St. Elisabeth, Mainz und Budenheim:Grußwort Pfarrbrief
Wir spüren es deutlich: Die Tage werden kürzer. Die Natur wird stiller - und vielleicht werden auch wir selbst ein wenig nachdenklicher und ruhiger in dieser Jahreszeit. An Allerheiligen und Allerseelen besuchen viele von uns die Gräber ihrer Angehörigen, stellen eine Kerze auf, sprechen ein Gebet oder erinnern uns einfach an einen gemeinsamen Moment. Manchmal kommen dabei schöne Erinnerungen hoch, manchmal aber auch Trauer, Sehnsucht oder ein Gefühl von Leere.
All das darf sein. Denn Erinnern heißt nicht, an der Vergangenheit festzuhalten. Erinnern heißt auch, dankbar zu sein für das, was uns mit einem Menschen verbunden hat. Für Worte, Begegnungen, gemeinsame Wege und für das, was von einem Menschen in unserem eigenen Leben weiterlebt.
Unser christlicher Glaube geht noch einen Schritt weiter: Er sagt uns, dass der Tod nicht das Ende ist. Jesus Christus spricht vom Leben, das stärker ist als der Tod. Diese Hoffnung nimmt uns die Trauer nicht ab – aber sie kann uns durch die Trauer hindurchtragen.
Vielleicht ist eine Kerze deshalb ein so starkes Zeichen. Ihr Licht ist klein und zerbrechlich, und doch durchbricht es die Dunkelheit. In den Gottesdiensten zu Allerseelen sprechen wir die Namen der Verstorbenen des letzten Jahres aus und entzünden ein Licht. Vielleicht ist es ein kleines, aber leuchtendes Zeichen für die Hoffnung, die manchmal ganz leise und zaghaft aufscheint.
Nehmen wir uns im November Zeit für die Menschen, die uns fehlen. Für unsere Erinnerungen. Für unsere Trauer. Aber auch für die Hoffnung. Und vielleicht entdecken wir dabei neu, das wundervolle Geschenk, leben zu dürfen und wie wertvoll jeder Mensch ist, der heute an unserer Seite ist.
Für das Pastoralteam
Sigrid Krämer, Gemeindereferentin
