Schmuckband Kreuzgang

Evangelischer Buchpreis 2026

Annett Gröschner wird mit Evangelischem Buchpreis ausgezeichnet

Annett Gröschner: Schwebende Lasten (c) Verlag C.H.Beck
Annett Gröschner: Schwebende Lasten
Datum:
Di. 17. März 2026
Von:
Marcel Schneider

Der Roman "Schwebende Lasten", 2025 im C.H. Beck-Verlag erschienen, gewinnt den Evangelischen Buchpreis 2026. Diese Entscheidung gab der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, bekannt.

Annett Gröschners Roman "Schwebende Lasten" erzählt das Leben der als Waise aufwachsenden Protagonistin Hanna im Knattergebirge, dem Armenviertel Magdeburgs.

In der Begründung der Jury heißt es: "Die Figur Hanna ist eine stille Heldin, deren Verdienst im Durchhalten und Weitermachen liegt und die trotz aller Krisen, Rückschläge, Veränderungen und Umbrüche niemals ihre Menschlichkeit verliert. Sie erlebt das 20. Jahrhundert nicht als politische Akteurin, sondern als eine Frau, deren Leben von Arbeit, Fürsorge, Verlust und dem täglichen Durchhalten geprägt sind. Sie ist keine Widerstandskämpferin, aber noch weniger eine Opportunistin. Hanna balanciert zwischen Auflehnung und Anpassung und trifft ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen, sondern lässt sich von Menschlichkeit und Anstand leiten. Gerade darin liegt die politische Kraft des Romans, denn Gröschner zeigt, dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen. Hanna Krause steht somit für unzählige andere Frauen, die keine Stimme erhalten. 

Erzählt wird der Roman in unaufgeregter, präziser und doch poetischer Sprache. Mit sparsamen Worten verdichtet Annett Gröschner Hannas Alltag zu einer großen Erzählung, die Nähe schafft, ohne zu sentimental zu werden, und Haltung zeigt, ohne zu urteilen. So entsteht ein Roman von großer emotionaler und historischer Tiefe, der lange nachhallt."

Der Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert (mehr zum Preis). Er wird Annett Gröschner am 20. Mai 2026 um 17 Uhr im Heilig-Geist-Saal in Nürnberg verliehen.

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