Schmuckband Kreuzgang

Fronleichnam

Das Gesicht Jesu (c) Berufe der Kirche - https://www.berufe-der-kirche-freiburg.de/html/content/das_gesicht_jesu.html)
Das Gesicht Jesu
Mi 10. Jun 2020
Dr. Viviana Menzel

Gottesdienst am Fest Fronleichnam, Donnerstag, 11. Juni 2020 im Pfarreienverbund am Limes
Langgöns – Linden – Pohlheim

Wir laden Sie ein, wenn möglich wieder Brot und Wein/Saft bereitzuhalten, um in diesem Gottesdienst wieder wie die Urgemeinde in ihren Wohnungen Brot zu brechen/Brot zu teilen.

Lied: GL 897, 1+5

Liturgische Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jesus, unser Bruder und Herr, der sich uns in seinem Leib schenkt und so immer bei uns sein will, ist in unserer Mitte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

sehr herzlich begrüßen wir Sie zu unserem Gottesdienst am Fest Fronleichnam. Sehr schmerzlich mag es sein, ausgerechnet am heutigen Fest keine Eucharistie feiern zu können, da wir doch den Leib Jesu auf ganz besondere Weise feiern und daran denken, dass Jesus sich uns schenkt, sich uns mit Fleisch und Blut hingibt. Wir laden dennoch ein, nicht zu trauern, sondern wirklich zu feiern und dankbar zu sein – und auf ganz neue Weise zu hören und zu sehen, was dieses Fest uns vor Augen führt, was das Fest uns heute sagen kann.

Jesus ist bei uns. Auch und vielleicht gerade jetzt, da viele von uns schon lange keine Eucharistie mehr miteinander feiern konnten. Rufen wir ihn in unsere Mitte mit den Worten des Kyrie:

Kyrie:

Jesus, du bist das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Herr, erbarme dich.

Jesus Christus, Du schenkst uns Nahrung für unser Leben.

Christus, erbarme dich.

Jesus, Du schenkst uns Deinen Leib – so dass wir selbst als Christen zu Deinem Leib werden.

Herr, erbarme dich.

Wir loben und preisen Gott mit dem Loblied „Deinem Heiland, deinem Lehrer“:

Loblied: GL 898, 1

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Allmächtiger, allliebender Gott, Du schenkst Dich uns auf unfassbare, einmalige Weise. Du, unser großartiger Gott, machst Dich klein, nimmst unser Menschsein an, wirst leiblich, schenkst Dich uns in Brot und Wein. Das ist ein riesengroßes Geheimnis unseres Glaubens. Mit Staunen sehen wir im Herzen das Brot, in dem Du Dich uns in übergroßer Liebe schenkst. Wir denken an das Mahl, zu dem Du uns immer wieder einlädst, und bitten Dich: Lass uns heute in der Feier dieses Gottesdienstes das Geheimnis dieses Festes ganz neu und tief erahnen. Darum bitten wir Dich, unseren großen Gott, der Du auch heute in unserer Mitte bist, durch Deinen Sohn Jesus Christus im Heiligen Geist – heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

Erste Lesung: Dtn 8, 2–3.14–16

Antwortgesang: 896, 1+4

Zweite Lesung: 1 Korinther 10,16-17

Halleluja

Evangelium: Johannes 6,51-58

Predigt


(Kerstin Rehberg-Schroth)

Liebe Gemeinde,

vom lebendigen Brot haben wir gerade gehört. Die Liturgie des Fronleichnamsfestes führt unseren Blick mit sehr gutem Grund zur Eucharistie: Wir glauben, dass uns darin Jesus selbst begegnet. Er ist die Mitte unseres Lebens. Er steht im Zentrum.

Das feiern wir. Normalerweise feiern wir Woche für Woche, wie Jesus sich schenkt – mit Leib und Blut. Ganz besonders feiern wir dies am Gründonnerstag. Da wir am Gründonnerstag aber gleichzeitig das Leiden und Sterben Jesu vor Augen haben und uns da nicht ganz so zum Feiern zumute ist, ist es eine gute Tradition, dass wir nach der Osterzeit am Fest Fronleichnam nochmals die Einsetzung dieses besonderen Mahles in den Blick nehmen und feiern.

In vielen Bundesländern steht uns hier in Deutschland dafür ein eigener arbeitsfreier Feiertag zur Verfügung. Wir feiern normalerweise an diesem Tag Eucharistie und tragen dann die Hostie in prächtiger Monstranz und in feierlicher Prozession durch die Straßen unserer Städte – in Gedanken in diesem Jahr durch Linden.

Normalerweise. Heute ist das so nicht möglich. Auch wenn einige heute in Linden Eucharistie feiern, so findet das, was sonst diesen Tag ausmacht, doch nicht statt.

Nein, wir können weder in unseren Straßen unseren Herrn vor uns hertragen, noch können wir anschließend beim Pfarrfest, das wir ansonsten heute in Linden gefeiert hätten, die Gemeinschaft weiterführen, die der Herr uns mit diesem Mahl geschenkt hat.

Vieles geht nicht. Aber wir können den Leib des Herrn heute ganz neu betrachten. Und auch das Brot, das der Herr uns schenkt.

Davon sprechen die Texte des heutigen Tages:

Schon in der ersten Lesung hören wir von einem ganz besonderen Brot, dem Manna: Gott sorgt sich um die Menschen, die er liebt, schenkt Nahrung gerade in Wüstenzeiten. Er sättigt und zeigt, dass der Mensch nicht nur von Brot allein lebt, sondern vom Wort Gottes. Darauf bezieht sich Jesus in seiner Rede im Johannesevangelium, ja, er steigert diese Worte noch, wenn er sagt: Wer dieses Brot, seinen Leib, isst, wird leben in Ewigkeit. Das Brot, das er uns schenkt, ist lebendiges Brot.

Hier sei die Frage gestellt, wie lebendig das ist, was wir im Normalfall feiern, wie lebendig es ist, wenn wir die Monstranz durch die Straßen der Stadt tragen? Gerade in der aktuellen Zeit, in der Gottesdienste, auch Eucharistiefeiern oft nur vorm Fernseher gefeiert werden, in den letzten Wochen, da Priester gar oft alleine Eucharistie gefeiert haben, mag in Vergessenheit geraten, worum es bei dieser Feier eigentlich geht: Jesus hat uns kein Brot zum Betrachten gereicht. Er hat seinen Jüngern gesagt: Nehmt und esst. Und er hat gesagt: Nehmt und trinkt.

Ja. Wir stellen das Brot meist in den Mittelpunkt. Es ist sein Leib. Auch wenn Katholiken meiner Generation die Zeit vor dem zweiten Vatikanischen Konzil, also die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gar nicht mehr erlebt haben, so ist aus dieser Zeit doch die Anbetungsfrömmigkeit geblieben: War es zuvor gang und gäbe, dass Menschen vielfach die Hostie nur angebetet, nicht selbst regelmäßig kommuniziert haben, so hat dieses Konzil damals doch in den Mittelpunkt gerückt, dass die Eucharistie eine Feier der Gemeinschaft und des Mahles ist. Kommunion heißt Gemeinschaft: Jesus isst mit seinen Jüngern gemeinsam; er hält Mahl. Er isst und trinkt. Im gemeinsamen Mahlhalten ist er da, schenkt er sich. Er schenkt uns seinen Leib. Er schenkt uns sein Blut.

Doch es passiert noch mehr. Das haben wir in der zweiten Lesung gehört: Weil uns das Brot, das wir brechen, und der Kelch, über den wir den Segen sprechen und aus dem wir trinken, Teilhabe an Leib und Blut Christi schenken, kann Paulus sagen: Es ist ein Brot – und darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot. Wir also sind der Leib Christi.

Einer meiner Liturgieprofessoren hat uns immer wieder die Worte des Heiligen Augustinus vor Augen geführt: „Empfangt, was ihr seid: Leib Christi. Werdet, was ihr empfangt: Leib Christi.“ Der Leib Christi ist nicht nur Brot. Wer dieses Brot empfängt, ja, wer zu Christus gehört, ist dieser Leib. Vielleicht haben Sie auch schon mal ein solches, heute durch die moderne Technik einfach herzustellendes Bild gesehen, wie es oben über diesem Gottesdienst zu finden ist: Es ist ein Bild Jesu Christi. Doch beim genaueren Hinschauen besteht es aus vielen, vielen unterschiedlichen Einzelgesichtern. Technisch hergestellt, ist dies ein wunderschönes Bild dafür, was Leib Christi wirklich ist: Wir alle stellen diesen Leib dar. Auf jeden einzelnen von uns kommt es an. Das Bild, das hier am Beginn des Gottesdienstes zu sehen ist, wurde erstellt als Projekt im Rahmen der Freiburger Berufungspastoral. (Hier https://www.berufe-der-kirche-freiburg.de/html/content/das_gesicht_jesu.html kann es heruntergeladen und betrachtet werden.) Die Organisatoren des Projekts weisen darauf hin: Je mehr Passbilder Grundlage für dieses Bild sind, desto besser ist es als Gesicht Christi zu erkennen, umso mehr Details werden sichtbar. Ich lade Sie ein, die verlinkte Homepage zu betrachten. Es ist wahrhaft ein schönes Bild für den Leib Christi: Keiner braucht sich wichtiger zu nehmen als andere. Nur dann, wenn all die vielen Menschen mit ihren unterschiedlichen Gaben zusammenkommen, kann das Antlitz Christi voll in unserer Welt erstrahlen.

Eine Eucharistiefeier, ja, jede Feier ohne Mitfeiernde ist leer. Das haben wir in den vergangenen Monaten sehr hart erfahren müssen. Im Gottesdienst und an anderen Orten. Wie viele Menschen mussten z.B. Geburtstage ohne Besucher feiern? Ohne Gemeinschaft kommt keine richtige Feststimmung auf. Was für profane Feiern gilt, gilt auch für den Gottesdienst: Zur Mahlfeier gehören die, die mitfeiern. Nicht nur der Einladende isst, sondern alle – essen und trinken. Das gute Essen wird auch nicht nur gezeigt, sondern es wird gegessen. Ja, wir dürfen uns dran freuen. Von einem guten Essen werden heute oft Fotos über die sozialen Medien weitergegeben. Vielleicht eine moderne Form dessen, was wir da an Fronleichnam machen? Wir tragen die Freude über die Speise unseres Lebens von Haus zu Haus – durch die Straßen unserer Stadt.

Diese Freude am Leib Christi jedoch, die dürfen wir auch heute empfinden – auch wenn es heute leider anders gehen muss: Doch der Leib Christi existiert. Er steht uns auch heute vor Augen: Schauen Sie Ihr Gegenüber an, mit dem Sie den Gottesdienst feiern. Und wenn Sie allein feiern, holen Sie sich einen Spiegel. Betrachten Sie sich! Nein, keiner von uns ist der gesamte Leib Christi; aber jeder von Ihnen, jeder von uns ist ein sehr wertvoller Teil dieses einen Leibes Christi. Keiner darf fehlen – egal, wo wir jetzt gerade sind. Als Gemeinde Jesu Christi gehören wir zusammen. So wird auch das Brot, das wir momentan in vielen Häusern brechen, zum einen einzigen Mahl – zum Festmahl. Denn wir sind verbunden – in ihm, unserem einzigen Herrn. Wir feiern auch dann gemeinsam, wenn wir getrennt und auf sehr unterschiedliche Weise feiern, auch dann, wenn diese Feier im Moment keine Eucharistiefeier sein kann.

Hoffentlich dürfen wir eine solche bald wieder in richtig großer Gemeinschaft und mit Gesang als Ausdruck unserer Freude feiern. Hoffentlich dürfen wir bald wieder alle in dieser Gemeinschaft miteinander Eucharistie in unseren Kirchen feiern. Doch auch heute gilt: Gleichgültig, ob wir in der Kirche feiern oder zu Hause, ob mit oder ohne Musik, ob froh oder noch ängstlich – Jesus schenkt uns allen eine lebendige Speise, eine Speise, die viel mehr ist als bloße Nahrung, nämlich sein Wort, seine Kraft, seine Freude, sein Leben – damit wir leben können.

Lied nach der Predigt:

Die Bedeutung dieses Liebesgeschenkes Jesu können wir noch mal nachfühlen in dem Lied, zu dem wir jetzt einladen. Wer nicht mitsingen möchte, ist eingeladen, den Text des Liedes im Gotteslob mitzulesen.

Lied: 281, 1-4

Friedenszeichen:

Wenn wir durch die Straßen unserer Stadt ziehen, so soll dies immer auch ein Zeichen sein, dass wir den Friedensfürsten in die Stadt tragen möchten. Denn Kommunion heißt Gemeinschaft und Gemeinschaft sollte friedfertig sein, für diesen Frieden eintreten. Wenn wir Christen sozusagen demonstrieren, kann dies nur eine Demonstration für den Frieden sein. Jesus kam mit Fleisch und Blut in diese Welt, um den Frieden zu bringen. Dieser Friede ist immer wieder gefährdet. Darum laden wir ein, im Geiste durch die Straßen unserer Nachbarschaft zu gehen und den Menschen dort den Frieden zu wünschen.

Sprechen wir im Herzen den Menschen dort und laut den Menschen, mit denen wir feiern, die Worte zu, die Jesus seinen Jüngern und auch uns zuspricht:

Der Friede sei mit dir! Der Friede sei mit euch!

Lied vor der Mahlfeier: GL 282,1-3

Mahlfeier - Lobpreis über Brot und Wein:

Am Fest Fronleichnam feiern wir heute keine Eucharistie. Doch wir sind versammelt – als Leib Christi. In kleineren oder größeren Gruppen oder auch allein, aber alle verbunden miteinander – in dem einen und einzigen Leib Christi. Wir sind verbunden mit allen, die mit Jesus verbunden sind. Wir sind verbunden, wenn wir jetzt miteinander Mahl halten. Jesus schenkt sein Liebesmahl – in dieser Zeit auf neue, ungewohnte, andere Weise. Doch immer ist er bei uns.

Verbinden wir uns also so auch und gerade heute wieder in dieser Mahlfeier in unseren Wohnungen miteinander und mit den Aposteln und den ersten Christen, die wie wir nicht in Kirchen, sondern in kleinen Häusern und Wohnungen gebetet und das Brot miteinander gebrochen haben. So loben und preisen wir heute unseren Gott, der uns lebendige Speise schenkt und uns zusammenführt zum einen Leib Jesu Christi, der sich in seiner Fülle zeigt, wenn wir unsere unterschiedlichen Gaben zusammenfügen:

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du hast uns geschaffen als Dein Ebenbild. Wir loben und preisen Dich und danken Dir für die Würde, die Du uns dadurch verliehen hast. Du schenktest Manna, als Du Dein Volk durch die Wüste geführt hast. Du schenkst auch uns Kraft in unseren Wüsten- und Krisenzeiten. Wir loben Dich und danken Dir für den Bund Deiner Liebe, den Du mit Noah, Abraham und Mose, ja, mit der ganzen Menschheit geschlossen hast und der ewig gilt.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns lebendige Speise schenkst, eine Speise, die Kraft und Leben schenkst. Wir loben Dich und danken Dir, dass Du uns auch heute durch Dein Wort und im gemeinsamen Mahl und durch Deine Nähe und Liebe mit dieser lebendigen Speise, mit Dir, erfüllst.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Allmächtiger und Allliebender, der Du uns immer liebst und deshalb Deinen Sohn in diese Welt gesandt hast, der unser Fleisch und unser Blut angenommen hat – ganz LEIBlich wurde. Mit ihm kennst Du und erlebst Du unser Menschsein mit allen Höhen und Tiefen. Alle Freuden, alles Leiden hat er selbst am eigenen Leib erfahren. Er hat sich ganz uns Menschen ausgeliefert. Mit ihm schenkst Du uns das Brot des Lebens auf unfassbare, wunderbare Weise.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns teilhaben lässt an dem einen und einzigen und doch so vielfältigen Leib Christi. Du schenkst uns nicht nur den Leib Deines Sohnes, sondern Du willst, dass wir selbst zum Leib Christi werden. Das ist ein riesengroßes, all unser Denken übersteigendes Geschenk unseres Glaubens. Wir loben und preisen Dich für alle Menschen um uns herum, für all die Menschen, die diesen Leib Christi bilden.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Dreifaltiger. Deine riesengroße Liebe lässt Du ausströmen in die Welt, damit auch wir diese Liebe erfahren und weitergeben können. Wir preisen Dich für Deine unfassbare Nähe, die Jesus uns auf wunderbare Weise gezeigt hat, als er noch am Abend vor seinem Tod seinen Jüngern das Brot gereicht hat mit den Worten: Nehmt und esst. Das ist mein Leib. Wir danken Dir, dass wir auch heute das Brot in Verbundenheit mit der ganzen Gemeinde und vor allem mit Dir brechen dürfen.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns dieses Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Zeichen, dass Du uns in unserem Alltag stärkst. Wir loben und preisen Dich in Ewigkeit und bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und lass uns eins sein mit Dir und miteinander, wenn wir nun von diesem Brot essen.

Das Brot wird gebrochen. Und jeder Anwesende erhält ein Stück des Brotes. Alle essen vom Brot.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde, Schöpfer der Welt. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen – zur Freude der Menschen und zu Deinem Lob. Der Wein ist Zeichen der Lebensfülle, die Du jedem von uns bereitet hast. Wir preisen Dich, weil Du durch Deinen Heiligen Geist uns Menschen froh machst, uns lieben und leben lässt und uns in aller Freude und in allem Leid näher bist, als jeder Mensch uns jemals kommen kann.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. In schwerster Stunde waren wir ihm so wichtig, dass er uns das Zeichen der Freude und der Lebensfülle anvertraut hat. Er hat seinen Jüngern den Kelch gereicht mit den Worten: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Wir danken Dir für dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens. Wir danken Dir, dass wir auch heute wohlschmeckenden Wein (Saft) trinken dürfen.

Wir bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns die Freude des Glaubens und die Fülle des Lebens, wenn wir nun von diesem Wein (Saft) zu Deiner Ehre trinken.

Alle trinken vom Wein bzw. Saft.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für Deine Nähe, die Du uns schenkst – indem Du selbst als Mensch in unsere Welt kommst – leibhaftig. Wir preisen Dich dafür, dass Du uns Gemeinschaft schenkst und uns Leib Christi sein lässt. Wir danken Dir, dass wir dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens auch heute im Gebet und im Mahl feiern dürfen. Wir danken Dir für alle Menschen, die mit uns gemeinsam den Leib Christi bilden. Wir preisen Dich, Herr, unser Gott, der Du uns den Glauben und unser ganzes Leben schenkst und in uns und um uns herum sein willst und uns trägst – auch und gerade durch schwierige Zeiten. Dich rühmen wir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Lied nach der Mahlfeier: GL 484, 1+4+5

Fürbitten:

Wir sind Leib Christi. Jesus schenkt uns lebendiges Brot. Er will, dass wir Leben haben und es in Fülle haben. So beten wir füreinander, richten unsere Bitten an Gott, unseren Vater:

  • Für alle, die an Jesus Christus glauben und für alle Menschen, die Du, Gott, geschaffen hast und liebst: Schenke uns Einheit in Vielfalt und immer mehr Freude an den Stärken der anderen und auch an dem, was wir selbst zum Leib Christi beitragen dürfen.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle Kommunionkinder, die noch immer darauf warten müssen, zum ersten Mal den Leib Christi empfangen zu dürfen. Lass sie und ihre Familien ganz besonders Deine Liebe und Nähe spüren und stärke sie in ihrem Glauben und in der Gemeinschaft mit Dir.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle Menschen hier in Langgöns, Linden und Pohlheim – besonders die, die heute gerne am Pfarrfest teilgenommen hätten, und die, die in den Straßen wohnen, durch die wir heute gerne gezogen werden. Schenke ihnen und uns allen Deinen reichen Segen, lass uns ganz neu Deine Liebe erfahren.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle, die krank sind, alle, die einsam sind, alle, die trauern und leiden. Schenke Heil und Heilung, Gesundheit, wo möglich, Kraft und Trost und alles, was guttut.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für alle Verstorbenen, die mit uns und denen, die nach uns kommen, gemeinsam den einen Leib Christi bilden: Schenke ihnen nun die Freude zu erleben, worauf sie in ihrem Leben gehofft haben, und lass sie mit Dir und miteinander und einmal auch mit uns auf ewig verbunden sein.

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

  • Für uns alle, in allen unseren eigenen Anliegen. (Hier ist Zeit, entweder in Stille die eigenen Bitten vor Gott zu bringen oder diese in der Hausgemeinschaft auch auszusprechen und so miteinander zu beten.)

Herr, unser Gott: Wir bitten Dich, erhöre uns.

Herr, unser Gott, Du schenkst uns lebendiges Brot, damit wir leben und lieben. Du führst uns zusammen zu Deinem Leib – als Brüder und Schwestern. So vereint dürfen wir alle unsere Bitten zusammenfassen in dem Gebet, das uns miteinander und mit Dir verbindet und in dem wir Gott unseren Vater nennen:

Vater Unser

Dankgebet:

Guter Gott, wir danken Dir, dass Du uns auch in diesem Gottesdienst gestärkt hast – durch Dein Wort und im Teilen von Brot und Wein. Wir danken Dir, dass Du uns rufst als Dein Leib. Wir bitten Dich, mach uns offen füreinander, für die Gaben der anderen und für unsere eigenen Gaben – und lass uns erkennen, wie wir so dazu beitragen können, dass Du in dieser Welt für uns und für andere sichtbar wirst. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, der uns das Brot des Lebens schenkt, im Heiligen Geist, der uns all unsere Gaben schenkt und uns einander lieben lässt – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Meditation statt Prozession:

Sehr gerne würden wir aufbrechen zur Prozession – den Leib Christi in der Monstranz vor Augen.
Wir schauen auf Christus – und wir schauen zu den Menschen, die mit uns gehen und die uns auf dem Weg begegnen. Auch hier sehen wir: Leib Christi.

Vor einigen Wochen haben wir eingeladen, uns Bilder zu schicken, wo und wie Sie in diesen Tagen zu Hause beten. Einige Bilder haben uns erreicht. Diese Bilder und all die Bilder, die Sie zu Hause von sich und Ihrer Umgebung, Ihren Gebetsorten machen könnten, sprechen eine ganz besondere Sprache: Sie, wir alle gehören zu dem einen Leib Christi – egal, wo wir gerade sind.
Wenn wir den Leib Christi anschauen und verehren, dann ist es gut, einander zu betrachten: Gott hat uns eine unwahrscheinliche Würde verliehen, indem er uns zu seinem Leib zusammengefügt hat. Dieses Geheimnis ist staunenswert und riesengroß.

Wir laden deshalb ein, nochmals den Blick zu lenken zu den Menschen, die mit uns feiern, in den Spiegel, um uns selbst zu betrachten, aber auch im Geiste auf die Menschen zu schauen, die mit uns nun gerne sich auf den Weg gemacht hätten, auf die, die mit uns Gottesdienst feiern, und die, die in den Straßen unserer Städte wohnen.
Jesus Christus wurde leiblich, leibhaftig, wurde Mensch in einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort. Zu unserer Leiblichkeit gehört es, dass wir irgendwo wohnen, leben, beten.

Jesus ist unsere wahre Speise – erkennbar in vielen kleinen Spuren unseres Alltags.
Wir laden ein: Führen Sie sich vor Augen, wo Sie solche Kraftquellen erfahren. Auf der eigenen Gottesdienstseite sind einige Bilder von Ihnen veröffentlicht, die solche Kraftquellen zeigen. Wir freuen uns weiterhin über alle Bilder, die Sie mit uns teilen möchten – durch die wir auch auf Distanz erfahren, dass wir zusammen gehören.
Tragen wir den Leib Christi – uns selbst – so auch heute durch die Straßen, in die Häuser unserer Gemeinde!

Segensgebet:

Es segne uns der uns liebende Gott,
der Vater, der uns aus Liebe erschaffen hat, uns Manna schenkt in jeder Wüstenzeit,
der Sohn, der uns seinen Leib und sein Blut geschenkt hat als lebendige Speise,
und der Heilige Geist, der in uns lebt und in dem wir selbst Leib Christi werden dürfen.

So segne uns Gott im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Schlusslied: GL 380, 1, 5, 10