Innengestaltung
Kapelle
Wenn man die Kirche über das Hauptportal betritt, sieht man links im Untergeschoß des Turms eine kleine Kapelle. Darin stand früher der Taufstein. Seit Anfang der 1970er Jahre befindet sich zum Gedächtnis der Opfer der Weltkriege eine Pieta [1, siehe Grundriss]. Die Skulptur der schmerzhaften Muttergottes mit ihrem toten Sohn ist im Stil der Renaissance gehalten. Sie erinnert an die vatikanische Pietà Michelangelos.
Chor
Kommt man in das Kirchenschiff, fällt der Blick sofort auf die mächtige Apsis, die das Langhaus in seiner gesamten Breite abschließt. Dominant sind dort die sieben großen Chorfenster [2] mit farbig bemaltem Glas. Die mittleren drei wurden im Jahr 1900 vom Mainzer Glasmaler Bernhard Kraus (1867-1935) geschaffen. Dargestellt sind Jesus am Kreuz, links davon die Geburt und rechts das letzte Abendmahl.
Die Geburtsszene zeigt die Heilige Familie, zwei Hirten und einen Esel, darüber das europäisch Burg-ähnlich abgebildete Bethlehem. Über der Abendmahlszene sieht man orientalische Gebäude von Jerusalem, darunter Jesus inmitten der Apostel sowie Judas mit Geldbeutel. Auf dem mittleren Fenster sind Jesus am Kreuz, Maria und Johannes abgebildet. Die darunter angeordnete Figurengruppe wirkt auf den ersten Blick rätselhaft. Der goldfarbene Löwe ist ein Sinnbild für den Messias nach der Offenbarung des Johannes: „Gesiegt hat der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross aus der Wurzel Davids (Offb 5,5)." Er wird von zwei Propheten flankiert, die in Verbindung zum Kreuz stehen. Sie hatten das Leiden und die Auferstehung des Messias vorausgesagt. König David (links) sagte über ihn: „Du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen (Ps 16,10; Apg 2,27)." Und Jesaja (rechts) kündigte an: "Doch der Herr fand Gefallen an seinem zerschlagenen Knecht, er rettete den, der sein Leben als Sühnopfer hingab (Jes 53,10)." Auf allen drei Fenstern sind zudem Engel zu sehen.
In der Mitte des Chors steht seit der Renovierung in den 1970er Jahren ein Altarstein [3] aus spanischem Corallo-Marmor, entworfen von Innenarchitekt Egon Kerbeck aus Mainz. Bei der Weihe 1976 wurden Reliquien der heiligen Märtyrer Modestus, Victorinus und Fausta eingeschlossen, die bereits aus der alten Kirche übernommen wurden. Darüber hängt im Triumphbogen das große Missionskreuz [4]. Hinter dem Altar befindet sich seit 2007 eine Holzstele mit einem vergoldeten Tabernakel [5]. Die Wand des Chors unter den Fenstern ist mit einem Rundbogenfries gestaltet. In den Bögen sind Büsten der zwölf Apostel [6] angebracht. Die Figuren und der Tabernakel stammen vom nicht mehr erhaltenen neuromanischen Hochaltar. Diesen hatte 1908 der Maler und Bildhauer Friedrich A. Ewertz (1860-1926) aus Münster in Westfalen angefertigt.