Schmuckband Kreuzgang

Pastoraler Weg im Bistum

Eine Kirche, die teilt: Glauben, Leben, Ressourcen, Verantwortung

Im ersten Halbjahr 2020 kamen die Leitlinien zum pastoralen Weg im Bistum Mainz. Unser Bischof Peter Kohlgraf verkündete, was für gute Beobachter schon länger erkennbar war: „Das Bistum Mainz wird sein Gesicht verändern.“ – Und die Kirche in Worms damit auch. Die Veränderungen in Gesellschaft und Kirche erzwingen so auch bei uns Anpassungen.

Bischof Kohlgraf bezog sich auf den Bistumspatron, den Hl. Martin, und sprach die Erwartung aus: Die Pfarreien mögen alle einen pastoralen Weg gehen und dabei eine Kirche werden, die teilt. Den Glauben miteinander teilen, das Leben mit anderen Menschen teilen, die Ressourcen (Personal, Gebäude etc.) teilen und Verantwortung sprich Aufgaben teilen. Aus bisher 134 Pfarrgruppen und Pfarrverbänden sollen so bis 2030 dann rund 50 Pfarreien werden.

Denn die Zahlen und Fakten sind ernüchternd. Bis zum Jahr 2030 …

  • wird die Zahl der Katholiken um rund 20% zurückgehen,
  • werden Kirchensteuereinnahmen um 30% sinken,
  • wird die Zahl der Gottesdienstbesucher um 40% zurückgehen,
  • wird das hauptamtliche Personal um 40% zurückgehen,
  • und die Zahl der Priester wird um rd. 50% sinken, nämlich von 198 auf 104.

Pastoraler Weg, das heißt: „Die Menschen sollen die Frage klären, was sie von der Kirche brauchen, was sie selbst einbringen können, wie Ressourcen geteilt werden können.“ Und „Neue Ideen sind gefragt“, so Wolfgang Fritzen, Leiter der Koordinationsstelle für den Pastoralen Weg. Dass dieser Weg auch dazu führe, dass z.B. Gebäude verkauft würden, sei unabwendbar. Der notwendige Sparkurs werde auch vor den Kirchen nicht halt machen. „Allerdings haben wir den Vorteil, dass wir jetzt noch die Entscheidungsgewalt haben (Anm.: Das war 2020!) und nicht warten, bis die Gebäude verfallen sind.“

Netzwerke, großflächigeres Arbeiten, gemeinsam und zusammen an Christi Botschaft mitwirken, „das Denken über den eigenen Kirchturm hinaus“, das werde jetzt nötig. Und das geht, auch wenn es oft schwer ist. Auch hier zeigt sich: Die Volkskirche von früher nimmt ab und wird es bald so nicht mehr geben. Der Bischof weist den Weg: Wir sollen mehr pilgernde und verkündigende Kirche in Zukunft sein.

Eine erste Entscheidung wurde von der Dekanatsversammlung Worms in 2022 vorgeschlagen und in Mainz auch so aufgegriffen und bestätigt: Das bisherige Dekanat Worms mit 23 Gemeinden wird zukünftig zu einem einzigen „Pastoralraum Worms und Umland“. Die Pfarrei Worms und Umland hat damit 31.000 Katholiken. Als Leiter hat der Bischof unseren DOM-Probst Tobias Schäfer benannt.

Wie geht es nun weiter, z.B. bei den Kindergärten?

Die rund 180 katholischen Kindergärten, Kindertagesstätten und ähnliche Einrichtungen (z.B. integrative Kindergärten) sollen in einen Zweckverband namens „Unikathe“ überführt werden. Dort soll dann ein professionelles Management mit entsprechender Verwaltung diese Einrichtungen führen. Vor einem solchen Übergang werden von den Verantwortlichen aus Mainz sukzessive Gespräche mit der jeweiligen Einrichtung vor Ort geführt werden und auch Besuche stattfinden. Entscheidungen zu Vermögen und Betrieb werden anstehen. Das Personal wird übergehen, bleibt aber kirchlich. Es braucht hier also niemand Panik zu haben. Der Prozess wir seine Zeit brauchen und mehrere Jahre dauern. Die Pfarrei Worms und Umland wird dadurch insgesamt von Führung und Verwaltung ihrer Kindergärten entlastet werden. In der bisherigen Pfarrgruppe Worms-Nordstadt würde das die Kita Liebfrauen, die Kita Maria Himmelskron in Hochheim und die Kita St.Cyriakus in Neuhausen betreffen.

Im Sommer 2022 startet die zweite Phase des pastoralen Weges. Es geht darum konkrete Schritte zur Fusion einzuleiten.

Worms, 02.07.2022
Thomas Heilig