch sind.

An diesem Wochenende hören wir von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die dieser Einladung gefolgt sind: Da ist zum einen Maria, die JA gesagt hat von Anfang an. Ihr Fest „Mariae Himmelfahrt“ feiern wir (haben wir) am Samstag (gefeiert). Sicherlich hat sie Jesus durch ihre Erziehung geprägt und gleichzeitig wurde ihr Leben durch ihren Sohn verwandelt. Wir hören von Maria als einer starken Frau, die im Evangelium des Festtags ihr berühmtes Magnificat singt. Ein Gesang voller Kraft, der uns zeigt, wer wirklich stark und mächtig ist. Da wir das Evangelium vom Fest heute nicht hören werden, werden wir zumindest im Rahmen des Gottesdienstes einladen, das Magnificat zu hören und zu singen.

Im Tagesevangelium werden wir von einer ebenfalls starken Frau lesen, die durch ihren unerschütterlichen Glauben selbst Jesu Einstellung verändert hat. Sie hat sozusagen Jesu Einladung gehört, noch bevor dieser selbst diese Einladung ganz verstanden hat.

Zu sehen, wie Menschen – heute diese beiden Frauen – durch Jesus geprägt werden, wie aber auch diese beiden Frauen Jesus prägen, kann uns einladen, uns selbst bewusst zu fragen: Wodurch sind wir, bin ich geprägt? Welche Begegnungen waren entscheidend für mein Leben? Wer prägt mein Leben heute? Und auch: Wen beeinflusse ich durch mein Handeln und Leben? Wen präge ich?

Wer mag, ist herzlich eingeladen, sich einen Moment Zeit zu nehmen, an all diese Menschen zu denken – ob sie noch leben und bei uns sind oder uns einst geprägt haben und schon längst bei Gott sind. Mit ihnen allen sind und bleiben wir ja verbunden.

Stille

Maria macht auch uns Mut, wie sie Jesus in unser Leben hineinzulassen. Die Begegnung mit Jesus darf auch uns immer neu verwandeln. Doch auch wir dürfen wie die Frau, von der wir nachher hören werden, Jesus durch unser Rufen, unser Vertrauen verwandeln. So geht Beziehung.

In diesem tiefen Glauben rufen wir Jesus an mit den Worten des Kyrie:

Kyrie:

Herr Jesus, Du bist aufgewachsen als Kind Deiner Mutter Maria, hast von ihr gelernt und sie verwandelt.

Kyrie eleison.

Jesus Christus, in Deinem Leben bist Du vielen Menschen begegnet, die Du beeindruckt hast, und Du hast auch aus der Beziehung zu diesen Menschen heraus gelebt.

Christe eleison.

Herr Jesus, Du begegnest uns und wir rufen zu Dir.

Kyrie eleison.


Mit Maria und ihrem Gesang des Magnificat loben wir Gott:

Loblied: GL 916,1-4 Groß sein lässt meine Seele den Herrn

 

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, Du hast Maria in den Himmel aufgenommen – dorthin, wohin Du auch uns alle rufen willst. Als Frau und Mutter prägte sie das Leben ihres Sohnes, und sie prägt auch unser Leben. Maria jubelt ihr Magnificat; singt ihre Freude und ihre Überzeugung hinaus in die Welt. Auch unser Herz willst Du erfüllen mit Freude, weil Du uns liebst und erwählst. Schenke uns in dieser Zeit, in der wir nicht wie gewohnt gemeinsam singen dürfen, dennoch Wege und Möglichkeiten, diese Freude zu erfahren und sie auch auszudrücken. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, der als Mensch mit seiner Mutter, seinem Vater und vielen Menschen gelebt hat und auch heute als Bruder an unserer Seite ist – alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

 

Besonders alle Kinder sind nun wieder eingeladen, den Kindergottesdienst zu feiern, den das KiGo-Team aus Langgöns für uns vorbereitet hat:

 

Kindergottesdienst: (Martina Exler)

Und hier gibt es noch das Ausmalbild zur Botschaft des heutigen Kindergottesdienstes.
 
Text und Spiel entstammen der Kinderzeitung für den Sonntag der Erzdiözese Freiburg.
 
 
 
Erste Lesung: Jesaja 56,1.6-7

(Gelesen von Fabian Fitzek)

 

Antwortgesang: GL 390 + Magnificat

 

Zweite Lesung: Römer 11,13-15.29-32

(Gelesen von Doris Evens)

 

Halleluja

 

Evangelium: Matthäus 15,21-28

(Gelesen von Reingard Forkert)

 

Predigt (Kerstin Rehberg-Schroth):

Liebe Gemeinde,

von zwei starken Frauen habe ich zu Beginn des Gottesdienstes bereits gesprochen. Die eine, deren Fest wir am Samstag gefeiert haben – Maria – ist uns allen gut bekannt. Die andere wird im Evangelium noch nicht mal mit Namen erwähnt. Die kanaanäische Frau ist es – eine Ausländerin. Und – puh, erst mal erschreckt Jesu Umgang mit ihr! So kennen wir ihn doch überhaupt nicht. So geht man doch nicht mit Menschen um! Und erst recht Jesus! Ist das wirklich dieser Jesus, der uns den uns liebenden Gott verkündet? Kann der wirklich so hart sein, sie ignorieren, sie durch die Jünger abweisen, wegschicken lassen? Und dann noch der Vergleich mit den Hunden!?! Das Volk Israel vergleicht er mit den Kindern – alle anderen, hier die Menschen aus Kanaan, aber wir wären als Deutsche, als Europäer erst recht mitgemeint, als Hunde. Und Hunde sind da nicht als geliebtes Haustier zu sehen, sondern das war damals ein Schimpfwort. Bei uns hätte er hier sicher eher von Schweinen als von Hunden gesprochen. Es ist knallhart, was Jesus da sagt! Wie hätten Sie reagiert, hätte Jesus ihnen das so gesagt? – Ich vermute, ich wäre beleidigt weggegangen. Die Kanaanäerin ist dies nicht. Immerhin ging es ihr ja auch nicht um sich selbst. Es ging ihr um ihre Tochter. Für sie setzt sie alles ein – ja, sogar ihre Ehre. Sie macht sich klein, fällt vor Jesus nieder und greift selbst das Bild Jesu, diesen Vergleich mit den Hunden auf: Hunde bekommen den Abfall, der vom Tisch fällt. Auf diese Stufe begibt sie sich: Auch wenn meine Tochter und ich nicht mehr wert sind als Hunde, so gib uns doch bitte diese Krümel, die vom Tisch fallen. Gib mir den Müll. – Sie ist sicher: Der Abfall, den Jesus ihr geben kann, ist immer noch genug.

Boah, was ein Glaube. Der beeindruckt auch Jesus. Und er versteht: Ja, einer solchen gläubigen Frau kann er überhaupt nicht die Liebe Gottes verweigern. Ihr soll geschehen, was sie will. Die Tochter ist geheilt.

Dieses Evangelium zeigt uns: Jesus lernt! Und er lernt durch Menschen, die ihm begegnen. Er lernt durch Frauen. Wie er – wie alle kleinen Kinder – am Anfang seines Lebens durch seine Eltern, in der antiken Kultur sicher zunächst besonders durch seine Mutter, gelernt hat, so war auch bei ihm – genau wie bei uns allen – das Lernen nicht abgeschlossen. Auch nicht, als er mit ca. 30 als Wanderprediger durchs Land zog. Er war ganz Mensch. Auch er brauchte für seine weitere Entwicklung die Begegnung mit anderen Menschen – hier ganz besonders mit Fremden – um über seinen eigenen (menschlichen) Horizont hinauswachsen zu können.

Das mag hier in seiner barschen Reaktion gar abstoßen. Jesus erscheint hier ziemlich unsympathisch: Ja, kapiert der denn nicht, dass auch diese Frau ihn braucht? Das macht ihn aber gleichzeitig auch wieder sympathisch, menschlich. Er steht nicht mit festgefahrenen Einstellungen vor den Menschen.

Er glaubte zunächst, er sei nur zum Haus Israel, zu den Juden gesandt.

Doch der Glaube dieser Frau beeindruckt ihn. Er lässt sich von ihr überzeugen.

Vielleicht sind ihm durch ihr Reden, ihr Flehen auch Texte aus dem Alten Testament, also der jüdischen Heiligen Schrift, ins Bewusstsein gekommen – z.B. der, den wir in der ersten Lesung gehört haben: Schon darin prophezeite Jesaja, dass Gott alle, auch „die Fremden, die sich dem Herrn anschließen“ zu seinem heiligen Berg bringen werde. Immer wieder ist bei Jesaja zu lesen, haben wir auch in den vergangenen Wochen gehört, dass das Wort Gottes letztlich allen gelten soll.

Und doch war es tiefstes jüdisches Bewusstsein, dass Gott seinen Bund eben – bislang – nur mit dem Volk Israel geschlossen hatte. Als Mensch war Jesus mit dieser Überzeugung aufgewachsen. In dieser Überzeugung lebten seine Eltern, seine Umgebung. Als Jude lebte er von Kind an in diesem Erwählungsbewusstsein, verstand er seinen Auftrag deshalb zunächst noch nicht universal für alle Menschen, sondern für das geliebte Volk Gottes, seines Vaters.

Diese fremde Frau jedoch hat ihm die Augen geöffnet: Wer einen solchen Glauben hat wie sie, dem kann Gott seinen Beistand gar nicht verweigern!

Ist uns das bewusst? Oder sortieren wir nicht auch immer wieder zwischen denen, die an Christus glauben, und denen, die nicht glauben, zwischen Konfessionen oder auch nur zwischen denen, die auf die gleiche Weise ihren katholischen Glauben pflegen wie wir und denen, die anders – konservativer, progressiver oder sonst wie nicht so sind, wie wir das gerne hätten?

Jesus hat gelernt: Gerade auch in der Begegnung mit dieser Fremden erkannte er, dass sein Vater ihn für alle Menschen in die Welt gesandt hat. Doch auch in seiner Nachfolge war das immer wieder unklar: So rangen die Apostel – allen voran Petrus und Paulus – nach Jesu Auferstehung darum, ob Nichtjuden denn zunächst beschnitten werden sollten oder nicht. Bei den jungen Christen und irgendwie in der Kirchengeschichte bis heute stand und steht diese Frage, wem die Heilszusage galt, immer wieder auf irgendeine Weise im Zentrum. Geht es um eine kleine, auserwählte, exklusive Gruppe oder um viele oder gar um alle?

Steht im Evangelium noch die Frage im Raum, ob außer Juden noch andere gemeint sein könnten, zeigen uns die Schriften des Paulus, dass er dann sogar das Gegenteil wahrnehmen konnte: Im Textabschnitt, den wir als heutige zweite Lesung gehört haben, stellt er fest, dass die Juden nun ja wiederum Jesus zurückwiesen und er selbst nur hoffen kann, dass zumindest einige von ihnen gerettet werden. Er zweifelt nun also gewissermaßen deren noch bestehende Erwählung an. Waren es also vorher noch die Juden, die auf jeden Fall gerettet werden sollten, kehrte sich das Bild nun um, und Paulus erkennt, dass die Heiden Erbarmen gefunden haben. Aber wiederum braucht es offensichtlich ein inneres und äußeres Ringen, damit auch Paulus zur Quintessenz im Schlusssatz der heutigen Lesung gelangen konnte, zur Erkenntnis, dass Gott sich aller erbarmen möchte.

Nun, wenn schon Jesus lernt, wenn ein großer Apostel wie Paulus hier ringt, dann müssen wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn auch wir durch Vorbehalte geprägt sind, wenn auch wir uns nicht vorstellen können, dass die Überzeugungen anderer, fremder Menschen nicht so gut sind wie unsere. Andererseits brauchen wir auch nicht mit dem Finger auf die zu zeigen, die uns vielleicht durch ähnliche Vorbehalte ausschließen.

Wir dürfen mit uns und mit anderen Geduld haben.

Gleichzeitig und vor allem aber sollten wir bereit sein, immer wieder neu offen auf andere zuzugehen, uns wie Jesus in Begegnungen wandeln zu lassen. Wie Jesus dürfen wir wissen: Wir lernen unser Leben lang. Vor allem aber dürfen auch wir dann lernen und hineinwachsen in dieses Vertrauen, das die Kanaanäerin hatte und das Jesus mit ihr verstanden hatte: Es kommt nicht auf Herkunft oder Religion an. Wie Maria es im Magnificat besingt, erwählt Gott die Kleinen, die Schwachen, die, bei denen Sie und ich es nicht erwarten würden. Ja, mehr noch: Die Texte der ersten und zweiten Lesung heute sprechen eine klare und deutliche Sprache: Gott erwählt, ruft und liebt alle. Also auch Sie und mich. Amen.

 

Credo:

Zwei Frauen haben erkannt, dass Jesus für sie ihr Leben bedeutet, dass er Leben bringt für ALLE. In diesen Glauben dürfen wir einstimmen mit dem Lied "Herr, du bist mein Leben":

Lied: GL 456


Friedenszeichen:

Nachdem Paulus einst die Christen verfolgt hat, kommt er mit Christus zur Erkenntnis, dass Gott alle liebt und sich aller Menschen erbarmt. Menschen, die sich geliebt wissen, dürfen auch friedlich miteinander umgehen, sich für den Frieden einsetzen, Schritte des Friedens gehen. Wir dürfen auch in diesem Gottesdienst wieder anfangen bei unseren Nachbarn, sind eingeladen, im Geiste an die Menschen zu denken, neben denen wir im Gottesdienst gerne mal wieder sitzen würden, an alle, denen wir gerne mal wieder die Hand geben würden, auch an die, die uns fremd sind.

Ihnen und uns allen spricht Jesus zu – und wir dürfen einander sagen:

Der Friede sei mit Dir! Der Friede sei mit Euch!


Lied vor der Mahlfeier: GL 863 Geborgen in Dir, Gott


Mahlfeier - Lobpreis über Brot und Wein:

Die Kanaaniterin bittet Jesus, ihr zumindest wie Hunden den Abfall vom Tisch zu geben. Weil sie Jesus eindringlich bittet, gibt Jesus ihr: Er heilt ihre Tochter. Und er erkennt: Nicht Abfall will er uns Menschen geben, sondern Brot zum Leben. Er ist gekommen, um allen Menschen Leben in Fülle zu bringen. Uns allen reicht er Brot und Wein, lebendiges Brot.

Deshalb sind wir auch heute in unseren Häusern und Wohnungen zusammengekommen, um mit ihm zu feiern und Brot und Wein miteinander zu teilen. Wie Jesus und auch die ersten Christen sprechen wir vor diesem Mahl unser Lobgebet und preisen Gott:

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt, der Du uns aus Liebe geschaffen hast und in dieser Liebe auch heute auf uns und jedes einzelne Deiner Geschöpfe blickst. Wir preisen Dich, weil Du uns wie Jesaja uns sagst, alle einlädst auf Deinen Heiligen Berg und uns alle, Völker aus aller Welt, in Dir dem einen Gott verbindest.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Allmächtiger und Allliebender, der Du immer zu uns stehst, was auch immer in unserer Welt passiert, und zu dem wir immer kommen können, was auch immer uns widerfährt. Wir danken Dir, dass es nichts gibt, das uns trennen kann von Deiner Liebe und von der Deines Sohnes.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du aus Liebe zu uns Deinen Sohn in unsere Welt gesandt hast, der selbst wie wir als Mensch gelebt und erst gelernt hat – zunächst in seinem Elternhaus und dann durch die Menschen, denen er begegnete. Wir preisen Dich, dass auch wir in unserem Leben durch viele Menschen geprägt werden und immer wieder Neues lernen dürfen. Wir danken Dir für unsere Schulen und all die Kinder und Lehrer, die in diesen Tagen ganz besonders viel Neues lernen wollen. Wir danken Dir, dass wir aber auch in unserem Alltag bis hinein ins Alter immer wieder Neues lernen dürfen.

Gepriesen bist Du, Herr unser Gott, der Du Dich uns Menschen erbarmst und jeden einzelnen von uns liebst – gleich welcher Religion oder Konfession wir angehören. Wir danken Dir, dass auch wir wie einst die kanaanäische Frau mit all unseren Anliegen zu Jesus und zu Dir unserem Vater kommen dürfen und Jesus uns niemals abweist, weil Du uns alle liebst. Wir preisen Dich, weil Dein Sohn uns allen lebendiges Brot verheißen hat.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Liebe, die Jesus uns vorgelebt und bewiesen hat, als er beim letzten Mahl mit seinen Freunden, am Abend vor seinem Tod diesen seinen Jüngern das Brot gereicht hat und dabei ganz besondere Worte gesprochen hat: Nehmt und esst. Das ist mein Leib. Wir danken Dir, dass er mit diesen Worten auch uns eingeladen hat, immer wieder zu seinem Gedächtnis ein Fest zu feiern und Mahl zu halten. Wir danken Dir, dass wir auch heute das Brot in Verbundenheit mit der ganzen Gemeinde und vor allem mit Dir brechen dürfen.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns dieses Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Zeichen, dass Du uns in unserem Alltag stärkst. Dieses Brot, das wir hier in unseren Häusern essen, ist ein Vorgeschmack auf die Speise, die uns wirklich sättigt, auf Dich, der Du uns Leben schenkst. Wir loben und preisen Dich in Ewigkeit und bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und lass uns eins sein mit Dir und miteinander, wenn wir nun von diesem Brot essen.

 

Das Brot wird gebrochen. Und jeder Anwesende erhält ein Stück des Brotes. Alle essen vom Brot.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde, Schöpfer der Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen – zur Freude der Menschen und zu Deinem Lob. Der Wein ist Zeichen von Freude, Jubel und Fest. Die Lebensfülle, die Du jedem von uns bereitet hast, wird in diesem Fest schon heute spürbar. Wir preisen Dich, weil Du durch Deinen Heiligen Geist uns Menschen froh machst und uns lieben und leben lässt.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. In schwerster Stunde waren wir ihm so wichtig, dass er uns das Zeichen der Freude und der Lebensfülle anvertraut hat. Er hat seinen Jüngern den Kelch gereicht mit den Worten: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Wir danken Dir für dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens. Wir danken Dir, dass wir auch heute wohlschmeckenden Wein (Saft) trinken dürfen.

Wir bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns die Freude des Glaubens und die Fülle des Lebens, wenn wir nun von diesem Wein (Saft) zu Deiner Ehre trinken.

 

Alle trinken vom Wein bzw. Saft.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Nähe, die Du uns schenkst. Du stehst treu zu dem Bund, den Du mit uns geschlossen hast. Wir danken Dir für diese Verbindung der Liebe, die wir so mit Dir und miteinander haben dürfen. Wir danken Dir für die Gemeinde, zu der wir gehören, auch wenn wir uns in der aktuellen Zeit oft nicht persönlich begegnen können. Wir danken Dir, dass wir trotz allem auch in dieser Zeit im Brechen des Brotes und Trinken von Wein oder Saft miteinander verbunden sind, uns gegenseitig zu essen geben dürfen, wie Jesus uns aufgetragen hat, uns also gegenseitig stärken und füreinander eintreten dürfen. Wir preisen Dich, der Du bei uns bist – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Dich rühmen wir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.


Lied nach der Mahlfeier: GL 876 Wo Menschen sich vergessen


 

Fürbitten:

Die kanaanäische Frau hat Mut. Sie fleht Jesus an, obwohl er ihr gegenüber zunächst abweisend ist. Jesus sieht ihren Glauben und erhört ihre Bitte. Wer vertraut, der wird erhört. Gott will sich aller Menschen erbarmen. So kommen auch wir mit unseren Bitten zu Gott, unserem Herrn:

  • Für alle Völker und Religionen: Schenke uns die Einheit und den Frieden, die Jesaja uns verheißt.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle Menschen, die andere ausschließen: um die Einsicht, dass Du mit allen Menschen Erbarmen hast, alle liebst.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die wie Paulus versuchen, verschiedene Konfessionen oder Religionen oder auch andere Weltansichten zu vereinen: um die Erfahrung Deiner liebenden Weite.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die sich wie die kanaanäische Frau um geliebte Menschen sorgen: Schenke ihnen den Mut, sich unaufhörlich füreinander einzusetzen, und das Vertrauen, dass Du Hilfe schenkst.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die in dieser Woche ein neues Schuljahr oder überhaupt ihre Schulzeit beginnen; für Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer. Schenke ihnen Deinen Segen und lass alle voneinander immer wieder gerne Neues lernen.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle unsere Verstorbenen: Lass sie mit Maria im Himmel bei Dir nun geborgen und glücklich sein.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für uns selbst und für alle, an die wir jetzt besonders denken. (In Stille oder ausgesprochen können noch eigene Sorgen, Befürchtungen und natürlich alle eigenen Anliegen vorgebracht und ins Gebet gebracht werden.)

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Paulus erkennt und bezeugt uns, dass Du Dich aller Menschen erbarmen willst. Du erbarmst Dich auch unser und erhörst unsere Bitten. Dafür loben und preisen wir Dich unser Leben lang. Amen.

Sieht Jesus zunächst die kanaanäische Frau noch als Fremde an, so erkennt er dann, dass Gott, sein Vater ihn für alle Menschen in diese Welt geschickt hat. Paulus schreibt daher: Wir alle sind nicht mehr Fremde, sondern sind Kinder Gottes. Daher dürfen wir Gott unseren Vater nennen und mit Jesus, unserem Bruder, zu Gott sprechen:


Vater Unser

 

Dankgebet:

Allmächtiger, guter Gott, wir danken Dir für die Feier dieses Gottesdienstes. Wir danken Dir, dass Du uns nicht nur die Abfälle vorbehältst, sondern uns immer wieder einlädst an Deinen Tisch. Wir freuen uns darauf, einmal wieder als große Gemeinde in unseren Kirchen zu feiern, danken Dir aber, dass wir auch immer wieder im ganz kleinen Kreis zusammenkommen und Dich loben und preisen dürfen. Schenke uns so auch aus dieser Feier Kraft für unseren Alltag. Schenke Segen und Freude allen Kindern und Lehrern, die in dieser Woche wieder oder zum allerersten Mal in unsere Schulen gehen und Neues voneinander lernen möchten. Darum bitten wir Dich durch Jesus, unseren Bruder und Herrn, der als Mensch wie wir gelernt hat und heute unser Lehrer ist alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

 

Segensgebet:

Es segne uns der uns liebende Gott,

der Vater, der uns erschaffen und sich uns aller erbarmt,

der Sohn, der in seinem Leben immer mehr erkannt hat, dass er da st, um uns Menschen diese unendliche Liebe seines Vaters zu bringen,

und der Heilige Geist, der in uns lebt und uns Kraft schenkt, diese Liebe Gottes anzunehmen und an andere weiterzugeben.

 

So segne uns und ganz besonders alle Schüler/innen und Lehrer/innen und alle, die in diesen Tagen in einen neuen Lebensabschnitt starten, Gott im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Schlusslied: GL 916,5 Ehre sei dem Vater

 

 Orgelnachspiel:

 

Organist und Kantor: Stefan Worlitsch

Gesang: Claudia Bröcker, Martin Karst, Kerstin Rehberg-Schroth, Inge Vowinkel