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Eine Reise nach Riga

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Datum:
Mi. 3. Juni 2026

LAMPERTHEIM - Der Chor Ephata unserer Pfarrei reiste im Mai nach Riga. HIer ein Reisebericht mit Eindrücken dieses besonderen Erlebnisses.

Unsere Reise nach Riga

Begegnungen mit Herz, seelenvolle Musik und gelebte europäische Verständigung

Im Mai dieses Jahres reisten der Chor Ephata sowie die Ephata Juniors mit 53 Sängerinnen und Sängern in die lettische Hauptstadt. Riga ist mit seinen rund 590.000 Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Was als Konzertreise begann, wurde für alle Beteiligten zu einer Erfahrung, die weit über die Musik hinausreichte: Es waren Tage voller Begegnungen, kulturellem Austausch und gemeinsamer Erlebnisse. Sie ließen uns erfüllt zurückreisen und werden noch lange nachwirken.

Bereits die Vorbereitung der Reise verlangte großes organisatorisches Engagement. Reiseplanung, Unterkünfte, Programmpunkte und individuelle Unterstützung mussten koordiniert werden. Als der ursprünglich geplante gemeinsame Flug kurzfristig abgesagt wurde, galt es, die gesamte Anreise neu zu organisieren. So erreichten die verschiedenen Gruppen des Chores Riga an den Tagen zwischen dem 12. und 14. Mai 2026. Begleitet wurde der Chor von Chorleiterin Maria Karb sowie der Pianistin KyungA Glaser-Yu.

Bei dem ersten gemeinsamen Essen und einem Stadtrundgang entstand schnell ein Gefühl von Verbundenheit zwischen den Generationen des Chores. Diese ersten gemeinsamen Stunden in Riga machten schon deutlich, dass es eine besondere Reise werden würde.

Der musikalische Höhepunkt waren die beiden Konzerte am Donnerstag und Samstag. Veranstaltungsort war jeweils die Petrikirche im Herzen der Rigaer Altstadt - eine eindrucksvolle Basilika der Backsteingotik. Das erste Konzert entstand in Kooperation mit dem lettischen Chor
„Jubilate“ und dem Schulchor der Deutschen Schule Riga. Hier entwickelte sich ein Konzertabend, der zeigte, wie Musik Menschen, Sprachen und Kulturen miteinander verbinden kann.

Die Begrüßung und Moderation übernahm Dr. Jürgen Haist, ehemaliger Leiter des Lessing-Gymnasiums Lampertheim und der Deutschen Schule Riga. Auf seine Einladung hin war auch die Reiseidee ursprünglich entstanden. Jürgen Haist hatte im Vorfeld maßgeblich bei der Entwicklung des Besichtigungsprogramms vor Ort unterstützt sowie eigene Ideen und Vorschläge eingebracht. Er war bei beiden Konzerten zur Stelle und begleitete den Chor bei seinen weiteren gemeinsamen Aktivitäten.

Besonders berührend war das gemeinsame Singen zweier bekannter volkstümlicher Lieder. Bei dem ersten handelte es sich um das deutsche Volkslied „Der Mond ist aufgegangen“. Die lettischen Sängerinnen und Sänger hatten das Lied eigens auf Deutsch einstudiert - ein Zeichen großer Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung. Das zweite Lied, in lettischer Sprache bildete schließlich den emotionalen Höhepunkt des Abends: „Dveseles dziesma“, ist eine eindrucksvolle musikalische Liebeserklärung an die vier historischen Kulturlandschaften Lettlands: Kurzeme (Kurland), Vidzeme (Livland), Zemgale (Semgalen) und Latgale (Lettgallen). Noch lange nach dem Konzert spürten die Sängerinnen und Sänger die besondere Atmosphäre dieses gemeinsamen Musizierens.

Ein schöner Abschluss des Abends war der Empfang, den die deutsche Botschaft gleich im Anschluss an das Konzert organisiert hatte. Die lettischen Gastgeber zeigten sich hier in vielen individuellen Begegnungen und Gesprächen herzlich und offen.

Ein zweites Konzert, das ausschließlich vom Chor Ephata und den Ephata Juniors gestaltet wurde, fand am Samstag statt. Wie tief die Chormusik wirkte, zeigte sich auch in persönlichen Rückmeldungen einiger Konzertbesucherinnen und -besucher. Eine lettische Zuhörerin sagte nach dem alleine bestrittenen Konzert tief bewegt: „Ich habe jedes Wort verstanden, das Sie auf Lettisch gesungen haben.“ Eine estnische Chorsängerin, die das Konzert besucht hatte, zeigte sich so begeistert von der musikalischen Gestaltung und der Atmosphäre des Abends, dass sie spontan eine Einladung aussprach: „Sie müssen nach Estland kommen und dort singen.“

Auch abseits der Konzerte bot die Reise viele tiefgreifende Eindrücke und gemeinsame Erlebnisse. Die von allen empfundene Krönung des Besichtigungsprogramms war der Tag im bekannten Ostseebad Jūrmala: Strahlender Sonnenschein, lichte Küstenwälder und kilometerweite Strände. Da ließen es sich viele nicht nehmen, in die Fluten der Ostsee zu springen oder zumindest die Füße hineinzustecken. Dazu die gemeinsame Zugfahrt entlang der Ostseeküste und das Flanieren zwischen den bunten Villen in Holzbauweise. All dies machte den Ausflug unvergesslich.

Zu den weiteren Programmpunkten gehörte eine Bootsfahrt auf den Kanälen Rigas bis hinaus auf die Duna (lettisch: Daugava). Sie prägt die alte Hansestadt mit einer Breite von etwa 600 Metern und mündet rund 15 Kilometer weiter in die Ostsee. Zudem gab es für die deutschen Besucherinnen und Besucher eine weitere Stadtführung, vorbei an zahlreichen hervorragend erhaltenen Jugendstilbauten, durch großzügige Grünanlagen und die beeindruckende Altstadt.

Abschließend besuchte der Chor das Latvijas Etnogrāfiskais brīvdabas muzejs, das lettische Freilichtmuseum. Dort erhielt die Gruppe einen lebendigen Einblick in die Kultur und Geschichte der verschiedenen Regionen Lettlands. Besonders schön waren hier die individuellen Begegnungen mit Frauen in Trachten, die einzelne historische Häuser betreuten. Wundervoll auch das vorab reservierte typisch lettische Essen in drei Gängen. Es wurde gemeinsam in einem rustikalen Speisesaal eingenommen, serviert von Lettinnen und Letten in landestypischer Tracht.

Am Ende der Reise kehrten die Sängerinnen und Sänger erfüllt zurück: Erfüllt von der Gemeinschaft, den persönlichen Begegnungen und den Erfahrungen einer Kultur, die vielen zuvor noch fremd gewesen war. Vor allem aber wurde spürbar, wie Musik Brücken bauen kann: Zwischen Generationen, zwischen Ländern und zwischen Menschen.

Die Reise hat die Gemeinschaft des Chores nachhaltig gestärkt und neue Motivation für zukünftige Projekte und internationale Begegnungen geschaffen.

Möglich wurde all dies durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Spenderinnen, Spender und Förderer. Durch Ihre Hilfe, durch Benefizveranstaltungen und viele kleinere Aktionen konnten beträchtliche Reisekostenzuschüsse gewährt werden. Dies erlaubte allen Sängerinnen und Sängern, die es terminlich einrichten konnten, an dieser besonderen Reise teilnehmen.

Für die Unterstützung danken wir von Herzen!

Sie hat nicht nur eine Reise ermöglicht, sondern Begegnungen, kulturellen Austausch und gelebte europäische Verständigung gefördert – Erfahrungen, die weit über diese Tage in Riga hinaus Bestand haben werden.

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