Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Kreuz-St.Marienhaus (c) PG-Breuberg-Höchst
Kreuz-St.Marienhaus
Mo 20. Apr 2020
Alexander Kiefer

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Dies zeigt uns auch der Kreuzweg in unserer Kirche – er endet nicht mit der Grablegung, sondern es gibt eine 15. Station – die Auferstehung.
In diesem Jahr gab es ein anderes Osterfest: es war stiller und auf Grund der Pandemie fielen Familiengewohnheiten, die die Generationen miteinander verbinden aus oder waren stark eingeschränkt. Aber der Kontakt war möglich und wir konnten uns nach dem Befinden der anderen erkundigen.

Manch einer, den sein Osterspaziergang am Marienhaus vorbeiführte, war erstaunt: Die Barmherzigen Schwestern von Alma hatten gesegnete Osterkerzen am Tor zum Mitnehmen hingestellt – ein Zeichen der Verbundenheit, aber auch der Tröstung in schwerer Zeit, da die Gemeinschaftlichkeit fehlt.
In den kommenden Wochen, es sind wieder einmal 40 Tage – so lang wie die Fastenzeit – stehen die biblischen Geschichten im Vordergrund, wo Jesus seinen Jüngern erscheint, bis er zu seinem Vater in den Himmel auffährt.
Vielleicht haben wir ja Zeit, einmal eine dieser Geschichten zu lesen? In diesen spricht Jesus uns an, er stellt Fragen und macht uns Mut.
Für uns bedeutet die kommende Zeit, dass wir weiterhin in dieser Krise aushalten müssen und auf die Verantwortlichen und ihre besonnenen Entscheidungen vertrauen und ihnen trauen, dass diese richtig sind.
Für uns bedeutet das auch, dass wir weiterhin Rücksicht nehmen sollen, um das Wohl des anderen – meines Gegenübers – nicht zu gefährden.
Unser Bischof sagte dazu in seiner Predigt in der Osternacht: Die Botschaft des Auferstandenen lautet: Geht und sagt die Botschaft weiter. Ein wenig später wird er sie alle in die Welt senden, Botinnen und Boten der Hoffnung zu sein. Ostern wird derzeit weniger üppig gefeiert als vielmehr gelebt. Vielleicht entdecken wir Ostern neu. Viele Menschen geben Hoffnung weiter, obwohl sie manchmal selbst nicht weiterwissen, obwohl sie berechtigte Angst um die Gesundheit und die eigene Existenz haben. Menschen werden hoffentlich über die Krise hinaus wachsamer füreinander. Wir lernen bestimmte Berufe neu schätzen, und die Menschen, die sie ausüben. Christsein ist eben nicht allein die feierliche Liturgie, sondern das Tun, das Leben, das Bezeugen der Hoffnung.
Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Gottes Segen begleite Sie und euch alle

Ihr Pfarrer Josef Schachner
Ihr Pfarrgemeinderat Neustadt