Zukunft der Gebäude in der künftigen Kath. Pfarrei

Kirchen und Pfarrheime für weniger Katholiken

Der Leitende Pfarrer des Pastoralraumes Odenwaldkreis, Harald Poggel, stellte in verschiedenen Veranstaltungsformaten und Gremien mögliche Lösungsvorschläge vor (c) Christiane Raabe
Der Leitende Pfarrer des Pastoralraumes Odenwaldkreis, Harald Poggel, stellte in verschiedenen Veranstaltungsformaten und Gremien mögliche Lösungsvorschläge vor
Datum:
So. 7. Apr. 2024
Von:
Christiane Raabe

Odenwaldkreis. Ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zu künftig nur noch einer großen katholischen Pfarrei im Odenwaldkreis ist die Zukunft der Gebäude in den jetzt noch 12 eigenständigen Pfarreien. Was in den letzten Monaten in verschiedenen Veranstaltungsformaten und Gremien vorgestellt und beraten wurde, ist nun für jedermann im Internet nachzulesen.

Unter der Überschrift „Herz der Pfarrei“ heißt es: Die Menschen sollen hier in 30 und mehr Jahren wissen, dass sie hier „katholische Kirche“ finden - mit Kirchengebäuden, Gemeindezentrum und dem zentralen Pfarrbüro (Frontoffice) als Hauptanlaufstelle. Dabei sind niederschwellige, barrierefreie Möglichkeiten für Anfragen und Austausch wichtig. Die Projektgruppen, deren Aufgabe die Entwicklung verschiedener Lösungsansätze ist, haben sich zunächst die Rahmenbedingungen der Zukunft angeschaut. So sagt die Prognose einen Rückgang der Katholikenzahl für das Jahr 2030 auf 11500 voraus. Während die Bevölkerungszahl im Odenwaldkreis seit Jahren um die 97000 beträgt, sinkt die Zahl der Katholiken stetig. Wenn es 2011 noch 18 Prozent waren, waren es 2023 nur noch 13,5 Prozent.

Die Projektgruppen, deren Aufgabe die Entwicklung verschiedener Lösungsansätze ist, haben sich zunächst die Rahmenbedingungen und die Frage nach der Präsenz von Kirche „in der Fläche“. So hat man bei den Kirchengebäuden eine Priorisierung nach Kategorien vorgenommen. Dies bedeutet, dass das Bistum Mainz für die Instandhaltung der Gebäude (Kategorie 1) bis überhaupt keine Zuschüsse (Kategorie 4) gibt. Bei den Pfarrheimen gibt es vom Bistum Mainz einen Bezuschussungsschlüssel, der sich an der Katholikenzahl bezogen auf die Fläche des Odenwaldkreises bemisst. Gemäß den Rahmenbedingungen und Vorgaben des Bistums Mainz wurden durch die beiden Projektgruppen „Verwaltung“ und „Gebäude“ drei Optionsmodelle zur Umsetzung des Gebäude- und Verwaltungskonzeptes ausgearbeitet, Annahmen und Anforderungen an das Gebäude- und Verwaltungskonzept definiert und eine perspektivische Nutzung weiterer Gebäude erstellt.

Die nun zu diskutierenden Vorschläge wurden auf der Homepage des Pastoralraumes Odenwaldkreis unter der Rubrik „Optionsvorschläge für das künftige Gebäudekonzept im Pastoralraum Odenwaldkreis“ veröffentlicht. So können alle Interessierte sich die verschiedenen Optionen anschauen und dazu auch ihre Stellungnahme persönlich oder per Mail (verwaltung-odenwaldkreis@bistum-mainz.de) geben. In den Lösungsvorschlägen des Konzeptes geht es um die zukünftige Pfarrkirche, das zentrale Pfarrbüro (Frontoffice), das zentrale Pfarrheim und Pfarrheime in der Fläche. Ebenso ist ersichtlich, welche Kirche in welche Kategorie zugeordnet wird und wo es Kontaktstellen und Kontaktstellen Light geben wird. Alle Handelnden waren sich bei dieser Aufgabe bewusst, auf der einen Seite den Gebäudebestand an die tatsächlichen Entwicklungen und Bedarfe anzupassen und auf der anderen Seite zu berücksichtigen, dass alle Gebäude im Pastoralraum des Odenwaldkreises, insbesondere natürlich die Kirchen, ein wertvoller Schatz und ein sichtbares Zeichen für die Gegenwart Gottes in den Städten und Dörfern vor Ort sind. Die Lösungsvorschläge zum Gebäudekonzeptes sollen dann per Votum der Pastoralraumkonferenz entschieden werden und bis 30. September 2024 Bischof Kohlgraf zur Prüfung und Freigabe vorgelegt werden.