Schmuckband Kreuzgang

Du bist dran! – Spiele in der Bücherei

Ökumenische Fortbildungsveranstaltung für ehrenamtliche Büchereimitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Rheinland-Pfalz vom 19. bis 20. Juni 2026.

Teilnehmerinnen beim gemeinsamen Spielen (c) Fachstelle Mainz
Teilnehmerinnen beim gemeinsamen Spielen
Datum:
Mo. 3. Aug. 2026
Von:
Marcel Schneider

Vallendar. Unter dem Titel „Du bist dran! – Spiele in der Bücherei“ lud die Landesarbeitsgemeinschaft Kirchliche Büchereiarbeit in Rheinland-Pfalz am 19. und 20. Juni 2026 zu einer Fortbildung nach Vallendar ein. Im Forum Vinzenz Pallotti trafen sich 23 Mitarbeitende kirchlicher öffentlicher Büchereien, um sich intensiv mit den Möglichkeiten von Gesellschaftsspielen in der modernen Bibliotheksarbeit auseinanderzusetzen.

Die Referenten Sabine und Thomas Patzner beim Spielen (c) Sabine und Thomas Patzner
Die Referenten Sabine und Thomas Patzner beim Spielen

Bereits zu Beginn der Veranstaltung stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. In einer ausführlichen Vorstellungs- und Gesprächsrunde berichteten die Teilnehmenden von ihren Erfahrungen mit Spielen in ihren Büchereien, schilderten Herausforderungen und brachten eigene Fragestellungen ein. Dadurch entstand von Anfang an eine offene und lebendige Atmosphäre, die die gesamte Tagung prägte.

Als Referierende konnten Thomas Patzner, Leiter der Ratsbücherei Lüneburg und Rezensent für Brettspiele beim Borromäusverein, sowie Sabine Patzner, Diplom-Psychologin und Geigenbauerin, gewonnen werden. Das spieleaffine Ehepaar organisiert seit mehr als 20 Jahren Brettspielveranstaltungen in Bibliotheken und vermittelte den Teilnehmenden zahlreiche praxisnahe Anregungen.

Viele tolle, neue Spiele wurden präsentiert, konnten angeschaut und getestet werden (c) Fachstelle Mainz
Viele tolle, neue Spiele wurden präsentiert, konnten angeschaut und getestet werden

Im ersten Tagungsblock gingen die Referierenden der Frage nach, warum Spiele in Büchereien gehören und weshalb Menschen spielen. Dabei wurde deutlich, dass Brettspiele weit mehr sind als ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Sie fördern Kommunikation und Sprachfähigkeit, Konzentration und strategisches Denken, führen zu Kontakten zwischen Menschen unterschiedlicher Generationen und stärken das soziale Miteinander. Büchereien bieten hierfür ideale Voraussetzungen als offene und niedrigschwellige Orte der Begegnung.

Nach dem gemeinsamen Abendessen folgte der Praxistest: Beim Spieleabend konnten die Teilnehmenden verschiedene Brett- und Gesellschaftsspiele kennenlernen und mit großer Freude selbst ausprobieren. Dabei entstanden zahlreiche Gespräche über Einsatzmöglichkeiten, Zielgruppen und Erfahrungen aus der Praxis.

Am Freitagabend wurde mit viel Freude und Spaß miteinander getestet (c) Fachstelle Mainz
Am Freitagabend wurde mit viel Freude und Spaß miteinander getestet

Der Samstag begann mit einem Morgenimpuls, bevor die praktische Umsetzung in den Mittelpunkt rückte. Themen waren unter anderem geeignete Zielgruppen, der Aufbau eines attraktiven Grundbestandes sowie die Planung und Durchführung von Spieleveranstaltungen. Am Nachmittag standen Auswahlkriterien für Neuanschaffungen, Finanzierungsmöglichkeiten und die Einarbeitung von Spielen in den Bestand auf dem Programm.

Zwischen den einzelnen Arbeitseinheiten blieb immer wieder Zeit für Gespräche und kollegialen Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmenden nutzten diese Gelegenheiten intensiv, um Ideen, bewährte Konzepte und Herausforderungen aus ihren Büchereien miteinander zu teilen. Auch eine große Auswahl an Spielen wurde blockweise vorgestellt. Die Leidenschaft des Referentenehepaares für die Medienart Spiel sprang vom ersten Moment der Tagung an auf die Teilnehmenden über.

Am Freitagabend wurde mit viel Freude und Spaß miteinander getestet (c) Fachstelle Mainz
Am Freitagabend wurde mit viel Freude und Spaß miteinander getestet

Die Fortbildung zeigte eindrucksvoll, dass Brettspiele heute ein fester Bestandteil moderner Büchereiarbeit sind. Als stark nachgefragtes Medium bieten sie vielfältige Chancen für die Veranstaltungsarbeit und die Gewinnung neuer Nutzergruppen. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche praktische Anregungen für den Aufbau eigener Spielebestände und die Gestaltung von Spielangeboten mit nach Hause.

Im abschließenden Feedback wurde besonders die gelungene Verbindung von fachlichem Input, praktischer Spielerfahrung und kollegialem Austausch hervorgehoben. Die Tagung in Vallendar machte deutlich, welches Potenzial das Medium Spiel für Bibliotheken besitzt und wie wichtig der Erfahrungsaustausch innerhalb der Büchereiarbeit bleibt.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kirchliche Büchereiarbeit in Rheinland-Pfalz bietet diese ökumenische Büchereitagung an wechselnden Orten und zu den unterschiedlichsten Büchereithemen in Rheinland-Pfalz an. In diesem Jahr fand die Tagung zum 37. Mal statt. Die Fortbildung wird gefördert vom »Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur« (kurz: MKBWK) in Rheinland-Pfalz.

In der Landesarbeitsgemeinschaft Kirchliche Büchereiarbeit RLP sind fünf katholische Büchereifachstellen und die evangelische Büchereiarbeit zusammengeschlossen. Ihre Aufgabe ist die politische Interessensvertretung der rund 300 kirchlichen, zumeist ehrenamtlich geleiteten öffentlichen Büchereien im Land Rheinland-Pfalz. In diesen Einrichtungen engagieren sich über 2.600 Frauen und Männer, die mit zusätzlich 5.309 Veranstaltungen allein in 2025 über 600.000 Besuche registrieren konnten. Die katholische und die evangelische Kirche stellen in Rheinland-Pfalz über 50 % der öffentlichen Büchereien und leisten mit ihren über 1,5 Mio. Entleihungen damit einen erheblichen Teil der Literatur- und Medienversorgung im Land.