Schmuckband Kreuzgang

Pfingsten

Pfingsten (c) Pixabay
Pfingsten
Sa 30. Mai 2020
Dr. Viviana Menzel

Gottesdienst am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020 im Pfarreienverbund am Limes
Langgöns – Linden – Pohlheim

Wir laden Sie ein, wenn möglich wieder Brot und Wein/Saft bereitzuhalten, um in diesem Gottesdienst wieder wie die Urgemeinde in ihren Wohnungen Brot zu brechen/Brot zu teilen.

Orgelvorspiel

Lied: GL 347,1-2

Liturgische Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jesus, unser Bruder und Herr, der uns an diesem Festtag den Heiligen Geist sendet, ist in unserer Mitte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

sehr herzlich begrüßen wir Sie und Euch zu unserem Gottesdienst an diesem Pfingstsonntag. Auch heute wird es wieder neben dem „normalen“ Gottesdienst noch einen Kindergottesdienst, vorbereitet vom KiGo-Team aus Langgöns geben. Außerdem haben einige Kinder noch etwas Besonderes für uns vorbereitet, so dass dieser Gottesdienst heute zu einem ganz besonderen Pfingstgottesdienst werden kann, in dem viele Gaben des Heiligen Geistes erfahrbar werden.

Einige aus unseren Gemeinden treffen sich an diesem Wochenende zum ersten Mal wieder zum Gottesdienst in der Kirche in Pohlheim. Doch noch sind wir weit entfernt von jeglicher „früheren“ Normalität. Daher feiern wir weiterhin Gottesdienste auch in unseren Wohnungen – und sind damit verbunden mit der jungen Kirche, die sich so wie wir in den eigenen Häusern und Wohnungen getroffen hat. Verbunden sind wir heute auch mit denjenigen, die in Watzenborn Eucharistie feiern, denn wir hören bzw. lesen genau die Predigt, die Pfarrer Stabel dort hält.

Pfingsten wird auch als Geburtsstunde der Kirche angesehen. Die Jünger haben sich vorher hinter verschlossenen Türen aufgehalten; der Heilige Geist hat sie herausgerufen.

So mag es sich anfühlen, wenn wir zu Hause feiern: Etwas Neues möge aufbrechen – in unseren Herzen, in unseren Gemeinden, in unseren Ortschaften, unserem Land, in der Welt. Möge der Heilige Geist unseren Blick weiten für das, was in dieser Zeit wichtig ist, für uns und für die Menschen in der Welt. Möge er uns die Gaben schenken, die wir in unserem Alltag so nötig haben.

Rufen wir daher auch heute Jesus Christus im Kyrie in unsere Mitte: Er hat den Jüngern den Heiligen Geist, den Beistand versprochen. Er will auch uns mit den Gaben dieses Geistes beschenken.

Kyrie: GL 165

Bilder der Kinder: Was ist Pfingsten? Wer ist der Heilige Geist?

Bevor wir miteinander das Gloria singen und Gott loben, sei die Frage gestellt: Wer ist für Sie der Heilige Geist? Genau das haben wir die Kommunionkinder gefragt? Wer ist der Heilige Geist? Was feiern wir an Pfingsten? Was begeistert euch? Antworten auf diese Frage haben einige Kinder aus Langgöns mit Zeichnungen, Bildern oder einer Lego-Darstellung gegeben. Lassen Sie sich inspirieren! Vielleicht mögen Sie ja im Anschluss an diesen Gottesdienst auch eine Zeichnung bzw. ein Bild anfertigen – alleine oder gemeinsam mit Ihrer Familie?

pfingsten

Gloria: GL 169

Tagesgebet:

Lasset uns beten:

Allmächtiger, uns liebender Gott, am heutigen Pfingsttag hast Du den Jüngern und damit uns allen den Heiligen Geist gesandt. Dieser Geist schenkt uns reiche Gaben, die uns für unser Leben und unseren Glauben stärken. Vor allem aber lässt er uns Dich und einander lieben und Gutes tun. Dein Heiliger Geist durchdringt jede Mauer und jede Begrenzung, und so danken wir Dir, dass er uns mit Dir und miteinander verbindet – jetzt in dieser Feier und darüber hinaus. Wir bitten Dich: Stärke uns durch die Gaben Deines Heiligen Geistes und lass uns voll Freude und Hoffnung froh und hoffnungsvoll die Zeichen der Zeit erkennen und die Wege gehen, die Du uns eröffnest. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn, der uns aus Liebe den Heiligen Geist verheißen hat. Amen.

Lesung vom Vorabend des Pfingstfestes – Grundlage der heutigen Predigt: Gen 11,1-9

Antwortgesang: GL 346

Pfingstlesung:  Apostelgeschichte 2,1-11

Antwortpsalm: GL 312,2, Ps 104

Zweite Tageslesung: 1 Kor 12,3b-7.12-13

Halleluja: 175,2

Evangelium: Johannes 20,19-23

Predigt (Pfr. Markus Stabel):

Liebe Gemeinde, liebe an dem Gottesdienst Interessierten, werte treue Seelen, liebe Schwestern und Brüder,

wie Sie sicherlich alle wissen, feiern die Kirchen am Pfingstfest ihren Geburtstag. Wir können jetzt nach über 2 Monaten wieder Gottesdienste feiern, es ist vielleicht für die eine oder den anderen wie eine Wiedergeburt, wie eine Renaissance. Doch die Kirche lebt und wirkt durch den Heiligen Geist, durch die Charismen und Begabungen ihrer Gemeindemitglieder, so wie auch bei uns in der Pfarrgruppe Am Limes. Ich möchte das tagtäglich zu hörende Thema Corona – Virus nur am Rande streifen.  Um es etwas bildlich darzustellen, habe ich bewusst die alttestamentliche Lesung vom Turmbau zu Babel und das Evangelium nach Johannes von den verängstigten und verunsicherten Aposteln gewählt.

Zwei Bilder, die meiner Meinung nach, gut zur Weltepidemie  Corona – Virus passen. Zusammenbrechende Türme und verängstigte und verunsicherte Menschen.

Wir Menschen planen, organisieren und terminieren und sind es gewohnt dass alles dann organisatorisch gut, nach unseren Plänen, Wünschen und Sehnsüchte verläuft, das alles sich so weitgehend fügt. Wir betrachten und erwarten, (Das drückt auch das lateinische Wort exspectare – zu Deutsch nach etwas schauen, etwas ersehnen, etwas erwarten aus) dass unsere Pläne, Lebenspläne in Erfüllung gehen. Doch so wie der Turm zu Babel beim Bauen zusammengebrochen ist, so hat die Corona – Epidemie viele, ja sehr viele Planungen zusammenbrechen lassen. Ja, die Corona – Epidemie hat eine große Unsicherheit, Verwirrung und Sprachlosigkeit ausgelöst.

Vielleicht haben auch einige von uns ihre Erwartungen und Wünsche zu hoch, zu idealistisch angesetzt. In einer Krise zu leben hat die Folge, dass wir mehr Fragen ans Leben haben wie Antworten auf das Leben oder wie das Leben gerade in der Krisenzeit ist, bzw. wie zu leben ist.

Verunsicherung, Verwirrung und Sprachlosigkeit lösen oft Angst in uns Menschen aus, so wie bei den Aposteln Jesu, nach seiner Himmelfahrt. Sie zogen sich zurück ins stille Kämmerlein. Uns wurde als Schutz, vor der Ansteckung durch den Corona – Virus, auferlegt zu Hause zu bleiben, nicht nach draußen zu gehen. Sich zurückzuziehen, sich aus dem Geschehen, der engagierten Gestalterinnen und Gestalter rauszuhalten, dann erleben und erfahren wir oft, dass Menschen missverstanden, vielleicht nicht akzeptiert und sich verletzt fühlen.

Doch der Heilige Geist hat den verängstigten, verschlossenen und verunsicherten Aposteln Mut, Zuversicht und Sprachgewaltigkeit geschenkt. Sie gingen hinaus, aus der vertrauten Enge und des Eingeschlossenseins, in die Unsicherheit und in das Risiko des wahren Lebens. Doch ihr Glaube und das Vertrauen auf den auf sie herabkommenden Heiligen Geist hat sie befähigt, ermächtigt und motiviert das Evangelium Jesu Christi zu verkünden. Und das sind der Sinn und die Botschaft des Pfingstfestes, uns Christen zu ermächtigen, uns zu befähigen und uns zu motivieren, unser Leben vertrauensvoll in die Hand zu nehmen und zu gestalten.

Deshalb ich lade Sie ein, zwei Aspekte des Pfingstfestes zu betrachten, zum einen das Wirken des Heiligen Geistes und die Gemeinschaft der Kirche. Mit dem Pfingstfest endet die 50-tägige österliche Festzeit. Erinnern wir uns an die verschiedenen österlichen Evangelien, die uns berichten, wie Jesus als Auferstandener seinen verzweifelten und niedergeschlagenen Jüngern erschienen ist. Erinnern wir uns wie zuversichtlich die Jünger Jesu nach der Begegnung mit ihm, dem Auferstandenen, waren und wie sie voll Elan ihren Alltaggeschäften wieder nachgingen. Nach seiner Himmelfahrt, nachdem sie Jesus mit der Zusage des Beistandes durch den Heiligen Geist zurückgelassen hat, verfielen seine Jünger wieder in eine Resignation und schlossen sich vor Furcht ein. In diese niedergeschlagene Situation bricht der Heilige Geist durch verschlossene Türen ein und kommt auf jeden einzelnen der Jünger Jesu herab.

Der Heilige Geist ist die Kraft, die jegliches Wollen und auch Können in jedem Menschen bewirkt. Auch wenn unser Lebensumfeld und unsere Lebenssituation uns niederdrückt und wir beginnen zu resignieren, dann sollen wir um den Beistand des Heiligen Geistes bitten und beten, damit er uns in dieser schwierigen Lebenssituation hilft.

Ferner wirkt der Heilige Geist in verschiedenen Gnadengaben, den so genannten Charismen. Das sind Geschenke des Heiligen Geistes, durch die wir befähigt werden, unseren Dienst für die Gemeinschaft bzw. das Gemeinwohl und zum Aufbau der Kirche besser zu erfüllen. Nun gibt es verschiedene Charismen, die auf unseren Talenten oder Fähigkeiten aufbauen und durch den Heiligen Geist auf besondere Weise verstärkt werden, aber nicht jeder besitzt alle Charismen. Der Heilige Geist schenkt einem jeden seine besondere Gabe, wie er will.

Paulus erwähnt unter anderem auch die Charismen des Dienens, der Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen; aber auch Glaube, Hoffnung und Liebe sind Charismen, wobei die Liebe das Allergrößte ist. Hieran können wir erkennen, wie lebendig der Heilige Geist ist und wie vielfältig er wirkt in den Menschen und seiner Kirche. Schließlich spricht Paulus noch von verschiedenen Kräften, die der eine Gott bzw. der Heilige Geist bewirkt. Alles, was wir Menschen an Gutem, Liebevollem, Friedfertigem oder Gerechtem hervorbringen, wo wir uns mit anderen versöhnen und sie nicht beneiden, da wirkt der Heilige Geist, dass wir ein glaubwürdiges Leben nach den Geboten Gottes führen.

Die Apostel, auf die der Heilige Geist in Feuerzungen herabkam, sind das Fundament unserer Kirche. So wie die Apostel ermutigt und bestärkt nach dem Empfang des Heiligen Geistes in vielen Sprachen das Evangelium verkündet haben und die Kirche durch ihre Missionstätigkeit gegründet haben, so sollen auch wir uns durch den Heiligen Geist motivieren lassen. In der Taufe haben wir den Heiligen Geist empfangen, in der Firmung wurden wir mit ihm besiegelt. Wir alle sind daher Geistträger und Tempel des Heiligen Geistes und bilden gemeinsam die Kirche, die wie Paulus in der Lesung sagt – auch als Leib Christi bezeichnet wird. Deshalb können wir sagen, die Kirche ist eine einzige Familie, in der es auch verschiedene Meinungen gibt, gerade weil sie aus so vielen verschiedenen Menschen verschiedener Länder und Kulturen zusammengesetzt ist.

Wir danken am heutigen Pfingstfest dem Heiligen Geist für sein vielfältiges Wirken, für die verschiedenen Gnadengaben, für die Dienste und Kräfte, besonders bei denjenigen die in den zurückliegenden Wochen, die digitalen Gottesdienste vorbereitet und verschickt haben. Und wir danken dem Heiligen Geist dafür, dass er uns und die vielen Engagierten in die Kirche berufen hat. Sie, die Kirchen, haben an Pfingsten ihre Geburtsstunde erlebt, weil der Heilige Geist in den Aposteln ein solches Feuer entfacht hat, dass sie zum ersten Mal mutig in aller Öffentlichkeit Zeugnis für Jesus Christus ablegen konnten. Möge der Heilige Geist auch in uns verschiedene Gnadengaben bewirken und uns helfen, stets mutige und treue Zeugen Christi und seiner Kirche zu sein. Amen.

Glaubensbekenntnis:

Wir glauben an den Heiligen Geist, den wir, wie es in einem Lied heißt, im Herzen spüren. Dieser Heilige Geist ist überall zugegen. Er führt uns Gottes Wege. Er wird die Welt verwandeln, und treibt uns weiter an, in Gottes Sinn zu handeln. Ja, im Heiligen Geist ist uns unser Glaube geschenkt, ein Glaube, der uns froh macht. Den dürfen wir fröhlich mit dem Lied, aus dem dieser Text stammte, bekennen: „Ich glaube an den Vater, den Schöpfer dieser Welt.“

Lied: GL 836

Friedenszeichen:

Als die Jünger aus Furcht die Türen verschlossen hatten, trat Jesus in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Das haben wir vorhin im Evangelium gehört. Das gilt auch uns heute: Wo wir in unseren Häusern sind, ist er bei uns und spricht uns zu: Der Friede sei mit dir! Der Friede sei mit euch!

Auch heute laden wir Sie ein, sich die Zeit zu nehmen, an all die zu denken, denen Sie jetzt gerne den Frieden zusprechen, mit denen Sie gerne gemeinsam feiern, ja, die Sie vielleicht sogar gerne umarmen würden. Im Heiligen Geist sind wir verbunden. Sprechen Sie ihnen und natürlich allen, mit denen Sie gemeinsam feiern, diese Worte zu: Der Friede sei mit Dir! Der Friede sei mit Euch!

Lied vor der Mahlfeier: GL 362

Mahlfeier - Lobpreis über Brot und Wein:

Hinter verschlossenen Türen trafen sich die Apostel – aus Furcht vor den Juden. Der Heilige Geist, der Geist der Liebe und des Lebens, überwindet alle Mauern, alle Furcht – die vor Menschen, die vor Krankheit, und alles, was uns am Leben hindert; der Heilige Geist schenkt Kraft und Mut und offene Augen und Herzen, das Richtige zu tun, neue Wege zu gehen. Das erfuhren die Jünger am Pfingsttag. Und das feierten die jungen Christen in ihren Wohnungen. Sie beteten und hielten Mahl miteinander, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte. Aus diesem so kleinen Beginn wurde eine riesengroße Bewegung. Die Kirche entstand.

Der Heilige Geist blieb bei ihnen – und ist bis heute bei uns. Er führte die jungen Christen durch Krisenzeiten – und er führt auch uns.

So ist es gut, dass auch wir auch heute wieder in unseren Wohnungen zusammen sind und beten und auch miteinander das Brot brechen, Mahl feiern.

Gemeinsam mit den Aposteln und der ersten Christengemeinde loben wir so auch heute Gott und beten:

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns Deinen ewigen Bund: Wir sind mit Dir und miteinander verbunden, wo auch immer wir gerade sind. Im Heiligen Geist lässt Du uns niemals allein.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du Deinen Heiligen Geist in diese Welt gesandt hast. Und nicht nur in die Welt, sondern in jeden von uns. Du schenkst uns die Gaben des Heiligen Geistes, damit wir lieben und leben können, damit wir Freude haben und die Kraft, Krisen zu durchstehen.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, für dieses wunderbare Geheimnis unseres Glaubens. Du bist so unfassbar großartig und unvorstellbar, und machst Dich gleichzeitig für uns klein und fassbar, wirst mit Deinem Sohn Jesus Mensch wie wir, willst im Heiligen Geist um uns und gar in uns sein.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns so nah bist, weil Du uns unendlich liebst und uns so viele Gaben schenkst – jedem andere, jedem ganz besondere. Vor Dir sind wir individuell; Du kennst uns mit Namen. In Deinen Augen sind wir wertvoll und wichtig. Wir preisen Dich für dieses riesige Geschenk Deiner Liebe.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns im Zeichen nahe bist. Wir preisen Dich für Deine Liebe und Deine unfassbare Nähe, die Jesus uns auf wunderbare Weise gezeigt hat, als er noch am Abend vor seinem Tod seinen Jüngern das Brot gereicht hat mit den Worten: Nehmt und esst. Das ist mein Leib. Wir danken Dir, dass wir auch heute das Brot in Verbundenheit mit der ganzen Gemeinde und vor allem mit Dir brechen dürfen. Wir preisen Dich für Deine unendlich große Liebe.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du schenkst uns dieses Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit als Zeichen, dass Du uns in unserem Alltag stärkst. Wir loben und preisen Dich in Ewigkeit und bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns Deinen Heiligen Geist, den Geist der Einheit in Vielfalt, der Liebe und des Friedens. Lass uns eins sein mit Dir und miteinander, wenn wir nun von diesem Brot essen.

Das Brot wird gebrochen. Und jeder Anwesende erhält ein Stück des Brotes. Alle essen vom Brot.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, König des Himmels und der Erde. Du hast die Frucht des Weinstocks geschaffen – zur Freude der Menschen und zu Deinem Lob. Der Wein ist Zeichen der Lebensfülle, die Du jedem von uns bereitet hast. Wir preisen Dich, weil Du uns Menschen froh machst und uns in aller Freude und in allem Leid näher bist, als jeder Mensch uns jemals kommen kann. Wir preisen Dich, weil Du uns den Geist des Lebens und der Liebe und der Freude schenkst.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, durch Deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. In schwerster Stunde waren wir ihm so wichtig, dass er uns das Zeichen der Freude und der Lebensfülle anvertraut hat. Er hat seinen Jüngern den Kelch gereicht mit den Worten: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Wir danken Dir für dieses riesengroße Geschenk unseres Glaubens. Wir danken Dir, dass wir auch heute wohlschmeckenden Wein (Saft) trinken dürfen.

Wir bitten Dich: Sei bei uns, sei in uns und schenke uns den Heiligen Geist, der uns miteinander verbindet. Schenke uns die Freude des Glaubens und die Fülle des Lebens, wenn wir nun von diesem Wein (Saft) zu Deiner Ehre trinken.

Alle trinken vom Wein bzw. Saft.

Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, der Du uns Menschen liebst und uns den Weg zu Dir zeigst, damit wir auf immer mit Dir verbunden sein können. Gepriesen bist Du, Herr, unser Gott, der Du uns Leben schenkst und in uns und um uns herum sein willst und uns trägst – auch und gerade durch schwierige Zeiten. Dich rühmen wir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Lied nach der Mahlfeier: GL 326

Fürbitten:

Am heutigen Pfingstfest empfangen die Jünger den Heiligen Geist – als Beistand, der ihnen alle Gaben schenkt, die sie benötigen. Auch uns ist dieser Geist versprochen. Um seine Gaben für uns und für die Welt bitten wir:

  • Für alle, die sich nach Öffnungen sehnen – und für alle, denen die vielfältigen Öffnungen im Moment Sorge bereiten.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die im Unfrieden leben – und für alle, die sich für Frieden einsetzen.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die voller Lebensfreude sind und voller Begeisterung von Dir erzählen – und für alle, die leiden, sich sorgen oder trauern und denen gerade alles Frohmachende fehlt, und auch für die, die nach einem Sinn in ihrem Leben suchen, nach Wegen für ihre Zukunft. Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.
  • Für alle, die in diesen Monaten eigentlich ein großes Fest feiern wollten, besonders Kinder und Jugendliche, die sich auf Erstkommunion, Firmung oder Konfirmation vorbereitet hatten, und Paare, die ihre Hochzeit geplant hatten – und für alle, die sich mit ihnen auf ihr Fest vorbereitet und gefreut haben.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle Kranken – und für alle, die sich um Heilung und Pflege der Kranken bemühen.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die Entscheidungen treffen müssen – und für alle, die mit Entscheidungen anderer leben müssen.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für alle, die sich in unseren christlichen Gemeinden nach größerer Gemeinschaft und Einheit in Vielfalt sehnen – und für alle, die sich gegen ein Mehr an Ökumene und Miteinander stellen.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

  • Für uns alle, in allen unseren eigenen Anliegen. (Hier ist Zeit, entweder in Stille die eigenen Bitten vor Gott zu bringen oder diese in der Hausgemeinschaft auch auszusprechen und so miteinander zu beten.) Schenke uns allen die Gaben Deines Heiligen Geistes, die heute für uns am besten sind.

Sende aus deinen Geist, und die Erde wird neu.

Herr, unser Gott, Du hast Deinen Heiligen Geist in diese Welt gesandt, in Deine Schöpfung, in unsere Herzen, damit wir leben und Dich und einander lieben und achten können. Dafür danken wir Dir und loben und preisen Dich in Ewigkeit. Amen.

Dein Heiliger Geist schenkt uns Einheit – über jede Wohnungsmauer, über alle momentan geschlossenen Grenzen hinweg. In diesem Geist dürfen wir miteinander das Gebet beten, das Jesus uns zu beten gelehrt hat:

Vater Unser

Dankgebet:

Lasset uns beten:

Herr, unser Gott, wir danken Dir, dass Du uns Deinen Heiligen Geist schenkst, der uns Kraft schenkt für unser ganzes Leben, so dass wir Freude haben dürfen und Lebenskrisen bewältigen können. Wir danken Dir für die je individuellen Gaben des Heiligen Geistes, die uns geschenkt sind, und die jeden von uns zu einem ganz besonderen Menschen machen. So danken wir Dir für die Menschen um uns herum, die uns durch ihr Leben von Deiner Liebe künden. Wir danken Dir für diese Feier, für Dein Wort und für das gebrochene Brot und den Wein (Saft). Du bist uns nahe – im Heiligen Geist. Lass uns in dieser Zeit aufs Neue die Gaben Deines Geistes erfahren, die Du uns ganz persönlich schenkst. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, der uns diesen Geist als Beistand verheißen hat, weil er uns liebt – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Segensgebet:

Es segne uns der uns liebende Gott,
der Vater, der uns aus Liebe erschaffen hat,
der Sohn, der uns die Liebe vorgelebt hat bis hinein in den Tod,
und der Heilige Geist, der in uns lebt und uns Gott und einander lieben lässt.

So segne uns Gott im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Schlusslied: GL 347, 3-4

Orgelnachspiel: Buxtehude, Toccata