Impuls zum Christkönigssonntag

Christkönig - Ich bin gemeint

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Datum:
Fr 20. Nov 2020
Von:
Heike Wurzel

Den letzten Sonntag des Kirchenjahres nennen evangelische Christen Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. Wir feiern das Christkönigsfest: Christus wird als König verehrt. Wir hören im Evangelium, dass Jesus vor Pilatus angibt, ein König zu sein – aber sein Königreich ist nicht von dieser Welt. König ist in der Bibel ein Begriff, der die Ganzheit und Schönheit des Menschen umfasst. „König“ zeichnet das Bild des freien, souveränen, von niemandem beherrschten Menschen, eines Menschen, der Frieden schafft und über sich selbst Herr ist.

Das Christkönigsfest kann uns darin erinnern, dass wir, wenn wir Christus als unseren König feiern, gleichzeitig die eigene königliche Gestalt in uns ausformen. Wir sollen spüren, was es heißt, unabhängig, echt, frei, und souverän, sicher und selbstbewusst zu sein, weil wir teilhaben an der Königsherrschaft Christi.

Wenn wir uns bewusst machen, dass Christus der König in uns ist, dann heißt das: Ich habe den König in mir, weil Christus – wie Paulus schreibt – „durch den Glauben in unseren Herzen wohnt“ und selbst der König ist.

Wenn wir Könige sind, heißt das zweierlei: Ein König ist absoluter Herrscher, souverän und frei in seiner Welt und zugleich dadurch auch fähig, sich hinzugeben und zu dienen. Nur wer wirklich frei ist, kann sich auch klein machen, muss sich seine Größe und Freiheit nicht ständig beweisen, indem er andere entwertet, bevormundet, regiert und kontrolliert.

 

Nein, es muss keine Krone aus Gold sein.

Bei der Taufe wurden wir zu Königen gesalbt – welche Würde!

"Er krönt dich mit Barmherzigkeit", heißt es im Psalm 103, mit Güte, mit Geduld.

Wer diese Krone trägt, braucht weder buckeln noch die Nase hochtragen.

Er kann aufrecht stehen, aufrichtig leben.

Wer diese Krone trägt, ist befähigt, wie Jesus "herunterzusteigen", zu dienen.

Er kann Glück und Heil, Freude und Hoffnung schenken,

Frieden stiften, Menschen aufrichten und heilen.

Wahrhaft königlich.

 

Ich bin sehr dankbar, Menschen zu begegnen, die so leben.

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