Ältere Gemeindemitglieder nutzen heute gerne die unten im Ort gelegene Kapelle des Gemeindezentrums, denn der Weg hinauf zur Pfarrkirche ist mit 79 Stufen beschwerlich. Wer ihn erklimmt, wird jedoch mit einer grandiosen Aussicht belohnt und betritt überdies einen uralten historischen Ort: vermutlich im 8. Jh. gab es hier eine dem hl. Gereon geweihte Kirche.
Ältere Gemeindemitglieder nutzen heute gerne die unten im Ort gelegene Kapelle des Gemeindezentrums, denn der Weg hinauf zur Pfarrkirche ist mit 79 Stufen beschwerlich. Wer ihn erklimmt, wird jedoch mit einer grandiosen Aussicht belohnt und betritt überdies
einen uralten historischen Ort: vermutlich im 8. Jh. gab es hier eine dem hl. Gereon geweihte Kirche. Zunächst im Besitz der Kölner Bischöfe wurde sie dem dortigen St. Gereonsstift übertragen – das erklärt die Namensgebung der Nackenheimer Kirche. Die Wehrfriedhof mit Vorratsscheunen und Beinhaus und die Kirche, deren Chorraum ein Kleinod gotischer Baukunst war, wurden 1716 abgerissen durch einen barocken Neubau bis 1731 ersetzt – ein Epitaph des Pfarrer Engelbert Maubeuge (+1728), ist im Eingangsbereich zu sehen.
1901wurde St. Gereon um den Westquerbau mit seinen schmucken, neobarocken Schweifgiebeln und 1911 um den Zwiebelturm erweitert. Im Inneren erwartet den Besucher ein beeindruckender Raum, angefüllt mit Höhepunkten barocker Bildkunst: der Hochaltar aus schwarzem und rotem Lahnmarmor (1697) verrät mit den Skulpturen der hl. Mainzer Bischöfe Crescens und Bonifatius sowie dem hl. Martin seine Herkunft aus dem Mainzer Dom – 1869 hatte man ihn von dort erworben. Die beiden Seitenaltäre mit den Figuren der Immaculata und des hl. Josef sind von Nikolaus Binterim 1729 für Nackenheim geschaffen, ebenso die Figur des hl. Gereon, ein Offizier der „Thebäischen Legion“ der in einer Schmuckrüstung des 18. Jh. in der Hand den Palmzweig als Zeichen des Märtyrers hält. Das aus der Bergkapelle hierher zurückgebrachte Relief der Marienkrönung gehörte zum ursprünglichen Hochaltar der Kirche von 1730.
