Ihre Sprache und Bildlichkeit vermittelt dem zeitgenössischen Hörer deutliche erotische (Unter)töne, die wir heute aufgrund der sprachlichen und kulturellen Barrieren nur nicht mehr ohne weiteres wahrnehmen können. Die Aufnahme dieses Buches in den Kanon verdankt sich der Erfahrung Israels und später der Christen, dass Gott sein Volk und jeden einzelnen Menschen so leidenschaftlich liebt, dass die Beziehung zu ihm nicht nur in der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, sondern vor allem auch der erotischen Liebe ihre engste Analogie findet. Dies macht jenes kleine, nur acht Kapitel umfassende Buch der Bibel zu einem wichtigen und einzigartigen Buch. Der Kurs soll dazu helfen, Sprache und Bilder des Hohen Liedes im Kontext der altorientalischen Liebeslyrik zu verstehen und sich mit wichtigen Auslegungstraditionen vertraut zu machen, um daraus für eine lebendige und liebevolle Spiritualität heute schöpfen zu können.
Arbeitsformen und Methoden:
- Lektüre von Bibeltexten und ausgewählten Auslegungen
- Impulsreferate
- Eindrücke aus Liturgie, Musik und Kunst