Schmuckband Kreuzgang

21. Sonntag im Jahreskreis

Schlüssel (c) Kerstin Rehberg-Schroth
Schlüssel
Sa 22. Aug 2020
Dr. Kerstin Rehberg-Schroth

Gottesdienst am 23. August 2020 im Pfarreienverbund am Limes
Langgöns – Linden – Pohlheim

Auch heute laden wir Sie wieder ein, wenn möglich Brot und Wein/Saft bereitzuhalten, um in diesem Gottesdienst wieder wie die Urgemeinde in ihren Wohnungen Brot zu brechen/Brot zu teilen.

Die Musik in diesem Gottesdienst stammt dieses Mal nur zum Teil direkt aus der Pfarrgruppe. Bei zwei anderen Liedern verlinken wir heute auf Youtube. Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen wir darauf hinweisen, dass wir für den Inhalt der externen Seiten nicht verantwortlich sind.

 

Lied: Regenbogenlied unserer Kommunionkinder 2020 
(Das Lied wird gesungen nach der Melodie von "Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer" von Lars Ake Lundberg; eingespielt an der Orgel von Sebastian Seibert)

 

 

Liedtext:

Im Regenbogen schenkt uns Gott ein Zeichen,
dass er verbunden mit uns Menschen bleibt.
Nach jedem Regen stellt uns Gott vor Augen,
wie bunt die Farben seiner Liebe sind.

Herr, deine Liebe zeigst du uns im Bogen, den du vom Himmel bis zur Erde malst.

Rot für die Liebe strahlt am Himmel droben:
Gott schenkt uns heute seinen Liebesbund.
Drunter Orange – es strahlt uns wie die Sonne,
schenkt uns vom Himmel Lebensenergie.

Herr, deine Liebe zeigst du uns im Bogen, den du vom Himmel bis zur Erde malst.

Gelb bringt uns noch mehr Licht in unser Leben,
Gott selbst erleuchtet unsre Lebenswelt.
Grün lässt uns wachsen und es schenkt uns Hoffnung,
Farbe des Lebens und der Fröhlichkeit.

Herr, deine Liebe zeigst du uns im Bogen, den du vom Himmel bis zur Erde malst.

Blau wie der Himmel und auch wie das Wasser,
Farbe der Weite und der Ewigkeit.
Färbt sich ins Dunkle, zeigt uns stets aufs Neue:
Gott bleibt uns treu; er steht zu seinem Bund.

Herr, deine Liebe zeigst du uns im Bogen, den du vom Himmel bis zur Erde malst.

Schließlich folgt lila oder violett:
Farbe der Stille: Gott ist immer da.
Bunt ist der Bogen stets vor unsern Augen:
Gott liebt die Vielfalt, er liebt dich und mich!

Herr, deine Liebe zeigst du uns im Bogen, den du vom Himmel bis zur Erde malst.

(Liedtext: Kerstin Rehberg-Schroth)

 

Liturgische Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jesus, unser Bruder und Herr, der für uns Menschen zum Schlüssel ins Himmelreich geworden ist, ist in unserer Mitte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

für wen halten die Menschen den Menschensohn? Und ihr, für wen haltet Ihr mich? So fragt Jesus seine Jünger an diesem Wochenende. Wer ist Jesus für Sie/für Dich? Das ist eine sehr direkte Frage, mit der Jesus uns heute konfrontiert.

Wer ist Jesus für uns? Wer ist Gott für uns?

Die Frage lädt aber auch ein, noch weiterzufragen: Welche Bedeutung hat Jesus für uns – welche Bedeutung haben aber auch andere Menschen für uns? Und wer sind wir für andere?

Das sind wieder viele Fragen, die uns einladen können, uns Zeit zu nehmen, darüber nachzudenken.

Stille

Vielleicht kommen wir mit Petrus zur Antwort „Du bist der Messias, der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, vielleicht ist unsere Antwort auch weniger abstrakt, lautet: Du bist mein Bruder, bist mein Freund, bist immer da für mich …

Vielleicht lautet unsere Antwort auch: Ehrlich, momentan weiß ich das nicht. Momentan kann ich das einfach nicht sagen, wer du für mich bist, ob du überhaupt für mich da bist.

Wie auch immer unsere Antwort ausfällt: Wir dürfen ihn anrufen, ihn bitten, zu uns zu kommen, sich uns zu zeigen, bei uns zu sein.

Beten wir so nun das Kyrie:

 

Kyrie:

Herr Jesus, Du lebst als Mensch mit Deiner Familie und Deinen Freunden und Jüngern, bist da für sie.

Kyrie eleison.

Jesus Christus, Du willst auch für uns Messias, Heiland, Freund und Bruder sein, in unserem Leben eine Rolle spielen.

Christe eleison.

Herr Jesus, Du vertraust Petrus und all Deinen Freunden den Schlüssel zum Himmelreich an, auf dass sie und heute wir sorgsam damit umgehen.

Kyrie eleison.

 

Vielleicht können wir einstimmen in die euphorischen Worte des Petrus und Gott ein Loblied singen:

Loblied: GL 171 (Stefan Worlitsch + Sänger/innen der Chorgemeinschaft)


 

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, Du fragst danach, für wen Menschen Dich halten. Immer wieder haben Menschen in der Geschichte neu interpretiert, wer Du bist. Und auch heute willst Du für uns da sein. Immer wieder hören wir von Dir, spüren Dich manche Male in unserer Nähe – und doch kennen wir Dich niemals ganz und richtig. Wir bitten Dich, lass uns Dir nahe sein, zeige uns immer mehr, wer Du für uns sein willst – bis wir Dich im Himmel einmal vollständig erkennen und mit Dir verbunden sein werden. Darum bitten wir Dich, der Du für jeden von uns wie für Petrus eine besondere Aufgabe hast, weil Du uns liebst und erwählst – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.


Mit unseren Kommunionkindern, die sich jetzt darauf vorbereiten, in zwei Wochen in vielen kleinen Gruppen endlich ihre Erstkommunion feiern zu dürfen, haben wir vorhin diesen Gottesdienst begonnen. Dass der Regenbogen über der ganzen Erstkommunionvorbereitungszeit steht, macht diese Zeit so besonders: Der Regenbogen, dieses Zeichen des Bundes mit Gott und der Hoffnung, wurde zum Hoffnungszeichen für ein ganzes Land, für sehr viele Kinder: Gemeinsam hoffen und beten wir, dass wir alle gut durch diese Zeit kommen, bis der Himmel wieder lacht und wir alle wieder miteinander ein großes Fest feiern können.

Solange sind aber auch in diesem Gottesdienst heute wieder alle Kinder eingeladen zu einem eigenen Kindergottesdienst, den unser KiGo-Team aus Langgöns für uns vorbereitet hat:

 

Kindergottesdienst: (Martina Exler)

Und hier gibt es noch ein Rätsel zur Botschaft des heutigen Kindergottesdienstes.
 
Text und Spiel entstammen der Kinderzeitung für den Sonntag der Erzdiözese Freiburg.
 
 
 
Erste Lesung: Jesaja 22,19-23

(Gelesen von Hannelore Seidler)

 

Antwortgesang: Antonín Dvorák (1841-1904), Aus den Biblischen Liedern op. 99, 5. „Herr, mein Gott, ich sing’ ein neues Lied Dir zu Ehren“ (Psalm 144/145)

Tenor: Sebastian Seibert
Orgel: Lea Marie Vosgerau
Christkönig, Linden 2017

 

 

Zweite Lesung: Römer 11,33-36

(Gelesen von Marianne Kuhn)

 

Halleluja  (Der Link führt zu einem Mitschnitt der Eröffnungsfeier des Katholikentags in Münster 2018, veröffentlicht auf der Plattform Youtube.)

 

Evangelium: Matthäus 16,13-20

(In einer ungewöhnlichen Übersetzung - "Willkommen daheim" - gelesen von Cornelia Dießner)

 

Predigt (Kerstin Rehberg-Schroth):

Liebe Gemeinde,

vermutlich lesen oder hören Sie diese Predigt bei sich zu Hause. Im trauten Heim, vielleicht gar eingeschlossen in der Wohnung. Vom Schließen, genauer gesagt vom Schlüssel ist in gleich zweien der heutigen Tagestexte die Rede.

Wenn Sie sich bei sich umschauen: Welcher Schlüssel in Ihrer Wohnung ist Ihnen der liebste, der wichtigste Schlüssel? Und was macht ihn besonders? Da ist zum einen ja die Optik eines Schlüssels, die ihn wertvoll machen kann. Vor allem aber wird er besonders und wichtig durch das, was er verschließen und erst recht öffnen kann: Mag das für den einen eine besondere Truhe, ein besonderer Schrank oder auch ein Safe sein, für andere das Auto, so ist es vermutlich für viele von uns der Haus- oder Wohnungstürschlüssel, der als am wichtigsten angesehen wird.

Ein Schlüssel ist wichtig. Ihn abzugeben, fällt oft schwer: Es ist der letzte, endgültige Schritt, wenn ich den Schlüssel zu einer Wohnung abgebe – oder bei Stellenwechsel den Schlüssel zum Büro. Erst recht fällt es vielen schwer, am Ende ihrer Berufslaufbahn den Schlüssel abgeben zu müssen.

Der Schlüssel hat Bedeutung: Ich entscheide sehr genau, wer für das, was mir wichtig ist, einen Schlüssel erhalten soll, wer also etwa einen Wohnungsschlüssel zu meinem Zuhause bekommt, um im Urlaub nach dem Rechten zu schauen.

Gleichzeitig weiß ich auch, was es für eine Verantwortung bedeutet, den Schlüssel eines anderen in der Hand zu halten, den Schlüssel zu dem, was anderen wichtig, ja, sozusagen heilig ist. Bekomme ich einen solchen Schlüssel wieder entzogen, so darf ich zwar einerseits Verantwortung abgeben, vor allem aber stellt es mich vor die Frage: Was habe ich falsch gemacht?

So muss es dem Schebna gegangen sein, von dem Jesaja in der ersten Lesung gesprochen hat: Dem Palastvorsteher wird der Schlüssel entzogen, einem anderen, dem Eljakim, wird stattdessen die Schlüsselgewalt gegeben. Er bekommt den Schlüssel zum Haus David. Von Schebna wird zuvor gesagt, dass er mehr auf sich selbst als auf Gott vertraut hat. Damit ist er es nicht mehr wert, diese Verantwortung weiterhin zu tragen. Der nächste also bekommt den Posten. Doch direkt im Anschluss, das haben wir in der heutigen Lesung nicht mehr gehört, schreibt Jesaja bereits, dass auch Eljakim versagt hat: Auch er musste dann den Posten wieder abgeben.

Wie im realen Leben: So manche Ehre währt nur kurz. Da wird jemand hochgejubelt – und wieder fallen lassen. Manche Male aus eigener Schuld, wenn – wie bei Schebna – nur das eigene Ansehen im Blick war und nicht die wirkliche Sache, viele Male aber auch, weil einfach das Gesicht nicht mehr passte oder weil irgendwo ein Fehler passiert ist und dafür irgendein Kopf rollen muss. Ob das nun tatsächlich die Person ist, die für den Fehler verantwortlich war oder nicht, spielt dabei dann manche Male eine untergeordnete Rolle.

Doch auch wenn der Schlüssel nicht vorschnell entzogen wird: Verantwortung gibt es meistens auf Zeit.

Da ist dann die zweite Schlüsselstelle, die die Tagestexte uns vorstellen, und deren Deutung innerhalb der katholischen Kirche schon sehr außergewöhnlich: Petrus erhält genau wie Eljakim, gar mit sehr ähnlichen Worten, von Jesus den Schlüssel überreicht. Allerdings gibt es den Schlüssel nicht zu irgendeinem sehr irdischen Gebäude, weder zu einem Palast noch zum Tempel, sondern Petrus erhält den Schlüssel zum Himmelreich.

Über die Jahrhunderte hinweg war sich die katholische Kirche sehr genau zu wissen, wie diese Stelle zu verstehen ist: Petrus hat den Schlüssel bekommen – ein für allemal. Und weil Petrus nicht ewig lebt, wird er weitergereicht – gleich wie in einer Monarchie – an seine rechtmäßigen Erben, die nun eben keine Blutsverwandten, sondern die Nachfolger im Petrusamt sind. Schlicht und einfach. Die alttestamentliche Vorlage, die davon ausgeht, dass sich der Inhaber des Schlüsseldienstes, der Schlüsselgewalt immer wieder aufs Neue bewähren muss, wurde da in der Interpretation quasi außer Acht gelassen. Diese Schlüsselübergabe wird nicht mehr als Übergabe auf Zeit gedeutet, sondern als endgültig.

Und ja, gerade, dass es Petrus ist, der diesen Schlüssel bekommt, zeigt vielleicht sehr deutlich, dass es nun nicht mehr ums Verdienen des Schlüssels geht: Bei ihm ist es recht eindeutig keine Leistung für seine Verdienste: Sehr deutlich erzählen uns die Evangelien ja immer wieder davon, dass Petrus gerne mal seinen Mund zu voll genommen hat, Versprechungen gegeben und dann doch nicht gehalten hat: Er wollte über den See, so haben wir es vorletzte Woche gelesen – und kam dann doch ins Zweifeln und ist untergegangen … Er würde Jesus niemals verleugnen, so sagt er am Abend vor Jesu Tod – und, nun ja, es ist bekannt, was geschehen ist. Nein, er war nicht einfach der Superheld, den Jesus da erwählt. Aber er war menschlich. Und er wollte Jesus folgen. Und so ist er vornedran mit seinem Bekenntnis, als Jesus fragt: Für wen haltet ihr mich? Du bist der Messias – so hieß es in der alten Ausgabe der Einheitsübersetzung –, der Sohn des lebendigen Gottes. In der neuen Übersetzung wird das hebräische Wort des Messias übersetzt durch das griechische Christus. Beides heißt „der Gesalbte“. So bekennt Simon Petrus den Glauben. Er ist uns darin ein Vorbild – und gleichzeitig ist er eben gerade nicht unfehlbar. Zum Glück. Er ist menschlich. Wie seine Nachfolger im sogenannten Petrusamt eben auch Menschen waren und sind. Und wie wir Menschen sind, menschlich, fehlbar. Dennoch übergibt Jesus ihm den Schlüssel – und er entzieht ihm diese Vollmacht nicht.

Doch gilt diese Schlüsselübergabe wirklich nur dem Petrus? Viel eher sprechen heutige Theologen davon, dass er hier gerade stellvertretend steht für die Jünger, ja, für alle, die glauben: Wer glaubt, dem wird dieser Schlüssel anvertraut. Der Schlüssel ist nun nicht mehr nur dem Haus Israel anvertraut, sondern allen, die an Jesus glauben. Allen, die ihn wie Petrus als Messias, als Christus, als Sohn Gottes bekennen. Alle bekommen den Schlüssel zum Himmelreich: Es ist kein Schlüssel aus Messing, Silber oder Bronze. Es ist ein Schlüssel, der sich daher grenzenlos vervielfältigen lässt: Er führt ins Himmelreich; er führt zur Liebe selbst. Ein solches Schloss wäre zu klein gedacht, gäbe es nur einen einzigen Schlüssel dafür.

Jesus gibt den Schlüssel daher dem Petrus, und er gibt ihn uns allen – damit auch wir für uns selbst und vor allem für andere das Himmelreich bereits hier auf Erden sichtbar werden lassen können.

Dieser Schlüssel ist uns allen geschenkt. Und ja, gerade die Sprunghaftigkeit des Petrus, die uns die Evangelien so deutlich vor Augen stellen, die ist hier sehr beruhigend: Der Schlüssel wird nicht einfach entzogen: Gott entzieht uns seine Liebe und somit den Zugang zum Himmelreich nicht einfach, wenn wir hadern, zweifeln, untreu werden. Den Schlüssel dürfen auch wir in der Hand halten und umsichtig, verantwortungsbewusst nutzen, die Tür lieber einmal zu häufig als zu selten öffnen, damit Gottes Reich der Liebe unter uns Realität werden kann.

Credo:

Wir wissen, wie Petrus werden wir immer wieder zweifeln und hadern. Und dennoch sind wir getauft. Dennoch glauben wir – vielleicht mit den Worten des Petrus: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ – vielleicht mit den Worten, die die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft fürs Bibellesen in diesem Jahr als Jahreslosung gewählt hat: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Wie auch immer unser Glaube heute aussehen mag, wir dürfen die Worte es Apostolischen Glaubensbekenntnisses sprechen, ein Glaubenslied singen oder auch das Lied anhören, das folgende Lied anhören:

Glaubenslied: Wer glaubt, ist nie allein (Der Link führt zu einer Aufnahme aus der Diözese Pölten, veröffentlicht auf der Plattform Youtube: Das Lied wurde im Rahmen des Besuchs von Papst Benedikt XVI in Deutschland geschrieben und steht heute in vielen Diözesananhängen, leider nicht in dem der Diözese Mainz.)


Friedenszeichen:

Der Schlüssel zum Himmelreich ist auch ein Schlüssel zur Liebe – und damit zum Frieden. Den Schlüssel zum Himmelreich zu nutzen, heißt, sich für Frieden und Versöhnung einzusetzen, selbst Schritte zum Frieden zu gehen. Wir dürfen auch in diesem Gottesdienst wieder anfangen bei unseren Nachbarn, sind eingeladen, im Geiste an die Menschen zu denken, neben denen wir im Gottesdienst gerne mal wieder sitzen würden, an alle, denen wir gerne mal wieder die Hand geben würden, auch an die, die uns fremd sind.

Ihnen und uns allen spricht Jesus zu – und wir dürfen einander sagen:

Der Friede sei mit Dir! Der Friede sei mit Euch!


Gesang vor der Mahlfeier: Franz Joseph Haydn (1732-1809) aus Die Schöpfung Hob. XXI:2 Rezitativ und Arie „Und Gott schuf den Menschen“ und „Mit Würd’ und Hoheit angetan“
Tenor: Sebastian Seibert

Aufnahme 2019

 


Mahlfeier - Lobpreis über Brot und Wein:

Petrus bekennt: Jesus ist der Messias, der Sohn Gottes. Er bekennt, die Jünger bekennen – und sie begeistern immer mehr Menschen nach Jesu Tod und Auferstehung, sich ebenfalls zu Jesus dem Christus zu bekennen. Diese ersten Gläubigen kamen in ihren Häusern zusammen, um dieses Bekenntnis, diesen Glauben zu teilen, um miteinander zu beten und miteinander Mahl zu halten.

Auch wir dürfen in unseren Häusern und Wohnungen unseren Glauben bekennen, beten und Mahl halten.

So sprechen auch wir zusammen mit der ganzen Schöpfung, die Sebastian Seibert gerade im großartigen Gesang von Joseph Haydn besungen hat, unser Lobgebet und preisen Gott:

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt, der Du uns aus Liebe geschaffen hast und in dieser Liebe auch heute auf uns und jedes einzelne Deiner Geschöpfe blickst. Wir preisen Dich, weil Du uns einlädst in Dein Himmelreich, ins Reich Deiner Liebe.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Allmächtiger und Allliebender, der Du immer zu uns stehst, was auch immer in unserer Welt passiert, und zu dem wir immer kommen können, was auch immer uns widerfährt. Wir danken Dir, dass es nichts gibt, das uns trennen kann von Deiner Liebe und von der Deines Sohnes.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du aus Liebe zu uns Deinen Sohn in unsere Welt gesandt hast, der Petrus, seinen Jüngern und damit uns den Schlüssel zum Himmelreich übergeben hat, damit wir einander dass Himmelreich erschließen, Deine Liebe erkennen und selbst einander Gutes tun.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Liebe, die Jesus uns vorgelebt und bewiesen hat, als er beim letzten Mahl mit seinen Freunden, am Abend vor seinem Tod diesen seinen Jüngern das Brot gereicht hat und dabei ganz besondere Worte gesprochen hat: Nehmt und esst. Das ist mein Leib. Wir danken Dir, dass er mit diesen Worten auch uns eingeladen hat, immer wieder zu seinem Gedächtnis ein Fest zu feiern und Mahl zu halten. Wir danken Dir, dass wir auch heute das Brot in Verbundenheit mit der ganzen Gemeinde und vor allem mit Dir brechen dürfen.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns dieses Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Zeichen, dass Du uns in unserem Alltag stärkst. Dieses Brot, das wir hier in unseren Häusern essen, ist ein Vorgeschmack auf die Speise, die uns wirklich sättigt, auf Dich, der Du uns Leben schenkst. Wir loben und preisen Dich in Ewigkeit und bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und lass uns eins sein mit Dir und miteinander, wenn wir nun von diesem Brot essen.

 

Das Brot wird gebrochen. Und jeder Anwesende erhält ein Stück des Brotes. Alle essen vom Brot.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde, Schöpfer der Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen – zur Freude der Menschen und zu Deinem Lob. Der Wein ist Zeichen von Freude, Jubel und Fest. Die Lebensfülle werden wir einmal erleben, wenn wir mit Dir vereint im Himmelreich sind. Doch schon heute gibst Du uns die Schlüssel zum Himmelreich an die Hand, mit denen wir einen Vorgeschmack dieses Himmelreiches erhalten. Einen solchen Vorgeschmack dürfen wir schmecken, wenn wir miteinander Brot essen und Wein oder Saft trinken. Wir preisen Dich, weil Du durch Deinen Heiligen Geist uns Menschen froh machst und uns lieben und leben lässt.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. In schwerster Stunde waren wir ihm so wichtig, dass er uns das Zeichen der Freude und der Lebensfülle anvertraut, ein Stück vom Himmel geschenkt hat. Er hat seinen Jüngern den Kelch gereicht mit den Worten: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Wir danken Dir für dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens. Wir danken Dir, dass wir auch heute wohlschmeckenden Wein (Saft) trinken dürfen.

Wir bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns die Freude des Glaubens und die Fülle des Lebens, wenn wir nun von diesem Wein (Saft) zu Deiner Ehre trinken.

 

Alle trinken vom Wein bzw. Saft.

 

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Nähe, die Du uns schenkst. Du stehst treu zu dem Bund, den Du mit uns geschlossen hast. Du gibst nicht nur Petrus und auch uns den Schlüssel zum Himmelreich; Du selbst bist dieser Schlüssel zum Himmelreich. Deine Liebe schenkst Du uns und wir dürfen sie, dürfen die Freude an Dir miteinander teilen. In Dir sind wir verbunden. Wir danken Dir für die Gemeinde, zu der wir gehören und in der wir immer wieder ein Stück Himmel erleben dürfen, auch wenn wir uns in der aktuellen Zeit oft nicht persönlich begegnen können. Wir danken Dir, dass wir trotz allem auch in dieser Zeit im Brechen des Brotes und Trinken von Wein oder Saft miteinander verbunden sind, uns gegenseitig zu essen geben dürfen, wie Jesus uns aufgetragen hat, uns also gegenseitig stärken und füreinander eintreten dürfen. Wir preisen Dich, der Du bei uns bist – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Dich rühmen wir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

 

Lied nach der Mahlfeier: GL 876 Wo Menschen sich vergessen (Stefan Worlitsch und Sänger/innen der Chorgemeinschaft)

 

Fürbitten:

Petrus bekennt sich zu Jesus. Gleichzeitig ruft er ihn, wie z.B. als er im See unterzugehen drohte, immer wieder um Hilfe, weil er ihm vertraute. Auch wir dürfen Jesus vertrauensvoll bitten:

  • Für unseren Papst Franziskus und alle, die in der Nachfolge des Petrus und der Apostel heute den Glauben weitertragen.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die sich mit Petrus zu Jesus dem Christus bekennen und die auch wie Petrus immer mal wieder ins Schwanken und Zweifeln kommen.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, denen wichtige Schlüssel zu Schlüsselfunktionen in unserer Gesellschaft anvertraut sind: um die Kraft, ihren verantwortungsvollen Aufgaben gerecht zu werden.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die sich nach Schlüsseln sehnen: für die Obdachlosen, die sich einen Schlüssel zur eigenen Wohnung wünschen, für die, die sich dringend den Schlüssel zu einer Arbeitsstelle erhoffen, und auch für Menschen, die nach dem Schlüssel zum Herzen anderer suchen, für alle, die mehr Verantwortung bzw. Schlüsselaufgaben übernehmen möchten.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für all die, die in diesen Tagen sterben oder bereits verstorben sind und denen Du die Tür zu Deinem Himmelreich nun für immer aufschließt, und all diejenigen, die um sie trauern.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für uns selbst und für alle, an die wir jetzt besonders denken. (In Stille oder ausgesprochen können noch eigene Sorgen, Befürchtungen und natürlich alle eigenen Anliegen vorgebracht und ins Gebet gebracht werden.)

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Dich Jesus, Du Schlüssel zum Vater, Schlüssel zur Liebe, zum Leben und zum Himmelreich, loben und preisen wir alle Tage unseres Lebens. Amen.

Mit Jesus kommen wir zum Vater. Mit ihm dürfen wir ihn überhaupt erst Vater nennen und beten:


Vater Unser

Ein Lied zum Dank: Georg Friedrich Händel (1685-1759), Aus dem Oratorium “Messiah" HWV 56 , Accompagnato „Comfort ye“ und Arie „Ev’ry Valley“
Tenor: Sebastian Seibert
Klavier: Vita Gajevska
Leipzig, 2018

 

Dankgebet:

Allmächtiger, guter Gott, wir danken Dir für all die Schlüssel, die Du uns in unserem Leben anvertraust, für alle Türen, die Du uns öffnest, alle Möglichkeiten zum Leben, die wir haben. Wir danken Dir für die Feier dieses Gottesdienstes, in der Du uns neu das Tor zu Deinem Reich öffnen wolltest; wir danken Dir für Dein Wort und alles Festmahl, das wir mit Dir feiern dürfen, und besonders für die Menschen, mit denen wir verbunden sind. Gib uns immer wieder die Kraft, verantwortungsvoll mit all den Gaben umzugehen, die Du uns schenkst, und hilf uns, auch andere mitzunehmen auf unseren Weg zum Reich Deiner Liebe. Darum bitten wir Dich durch Jesus, unseren Bruder und Herrn, der als Mensch für uns Schlüssel zu Deinem Reich wurde und dies sein will alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

 

Segensgebet:

Es segne uns der uns liebende Gott,
der Vater, der uns erschaffen hat, uns liebt und einlädt in sein Reich,
der Sohn, der in die Welt kam und hier selbst Schlüssel zum Himmelreich wurde,
und der Heilige Geist, der in uns lebt und uns selbst den Schlüssel zum Reich der Liebe Gottes in die Hand gibt, mit dem wir bereits auf Erden das Reich Gottes aufscheinen lassen können.

 

So segne uns Gott im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Schlusslied: GL 362 Jesus Christ, you are my life (Stefan Worlitsch)

 

Orgelnachspiel: Johann Sebastian Bach (1685-1750), Aus der Triosonate Nr. 5 C-Dur BWV 529, 1. Allegro

Orgel: Sebastian Seibert
Neumünster, Zürich 2018